APPENZELL: Grosse Ehre für Kulturvermittlerin

Agathe Nisple bekommt den diesjährigen Anerkennungspreis der Stiftung Pro Innerrhoden. Sie selbst kann es kaum fassen. «So etwas wäre mir nie im Traum in den Sinn gekommen», sagt sie in einer ersten Reaktion.

Roger Fuchs
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Agathe Nisple freut sich über den Anerkennungspreis der Stiftung Pro Innerrhoden, überreicht von Präsident Ivo Bischofberger. (Bild: Roger Fuchs)

Agathe Nisple freut sich über den Anerkennungspreis der Stiftung Pro Innerrhoden, überreicht von Präsident Ivo Bischofberger. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

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@appenzellerzeitung.ch

Diese Überraschung ist gelungen: Im Rahmen des Buchkunst-Festivals «Kleiner Frühling», das die selbstständig tätige Kulturvermittlerin Agathe Nisple zusammen mit Carol Forster vom Bücherladen Appenzell heuer erneut organisiert hat, betritt Ivo Bischofberger die Bühne. Der amtierende Ständeratspräsident ist auch Präsident der Stiftung Pro Innerrhoden, die jedes Jahr einen Anerkennungspreis überreicht. Die diesjährige Gewinnerin heisst Agathe Nisple.

«Unser Preis soll ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für all das Geleistete sein», so Ivo Bischofberger. Und die Liste der Leistungen ist lang: Nisple ist nicht nur Mitbegründerin der Kunstwerkstatt Hoferbad, sie ist auch Mitbegründerin der IG Art & Appenzell, Mitglied in den kantonalen Kommissionen von Heimatschutz und Denkmalpflege, Organisatorin des Buchkunst-Festivals «Kleiner Frühling», sie gehörte zur Projektgruppe der Ausstellung «För Hitz ond Brand», und es gibt noch einiges mehr.

Agathe Nisple wird auf jeden Fall weitermachen

«Agathe Nisple entwickelt kulturelle Ideen, plant Aktivitäten und realisiert Ausstellungen, welche sich durch Originalität und Qualität in gleichem Masse auszeichnen», fährt Ivo Bischofberger in seiner Laudatio fort. Alles, was sie mache, tue sie mit dem Ziel, die verschiedensten Disziplinen wie Kunst, Zeitgeschichte, Wirtschaft, Architektur und Politik in den stets wechselnden Spannungsfeldern zusammenzuführen. Aus den Händen des Stiftungspräsidenten darf die Geehrte schliesslich Urkunde, Geldgeschenk und Blumenstrauss entgegennehmen. Während es ihr im ersten Moment geradezu die Sprache verschlägt, meint sie einige Minuten später: «So etwas wäre mir nie im Traum in den Sinn gekommen. Doch Ehrung hin oder her, ich werde weitermachen.» Es sei aber nicht so, dass sie ein Sendungsbewusstsein habe. «Ich mache etwas, wenn ich das Gefühl habe, dass es wichtig ist. Zudem habe ich Freude daran, gute Ideen umzusetzen.» Mit dieser Ankündigung dürfte sich denn auch Ivo Bischofbergers Wunsch erfüllen, dass Begegnungen mit Kunst für möglichst viele Leute auch im öffentlichen Raum zur Selbst- verständlichkeit werden.

Die Stiftung Pro Innerrhoden gibt es seit 1971. Letztjähriger Gewinner war Philipp Haas, langjähriger OK-Präsident des Ländlerfests Appenzell.