Appenzell hat einen neuen Pfarrer

APPENZELL. Einstimmig ist Pfarrer Lukas Hidber am Dienstagabend zum neuen Standespfarrer von Appenzell gewählt worden. Überall gleich präsent sein wie früher könne ein Pfarrer heute nicht mehr, sagt Hidber bei der Annahme der Wahl.

Roger Fuchs
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Der neu gewählte Pfarrer Lukas Hidber für die Seelsorgeeinheit Appenzell, zu der sechs Pfarreien gehören, beginnt am 8. März 2015. (Bild: rf)

Der neu gewählte Pfarrer Lukas Hidber für die Seelsorgeeinheit Appenzell, zu der sechs Pfarreien gehören, beginnt am 8. März 2015. (Bild: rf)

Seit dem Rücktritt von Stephan Guggenbühl ist die Stelle des Standespfarrers von Appenzell und des Pfarrers der Seelsorgeeinheit Appenzell vakant. Mit Schreiben vom 19. September hat Bischof Markus Büchel den Pfarreien der Seelsorgeeinheit Appenzell Lukas Hidber zur Wahl als Pfarrer präsentiert. Am Dienstagabend stellte er sich in einer bis auf den letzten Platz besetzten Aula im Schulhaus Gringel der Wahl. Kirchbürgerinnen und -bürger aller sechs zur Seelsorgeeinheit gehörenden Pfarreien des Inneren Landes waren zugegen. Nach der Vorstellung des Pfarrers liessen die Kirchenratspräsidenten von Appenzell, Brülisau, Eggerstanden, Gonten, Haslen-Stein und Schwende der Reihe nach ihre je eigenen Kirchenmitglieder über den Pfarrer befinden. Sechsmal resultierte ein einstimmiges Ja.

In Luzern und Wien studiert

Der neue Pfarrer von Appenzell wird künftig für fast 11 000 Katholikinnen und Katholiken zuständig sein. 80 Prozent der gesamten Innerrhoder Bevölkerung gehören dieser Glaubensrichtung an. In einem von Rosalie Manser geführten Interview erzählte der 43jährige Lukas Hidber von seiner Vergangenheit. Aufgewachsen im Sarganserland, studierte er später Theologie in Luzern und Wien. Nach der Priesterweihe wirkte er für einige Jahre in Wil und in Balgach-Widnau-Diepoldsau, seit 2004 ist er als Pfarrer von Kaltbrunn und Benken tätig – zwei zur Seelsorgeeinheit Gaster gehörenden Pfarreien.

Persönlich umschreibt sich der neue Pfarrer als jemanden, der einen Kopf habe so hart wie der Gonzen und ein Herz so tief wie der Walensee. In der Seelsorge sei es ihm wichtig, die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Die Erfahrung mit den Gläubigen müsse er selbst machen, deshalb habe er sich bis anhin auch nicht gross mit dem bisherigen Pfarrer Stephan Guggenbühl ausgetauscht. «Nach über zehn Jahren im Gasterland gebe ich viel Vertrautes auf», so der Neugewählte. Doch er sei überzeugt, sich auch in Appenzell schnell heimisch zu fühlen. Er ermunterte die Anwesenden, ihn beim Kennenlernen der hiesigen Gepflogenheiten zu unterstützen. Mit dem Satz, es sei schon immer so gewesen, könne er als Fremder aber nichts anfangen.

Vom Bischof berufen

Eine zeitliche Limite für seinen Einsatz in Appenzell hat sich Lukas Hidber nicht gesetzt. Die Anfrage nach Appenzell zu wechseln, sei vom St. Galler Bischof Markus Büchel gekommen.

Während seitens der mehreren hundert Anwesenden keine Fragen an den neuen Pfarrer gerichtet wurden, so liess im Rahmen des Wahlprozederes ein Votum der Kirchenratspräsidentin von Appenzell, Damiana Vicini, aufhorchen. Demzufolge waren vor Hidber bereits Gespräche mit einem anderen Kandidaten aus dem Bistum Chur weit gediehen. (siehe Kasten)