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APPENZELL: Gegenwind für Spitalneubau

Anstelle des heutigen Spitals soll es ein Ambulantes Versorgungszentrum mit kleiner stationärer Abteilung geben. Öffentlich wird bisher nicht gross darüber diskutiert. Beim Nachfragen zeigen sich erste Zweifel.
Roger Fuchs
Erst im Dezember soll der Grosse Rat AI den Spitalneubau debattieren, Meinungen werden bereits heute gemacht. (Bild: PD)

Erst im Dezember soll der Grosse Rat AI den Spitalneubau debattieren, Meinungen werden bereits heute gemacht. (Bild: PD)

Roger Fuchs

roger.fuchs

@appenzellerzeitung.ch

Innerrhodens CVP-Präsident Ruedi Angehrn spricht in einer ersten persönlichen Einschätzung zum geplanten «Ambulanten Versorgungszentrum plus» von einem Abwägen von «Prestige und Ökonomie». Seine Partei werde kaum zu einer einheitlichen Meinung finden. Für Einheimische hänge viel Prestige am Spital und ein Kanton ohne ein solches sei für sie kein vollständiger Kanton. Angehrn ist in Degersheim aufgewachsen und gilt somit in Innerrhoden nicht als «Öseriger», was ihm schon zu verstehen gegeben wurde. Zugezogene würden den geplanten Neubau stärker aus ökonomischer Sicht beurteilen, sagt Ruedi Angehrn. Er macht grosse Fragezeichen hinter einen Neubau. Das Spital in Appenzell sei zwar stets für eine Erstversorgung gut, doch in schwierigen Fällen brauche es jeweils sowieso eine Überweisung an ein Zentrumsspital. «Mir ist ein gut organisierter Notfalldienst mehr wert als ein neues Spital», bringt es Ruedi Angehrn auf den Punkt. Auch an­gesichts anderer geplanter Investitionen im Kanton sei das Ganze gut zu überlegen. Gerne würde er einmal einen Überblick über die langfristigen finanziellen Planungen erhalten.

Optimistisch und skeptisch zugleich

Deutlich optimistischer zeigt sich Angela Koller, ebenfalls im CVP-Vorstand und gleichzeitig Präsidentin der Arbeitnehmervereinigung. Wie die CVP haben die Arbeitnehmer zwar noch keine gemeinsame Haltung, persönlich ist Koller aber der Auffassung, dass ein Ambulantes Versorgungszentrum für Appenzell Sinn macht. «Ob es allerdings auch den stationären Teil braucht, ist sicher nochmals zu diskutieren.» Das heisst: Die Kosten und der potenzielle Ertrag seien einander gegenüberzustellen. Eine totale Schliessung des Spitals kommt für Angela Koller nicht in Frage. Jene, die einfach alle Patienten nach St. Gallen entsenden wollten, würden die staatspolitische und volkswirtschaftliche Situation der Institution verkennen. Ausserdem sei irgendwann die gesamte Existenz des Kantons in Frage gestellt, wenn man bei allem sage, man sei zu klein. Auch weist Angela Koller darauf hin, dass es schwierig wäre, die Grundversorgung alleine über Hausärzte sicherzustellen. Viele stünden vor der Pension und täten sich schwer mit einer Nachfolge.

SVP-Präsident vermisst Umbauvariante

Grundsätzlich hinter dem eingeschlagenen Weg steht SVP-Präsident Martin Ebneter. Allerdings vermisst er, bislang nichts über die Kosten für einen allfälligen Umbau gehört zu haben. Mehr über diese Variante zu wissen, wäre aus seiner Sicht durchaus interessant, auch wenn er nicht beurteilen könne, was das medizinisch bedeuten würde. Albert Manser, Präsident des kantonalen Gewerbeverbandes, kann sich mit einer Umbauvariante hingegen nicht anfreunden. «Wenn wir an einem Spital festhalten, brauchen wir etwas Sauberes auf dem modernsten Stand, das innen und aussen passt.» So wie dies beim Alters- und Pflegezentrum «Alpsteeblick» der Fall sei. Laut Manser ist die von der Regierung eingeschlagene Stossrichtung weiterzugehen. In einer Sache gibt er sich aber auch überzeugt: Um im Spitalbetrieb die nötigen Erträge zu generieren, werde man auf externe Patienten angewiesen sein. «Nur für die Appenzeller müssen wir es nicht machen.»

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