APPENZELL: Jetzt braucht es einen Investor

Auf dem Areal Hoferbad hinter dem Bahnhof Appenzell soll preiswerter Wohnraum entstehen. Ein ausgearbeiteter Baurechtsvertrag liegt vor. Noch fehlt jemand, der den Bau erstellt.

Roger Fuchs
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Die Landi zieht vom Gebiet Hoferbad weg in einen Neubau in der Mettlen. Die alte Landi soll nun einer Wohnüberbauung weichen. (Bild: Roger Fuchs)

Die Landi zieht vom Gebiet Hoferbad weg in einen Neubau in der Mettlen. Die alte Landi soll nun einer Wohnüberbauung weichen. (Bild: Roger Fuchs)

Die Hauptversammlung des Bauernverbandes Appenzell entscheidet diesen Samstag, 4. März, über den Abschluss des mit dem Kanton ausgehandelten Baurechtsvertrags für das Areal Hoferbad. Ziel ist es, auf besagtem Areal südlich des Bahnhofs erschwinglichen Wohnraum zu erstellen. Der Kanton wird aber nicht selbst als Bauherr auftreten. Stattdessen will man einen Bauträger suchen, auf den das Baurecht übertragen werden soll. Sepp Neff, Präsident des Bauernverbandes Appenzell, zeigt sich zuversichtlich, dass sich so jemand finden lässt. Und dass der Kanton bei der entsprechenden Suche Gas gibt, sobald die Hauptversammlung grünes Licht zum Vertrag gegeben hat.

Eine Projektskizze zeigt auf, in welche Richtung das Bauprojekt auf dem 3400m2 grossen Areal gehen dürfte: Demnach ist die Rede von 25 Wohnungen sowie 38 Autoeinstellplätzen, verteilt auf zwei Bauten mit drei und vier Vollgeschossen. Die Nutzflächen der Wohnungen würden zwischen 70 und 110 Quadratmeter variieren. Um zu den nötigen Grundlagen für den Baurechtsvertrag zu kommen, wurde bei einer ausserkantonalen, auf Liegenschaftsschätzungen spezialisierten Firma eine Landbewertung eingeholt. Der Landwert pro Quadratmeter wurde mit 650 Franken beziffert; dies unter Berücksichtigung der Rückbau- und Erschliessungskosten.

Laufzeit beträgt 100 Jahre
Das Baurecht soll für die Dauer von 100 Jahren errichtet werden. Bei einem Mindestzinssatz von 2,25 Prozent resultiert ein jährlicher Baurechtszins von mindestens 49050 Franken. Erhöht sich der hypothekarische Referenzzinssatz des Bundes für Mietverhältnisse, wird der Baurechtszins entsprechend angepasst.
Alle fünf Jahre soll zudem der Landwert zu 80 Prozent der Teuerung angepasst werden. Die Umwandlung in Stockwerkeigentum wird mit dem Baurechtsvertrag untersagt, wie der Kanton mitteilt.

Dass man das Areal Hoferbad mit dem Wegzug der Landi und der Stilllegung der Mühle nicht verkauft, stand für den Bauernverband von Beginn weg fest. «Wir wollten das Areal der Spekulation entziehen», so Sepp Neff. Ausserdem garantiere der Baurechtsvertrag dem Verband nachhaltig regelmässige Einkünfte.