Appenzell Innerrhoden
Nach Kritik am Jagdverwalter: Standeskommission passt Strukturen an

Im Zuge der Unruhen im kantonalen Jagdbereich hat die Innerrhoder Standeskommission beschlossen, die Jagdorganisation zu überprüfen. Sie hat nun eine erste Massnahme beschlossen. Nimmt der Vorsteher des Bau- und Umweltdepartements selber aktiv an der Jagd teil, übernimmt vorübergehend der Stellvertreter die Verantwortung für Administrativmassnahmen.

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Knatsch zwischen Jägern und Jagdverwaltung in Innerrhoden: Dem Jagdaufseher wurde unter anderem Machtmissbrauch vorgeworfen.

Knatsch zwischen Jägern und Jagdverwaltung in Innerrhoden: Dem Jagdaufseher wurde unter anderem Machtmissbrauch vorgeworfen.

Bild: Ennio Leanza/ KEYSTONE

Im Juni wurde bekannt, dass das Verhältnis zwischen Jägern und Jagdverwalter in Innerrhoden angespannt ist. In einem Schreiben an den Kanton warfen zwei freiwillige Jagdaufseher Ueli Nef unter anderem Amtsmissbrauch und Tierquälerei vor. Die Standeskommission liess die Vorwürfe durch einen unabhängigen Fachexperten prüfen. Die Untersuchung ergab, dass es zu keinen strafbaren Handlungen oder fachlichen Versäumnissen gekommen war, wie Landammann Roland Dähler der «Appenzeller Zeitung» sagte.

Landammann Roland Dähler.

Landammann Roland Dähler.

Bild: PD

Die Standeskommission beschloss aber, die heutige Jagdorganisation zu überprüfen. Eine Projektgruppe unter der Leitung von Dähler ist gemäss der Mitteilung der Ratskanzlei daran, verschiedene Punkte zu klären. Sie wird der Standeskommission voraussichtlich noch in diesem Jahr Bericht erstatten und Anträge stellen.

Sonderfall geklärt

Ein Punkt, der geprüft wird, betrifft die Organisation der Jagdaufsicht. Diese obliegt gemäss Jagdverordnung dem Vorsteher des Bau- und Umweltdepartements. Wird auf der Jagd ein Verstoss gegen die Jagdregeln festgestellt, muss aus aufsichtsrechtlicher Sicht entschieden werden, ob gegen die fehlbare Person eine Strafanzeige erstattet wird.

Ergibt sich ein Schuldspruch, muss die Jagdaufsicht allfällige administrative Massnahmen anordnen, beispielsweise eine Jagdsperre oder in schweren Fällen ein Patententzug. In diesem Zusammenhang stelle sich die Frage, wie die Jagdaufsicht wahrgenommen werden soll, wenn der Vorsteher des Bau- und Umweltdepartements aktiv an der Jagd teilnimmt, schreibt die Ratskanzlei.

Bauherr Ruedi Ulmann nimmt an Jagd teil

Weil nun Bauherr Ruedi Ulmann an der kommenden Jagd aktiv teilnehmen möchte, hat die Standeskommission die Frage der Verantwortung für administrative Massnahmen nach Jagdvergehen vorgezogen diskutiert. Sie ist gemäss Communiqué zur Auffassung gelangt, dass der Aufsichtsteil für administrative Massnahmen nach einer Jagdverfehlung bis zum Abschluss der Abklärungen der Projektgruppe durch den Stellvertreter wahrgenommen werden soll.

Bauherr Ruedi Ulmann.

Bauherr Ruedi Ulmann.

Während dieser Zeit wird daher Landammann Roland Inauen, der die allgemeine Stellvertretung für das Bau- und Umweltdepartement innehat, für eventuell notwendig werdende administrative Massnahmen verantwortlich sein. Alle übrigen Jagdaufgaben bleiben weiterhin bei Bauherr Ruedi Ulmann.

Sollte sich im Rahmen der generellen Überprüfung der Jagdorganisation eine andere Lösung für die Jagdaufsicht ergeben, müsste die Aufgabenverteilung allenfalls erneut angepasst werden, heisst es abschliessend.

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