APPENZELL: Innerrhoder FDP in Geldsorgen

Am Samstag hat die vor vier Monaten gegründete FDP AI ihre erste Hauptversammlung abgehalten. Dabei zeigte sich: Das Budget für das zweite Halbjahr ist tiefrot. Auch hat man einen Präsidenten, der klar signalisiert, kaum Zeit für das Amt zu haben.

Roger Fuchs
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Petra Gössi, Präsidentin FDP Schweiz, ist zur ersten HV der FDP AI angereist. Im Hintergrund ein Teil des Kantonalvorstandes, rechts Präsident Gido Karges.Bild: Roger Fuchs

Petra Gössi, Präsidentin FDP Schweiz, ist zur ersten HV der FDP AI angereist. Im Hintergrund ein Teil des Kantonalvorstandes, rechts Präsident Gido Karges.Bild: Roger Fuchs

13 Mitglieder zählt die jüngste FDP-Kantonalpartei, die FDP AI. Zehn Stimmberechtigte fanden sich am Samstag zur ersten Hauptversammlung ein, dazu nochmals in etwa so viele Gäste – darunter Petra Gössi, FDP-Präsidentin Schweiz. Sie zeigte sich tief gerührt ob der gleichzeitigen Anwesenheit des amtierenden Innerrhoder CVP-Ständeratspräsidenten Ivo Bischofberger. «Das gemeinsame Politisieren müsst ihr in Innerrhoden unbedingt bewahren», so ihre Botschaft im Rahmen der Grussworte.

Kurz darauf sorgte Gössi für minime Entspannung bei den Finanzen der Kantonalpartei. Wie Kassier und Vorstandsmitglied Josef Holderegger ausführte, wird beim Innerrhoder Freisinn für das zweite Halbjahr mit Ausgaben von 6900 Franken gerechnet. Dem stehen Einnahmen von 2375 Franken gegenüber. «Angesichts dieser Ausgangslage könnt ihr den 500 Franken hohen Kantonalbeitrag an die FDP Schweiz streichen», so Petra Gössi. Dennoch schränken die Finanzen ein. «Gelingt es nicht, weiteres Geld aufzutreiben, können wir nicht so auftreten, wie wir wollen», sagte Kantonalpräsident Gido Karges unmissverständlich. Er wie auch die anderen Vorstandsmitglieder waren bislang interimistisch tätig. An der ersten HV wurden sie offiziell gewählt. Zuvor machte Gido Karges aber klar, dass er das Präsidium nicht gesucht habe. Und dieses müsse im Zweifelsfall hinten anstehen. Den bisher betriebenen zeitlichen Aufwand werde er nicht aufrecht erhalten können. Beruflich sei er auch viel auf Geschäftsreisen. Dennoch: Eine andere Person stellte sich nicht zur Verfügung. Nebst Gido Karges gehören dem Vorstand an: Josef Holderegger, Stefan Milius, Livia Wyss, David Zimmermann und neu Luca Rechsteiner.

Zum Mitglied der Revisionsstelle wie auch zum eidgenössischen Delegierten liess sich Charles Brönimann wählen. Er wird in zwei Wochen 80 Jahre alt.

Kämpferische Eröffnungsrede

Mochte man im Verlauf der HV an der Schlagkraft der Kantonalpartei Zweifel bekommen, so zeigte sich der Präsident in der Eröffnungsrede kämpferisch. Gesetze sollen nur das regeln, was geregelt werden müsse. Die aktuelle Vernehmlassung zu einem Normalarbeitsvertrag für Angestellte in privaten Haushalten in Innerrhoden zeige, dass die FDP AI keine Minute zu früh gegründet wurde. Auch beim geplanten Spitalneubau will man genau hinschauen. Mit dem Kantonsspital St. Gallen sei ein Zentrum der Spitzenmedizin in kürzester Zeit erreichbar. «Wir werden Einfluss nehmen, dass Investitionen nur dort gemacht werden, wo sie den grösstmöglichen Fortschritt für den Kanton darstellen», so Karges. Zudem hielt er eine Botschaft an Gewerbepräsidenten Albert Manser bereit. Dass dieser bei der Parteigründung meinte, darauf habe niemand gewartet, habe erstaunt. Die FDP AI werde dem Gewerbeverband kaum je in den Rücken fallen, wenn es um wirtschaftspolitische Fragestellungen gehe.

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch