APPENZELL: Geleitete Schule wird Realität

Der Schulrat von Appenzell setzt um, was er vor gut zwei Monaten angekündigt hat: die geleitete Schule. Bereits ab August sollen auf Stufe Kindergarten und Primarschule Schulleiter im Einsatz stehen.

Drucken
Teilen

Dieser Tage fiel der Entscheid: Das Konzept der geleiteten Schule soll in Appenzell etappenweise umgesetzt werden. Geplant ist, an den Unter- und Mittelstufen bereits ab Schuljahr 2017/2018 zwei Schulleiter oder -leiterinnen einzusetzen. Auch die Sekundar- und die Realschule, die bereits eine reduzierte Form von Schulleitung kennen, werden dereinst auf das neue Konzept umstellen. «In der Oberstufe ist das Ganze komplexer und aufwendiger, darum haben wir uns für eine etappierte Einführung der geleiteten Schulen entschieden», so Schulratspräsident Daniel Brülisauer.

Der künftige Schulleiter, die Schulleiterin wären verantwortlich für die personelle, pädagogische Führung sowie für die organisatorische und finanzielle Führung eines definierten Schulzyklus nach Lehrplan 21. Der Aufgabenbereich umfasst Teambildung, Schulentwicklung, Qualitätssicherung sowie Kommunikation. Die Schulleitung der Zukunft wird eine Scharnierfunktion wahrnehmen zwischen Schule, Eltern und Behörden.

Vorteile der geleiteten Schule sind kürzere Wege, was Informationen und Entscheidungen anbelangt, zeitnahe Unterstützung der Lehrkräfte im Schulalltag, zum Beispiel in Krisensituationen sowie Kontinuität in der Schulentwicklung und Qualitätssicherung über die gesamte Schulgemeinde hinweg. «Ich denke, der Schulrat soll vor allem ein strategisches Gremium sein», fügt Brülisauer an, «die operative Leitung übernähme der Schulleiter, die Schulleiterin». Dadurch würde das Milizsystem entlastet.

Mehrmonatiger Prozess mit Vernehmlassung

Dem Entscheid des Schulrats ist ein Prozess mit einer Arbeitsgruppe und ein Vernehmlassungsverfahren vorausgegangen. Seit Juni 2016 diskutierte auf Anregung des Schulrats eine Gruppe aus Lehrkräften, Schulräten, Mitgliedern des Volksschulamtes und externen Fachleuten verschiedene Formen und Herausforderungen von geleiteten Schulen, das Anforderungsprofil der künftigen Schulleiter und evaluierte die Stellenpensen. «Entscheidend für den Erfolg des neuen Konzepts sind die leitenden Personen und die Kooperation der Lehrkräfte,» sagt Daniel Brülisauer weiter. Die Lehrerinnen und Lehrer der Schulgemeinde Appenzell wurden im November über die Pläne informiert und konnten Stellung dazu nehmen. Deren Anregungen seien bei der Erarbeitung des Konzepts berücksichtigt worden.

Die neue Aufgaben- und Kompetenzenverteilung werde zwar Verschiebungen in Volksschulamt und Schulsekretariat auslösen, aber wohl kaum personelle Konsequenzen haben, stellt Daniel Brülisauer klar. Zwei weitere Arbeitsgruppen werden nun die Aufgabenbereiche der verschiedenen «Player» definieren. Die Schulleitungen würden sich regelmässig zum Austausch treffen, skizziert der Schulpräsident die Zukunft.

Monica Dörig

redaktion

@

appenzellerzeitung.ch