APPENZELL: Federer & Co. prägen das Image

Der Innerrhoder Tourismus verzeichnet bei den Logiernächten ein Plus von 1,3 Prozent. Die Beurteilung touristischer Angebote durch Dritte ist wegen sozialer Medien unberechenbar geworden.

Roger Fuchs
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Für zwanzig Jahre Engagement bei Appenzellerland Tourismus AI überreicht Ruedi Ulmann ein Bild an Guido Buob. (Bild: Roger Fuchs)

Für zwanzig Jahre Engagement bei Appenzellerland Tourismus AI überreicht Ruedi Ulmann ein Bild an Guido Buob. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

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@appenzellerzeitung.ch

«Ich male mir nicht aus, wo wir stehen würden, wenn Tennisstar Roger Federer negativ über uns geschrieben hätte», sagte der Innerrhoder Tourismuschef Guido Buob an der diesjährigen Hauptversammlung des Vereins Appenzellerland Tourismus AI. Er spielte damit auf Federers letztjährigen Besuch im Alpstein an und machte deutlich, wie gross der Einfluss der sozialen Medien geworden ist. «Einen Teil der Kommunikation können wir nicht mehr selber im Griff haben.» Ein anderes Beispiel, das dies untermauert, ist die SBB-Werbung mit dem Aescher und einer darum herumkurvenden Achterbahn. Ob der Alpstein definitiv zum Tummelplatz werde, ist Buob gefragt worden. An der HV stellte er klar, dass es sich hierbei um eine SBB-Kampagne handle, die ohne ihr Wissen zu Stande kam. «Wer uns kennt, weiss, dass wir niemals so auftreten würden. Es ist nicht unser Stil.»

Unberechenbar bleibt in Innerrhoden auch der Zeitpunkt, wann sich die Gästemassen häufen. Die Wandersaison ist und bleibt wetterabhängig. Immer kurzfristiger würden sich die Menschen für oder gegen einen Ausflug entscheiden, sagte Buob. Nicht umsonst seien die Webcams die meistbesuchten Seiten auf der Tourismuswebsite. Trotz einer wetterbedingt schlechten ersten Jahreshälfte 2016 und dem weiterhin starken Franken konnten bis Ende letzten Jahres die Logiernächte um 1,3 Prozent gesteigert werden. 156 189 Gäste haben gesamthaft in den Hotels und Berggasthäusern übernachtet.

Schliesslich hielt Guido Buob noch einen Appell bereit an jene Einheimischen, die sich angesichts der Gästekumulation an schönen Wochenenden über zu viele Touristen beklagten. «Wir sollten nie vergessen, dass der Tourismus für uns eine ganz wichtige Exportwirtschaft ist und wir nicht am Ast, auf dem wir sitzen, sägen dürfen.»

Für 20 Jahre Einsatz geehrt

Guido Buob wirkt seit nunmehr zwei Jahrzehnten beim Innerrhoder Tourismus. Für dieses Engagement durfte er am Schluss ein Bild mit seinen Tugenden und Appenzeller Spezialitäten aus den Händen des Vereinspräsidenten Ruedi Ulmann entgegennehmen. Andrea Manser wurde für 15 Jahre, Yvonne Oberholzer für 10 Jahre Einsatz gewürdigt. Ruedi Ulmann stellte überdies in seiner Rede drei Thesen für den Tourismus auf: «Weniger Marketing, stärkere Produktegestaltung», so These 1. Um dieser gerecht zu werden, hat man auf den 1. Januar hin eine 60-Prozent-Stelle für Produktemanagement geschaffen. These 2: «Identität kommt vor der Grösse» und These 3: «Eine Destination braucht drei bis fünf starke Pferde». Innerrhoden besitze glücklicherweise deren 10 bis 15, so Ulmann. Und er zählte auf: Luftseilbahnen, Alpstein, Museen, Golfplatz, Hof Weissbad und mehr.

Sein Appell lief darauf hinaus, dass die Leistungen der Geschäftsstelle nicht als selbstverständlich betrachtet werden sollen. Folglich wolle man auch keine Trittbrettfahrer fördern.