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APPENZELL INNERRHODEN: Ungewohnter Besuch in Weissbad: Der Biber ist zurück

Vor einigen Tagen hat ein Biber in der Sitter bei Weissbad damit begonnen, seinen Damm zu bauen. Laut dem kantonalen Jagd- und Fischereiverwalter ist die Rückkehr des Nagers aussergewöhnlich, zumal die Innerrhoder Gewässer alles andere als einen idealen Lebensraum für Biber darstellen.
Stephanie Martina
Dieser Jungbiber hat seine Burg in der Sitter bei Weissbad gebaut. (Bild: pd)

Dieser Jungbiber hat seine Burg in der Sitter bei Weissbad gebaut. (Bild: pd)

Biber mögen’s gemächlich. Für den Bau ihrer Burgen suchen sie sich ruhige Bach- oder Flussläufe mit schwacher Strömung. Umso erstaunlicher ist es, dass sich nun offenbar ein junger Biber den Kanton Appenzell Innerrhoden als Lebensraum ausgesucht hat. Denn durch den Kanton fliessen vor allem steinige und eher wilde Gebirgsbäche, deren Pegelstände bei Regen oder Schneeschmelze rasch ansteigen können. Somit stellen die Innerrhoder Gewässer alles andere als einen idealen Lebensraum für den Biber dar – und doch ist er wieder da. «Es ist erfreulich, dass der Biber nun auch im Oberlauf der Schweizer Flüsse anzutreffen ist», sagt Jagd- und Fischereiverwalter Ueli Nef. Er und mehrere Passanten haben den Biber am Mittwoch am Ufer der Sitter bei Weissbad beim Fressen und der Fellpflege beobachtet. Letztmals wurde im Innerrhodischen 2007 ein Biber gesichtet.

Ist der Biber ein Einzeltier?

Anfang des 19. Jahrhunderts galt der Biber in der Schweiz als ausgerottet. Erst 1956 wurden die ersten Tiere am Genfersee und später in unterschiedlichen Flusssystemen der Schweiz wiederangesiedelt. Seither erobert sich der Biber seinen angestammten Lebensraum Stück für Stück zurück. Seit 1962 ist er bundesrechtlich geschützt. Laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) leben inzwischen rund 2800 Tiere in der Schweiz – mindestens einer davon nun auch in Weissbad. «Ob es sich beim gesichteten Tier um einen Einzelgänger handelt oder, ob sich im Kanton bereits weitere Biber angesiedelt haben, wissen wir momentan noch nicht», sagt Nef.

Dass sich der Nager nun auch im Innerrhodischen wieder heimisch zu fühlen scheint, ist für den Jagd- und Fischereiverwalter ein positives Zeichen. Vor allem deshalb, weil sich der Biber einen hochwassertechnisch revitalisierten Flussabschnitt ausgesucht hat, an dessen Umgestaltung sich der Fischereifonds des Kantons mit 200’000 Franken beteiligt hatte. «Es ist auffallend, dass manche Tiere zurückkehren, sobald Gewässer revitalisiert sind und man ihnen wieder Platz zum Leben zugesteht. Das bestätigt uns und bedeutet, dass wir beim Hochwasserschutz vieles richtig gemacht haben», sagt Nef. Es sei ihnen offenbar gelungen, die Sitter nicht nur sicherheitstechnisch, sondern auch ökologisch aufzuwerten. Da der Biber als sogenannte Schlüsselart für die Biodiversität gelte, könnten auch zahlreiche weitere Arten wie Fische, Vögel, Amphibien, Reptilien und Pflanzen von seiner Rückkehr profitieren, ist man zudem beim Kanton überzeugt.

Biber ist in Innerrhoden willkommen

Weil sie Bäume fällen, Bäche und Flüsse stauen und Höhlen in Uferböschung graben, sind Biber nicht überall gern gesehen. Genau wegen ihres zerstörerischen Verhaltens, strapazierten die Nager vor einigen Jahren die Geduld der Thurgauer Bauern.

In Appenzell Innerrhoden geht man die Sache dennoch entspannt an. Denn laut Nef sehe man wenig Konfliktpotenzial. «Wir gehen nicht davon aus, dass uns der Biber in die Quere kommen könnte, zumal es im Kanton keine Dämme oder Deiche gibt, die biberanfällig wären. Und auch die Landwirtschaft, die hauptsächlich graslandbasiert ist, sollte keinen Schaden nehmen.» Gleichzeitig betont Nef, dass man die Situation im Auge behalten werde - vorerst ist der Jungbiber aber mehr als willkommen.

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