APPENZELL: Gefahren einschätzen lernen

Zum fünften Mal hat das Gymnasium St.Antonius für die Schüler einen Präventionstag durchgeführt. Das Augenmerk wurde dabei nicht ausschliesslich auf Drogenmissbrauch gelegt.

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Gebannt hören die rund 90 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums dem Vortrag am Präventionstag. (Bild: PD)

Gebannt hören die rund 90 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums dem Vortrag am Präventionstag. (Bild: PD)

APPENZELL. «Null auf hundert» – so lautet der Titel des Präventionsanlasses, der am Dienstag zum fünften Mal am Gymnasium St.Antonius stattgefunden hat. Mit der Unterstützung der Studentenverbindung Rotacher und des Schweizerischen Studentenvereins wurde die Veranstaltung unter der Leitung von Claudia Kälin-Treina durchgeführt, die eine grosse Erfahrung im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention hat. Seit vielen Jahren ist sie mit vielfältigen Programmen in Schweizer Schulen präsent. Hatten sich frühere Veranstaltungen noch auf die Suchtmittelproblematik konzentriert, werden nun auch andere Bereiche von Risikoverhalten wie Extremsportarten thematisiert.

Zu Beginn wurden in einem Plenumsreferat unter dem Motto «Entscheide dich richtig!» die Folgen von Rauschmitteln vorgestellt, wobei insbesondere auch früher unbekannte sogenannte «Partydrogen» zur Sprache kamen. Neben den Auswirkungen der zahlreichen Substanzen wurden auch die richtigen Verhaltensweisen aufgezeigt, mit denen man sich vor den schwerwiegenden Folgen schützen kann. Das erworbene Wissen wurde anschliessend geprüft. Dabei war eine sehr hohe Trefferquote der knapp 90 Schüler festzustellen.

Unter der Leitung von Fachleuten behandelten vier Workshops das Thema Risikoverhalten unter den Titeln «play4safety», «No risk – no fun?», «Usgang» und «Falsches Taxi». In letzterem ging es darum, die Jugendlichen dafür zu sensibilisieren, welche ungeahnten und weitreichenden Folgen kurze Unaufmerksamkeiten oder falsche Entscheidungen haben können, wenn beispielsweise nach einem Verkehrsunfall unter Drogeneinfluss schwere Verletzungen entstehen und langwierige Folgen verursachen. In anderen Arbeitsgruppen galt es zu überlegen, aus welchen Gründen Suchtmittel konsumiert werden und unter welchen Umständen eine Suchtgefahr entsteht.

Praktische Mitarbeit der Schüler

Die aktive Mitarbeit der Teilnehmer war gefragt, die sich etwa Gedanken darüber machen mussten, welche Sicherheitsmassnahmen bei der Vorbereitung grösserer Veranstaltungen zu treffen sind, um Drogenmissbrauch vorzubeugen. Dabei ging es nicht darum zu moralisieren, sondern informativ aufzuzeigen, wie sich Rauschmittel auswirken, wie ein vernünftiger Umgang mit ihnen aussehen kann und was die Folgen von deren Missbrauch sind.

Beim Erlebnisparcours konnten sich die Schülerinnen und Schüler mit einer sogenannten «Rauschbrille» von den eingeschränkten visuellen Fähigkeiten durch den Konsum von Rauschmittel überzeugen: Schon geringe Mengen reduzieren deutlich Feinmotorik und Reflexe sowie die Einschätzung von Distanzen. Dies muss nachdenklich stimmen angesichts der 1916 Unfälle mit Personenschäden, die es im letzten Jahr in der Schweiz unter Alkohol-, Betäubungsmittel- oder Medikamenteneinfluss gegeben hat.

Beste Schülerarbeiten geehrt

Eindrücklich waren die Statistiken, die zeigen, dass sich an Freitagen die meisten Unfälle ereignen. Die Mehrzahl davon nicht spät nachts, sondern in der Zeit des Feierabendverkehrs und bei nicht schwierigen Strassenverhältnissen, sondern bei schönem Wetter, wenn man das Risiko fälschlicherweise für gering hält und daher der Aufmerksamkeit zu wenig Beachtung schenkt. Die Gruppen erhielten die Aufgabe, ein Foto zum Thema «Gefahren im Strassenverkehr» zu machen und einen Slogan dazu zu finden. «Alkohol ist kein Schlüssel» lautete das Motto der Siegergruppe, zu der Emirhan Dündar, Tiziano Vinzi, Denis Sutter, Fabian Graf, Fabrice Oberle und Renato Rodighiero gehörten. Sieger für die besten Sicherheitstips waren Nando Camenisch, Urs Sutter, Simeon Fässler, Ephraim Züst und Samuel Staub. Ein Lob an alle Schüler sprach Claudia Kälin-Treina am Abschluss im Theatersaal für die Mitarbeit aus. Anschliessend dankte Prorektor Sascha Messmer im Namen der Schule allen Beteiligten für den grossen Einsatz. (pd)