Appenzell
«Es war eines der schönsten Werke»: Vandalen zerstören Kunstinstallation im Bahnhofpärkli

Der Kunstparcours «weiter gehen» im Dorfkern von Appenzell ist um ein Werk ärmer. Die aufwendige Installation von Barbara Signer wurde in der Nacht auf Samstag dem Erdboden gleichgemacht.

Karin Erni
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Die grosse Kunstinstallation empfing die Besucher des Buch-Kunst-Festivals Kleiner Frühling in Appenzell.

Die grosse Kunstinstallation empfing die Besucher des Buch-Kunst-Festivals Kleiner Frühling in Appenzell.

Bild: Michel Canonica

Noch bis am 6. Juni ist in Appenzell im Rahmen des Buch-Kunst-Festivals Kleiner Frühling ein Kunstrundgang mit 16 Werken von Künstlerinnen zu sehen. Einige sind im öffentlichen Raum, andere in Gebäuden untergebracht. Seit Freitagnacht sind es allerdings nur noch 15 Stationen. Unbekannte haben das von Barbara Signer geschaffene Empfangstor im Bahnhofpärkli komplett zerstört, wie die Innerrhoder Kantonspolizei auf Anfrage bekanntgibt. Zur Täterschaft kann die Polizei noch keine Angaben machen. Es würden Ermittlungen getätigt.

Aufwendige Konstruktion

Die Appenzeller Kulturvermittlerin Agathe Nisple.

Die Appenzeller Kulturvermittlerin Agathe Nisple.

Bild: Ralph Ribi

Die Überreste des Werkes seien beseitigt worden, bestätigt die Mitorganisatorin der Ausstellung, Agathe Nisple aus Appenzell. «Wir haben Strafanzeige gegen unbekannt wegen Sachbeschädigung eingereicht.» Als Urheber des Schadens vermutet sie Jugendliche. Ein Wiederaufbau des Kunstwerks komme aus Kostengründen nicht in Frage, sagt Nisple. «Den genauen Wert können wir noch nicht beziffern. Auch ob der Schaden allenfalls durch die Versicherung gedeckt ist, müssen wir zuerst noch abklären.»

Es habe sich um eine aufwendige Konstruktion mit integrierter Beleuchtung gehandelt, so Nisple. «Es war ein grosser Torbogen, eine Art griechisch-römischer Triumphbogen, unter dem man durchlaufen konnte.» Die pastellfarbenen «Ballone» hatte die Künstlerin in der Kunstgiesserei St.Gallen eigenhändig aus Kunststoff gegossen. «Das ästhetisch-poetisch anmutende Werk war eines der schönsten in der Ausstellung», bedauert Nisple. Als Ersatz werde man nun im Bahnhofpärkli lediglich noch ein Foto der Installation zeigen. Agathe Nisple sagt:

«Die Zerstörung des Kunstwerks ist unbegreiflich und traurig.»

Auf Kunst im öffentlichen Raum deswegen zu verzichten, kommt für sie dennoch nicht in Frage. «Kunst ist Kommunikation. Ein gewisses Risiko muss man dafür eingehen.»