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APPENZELL: Einmischen war erwünscht

Berufstätige aus dem Bereich Palliative Care trafen sich zu einer Weiterbildung. Das Theater Knotenpunkt spielte Szenen aus dem Arbeitsalltag von Pflegenden.
Vreni Peterer
Eine Teilnehmerin erklärt, wie sie in einer von der Theatergruppe gespielten Situation reagieren würde. (Bild: Vreni Peterer)

Eine Teilnehmerin erklärt, wie sie in einer von der Theatergruppe gespielten Situation reagieren würde. (Bild: Vreni Peterer)

Vreni Peterer

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Eingeladen zur Veranstaltung hatte das Forum Palliative Care Appenzell Innerrhoden. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedenen ambulanten und stationären Organisationen und Institutionen sowie der Seelsorge. Ein Ziel des Forums ist die Sensibilisierung der Bevölkerung für Palliative Care. Ebenso wichtig sind dem Forum die Vernetzung und die Förderung von Aus- und Weiterbildungen, weshalb es auch dieses Jahr einen gemeinsamen Anlass organisierte.

An der Weiterbildung nahmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Spitex, des Alters- und Pflegezentrums, des Spitals, des Bürgerheims, des Alterszentrums Gontenbad, der Pro Senectute und des Hospizdienstes teil. Für sie galt an diesem Abend das Motto: «Zuschauen – einmischen – verändern». Zuschauen konnten sie den Schauspielern des Theaters Knotenpunkt, die drei realitätsnahe Szenen aus dem Alltag von Pflegenden spielten. In der ersten Szene ging es um eine schwerkranke Frau, die zu Hause bleiben und hier sterben wollte. Gepflegt wurde sie von ihrem Mann, der am Ende seiner Kräfte und mit der Situation überfordert war. Der Arzt gab den Rat, die Frau ins Spital zu bringen. Keine leichte Aufgabe für eine Spitex-Angestellte war es, den Ehemann davon zu überzeugen, Unterstützung anzunehmen. Schuldgefühle plagten ihn. Zweite Szene: ein todkranker Mann, seine Frau und eine Pflegende. «Womit habe ich das verdient? Wofür werde ich bestraft?», fragt der Patient die Pflegende. Sprachlosigkeit, ja Hilflosigkeit bei der Pflegenden.

Die dritte Szene spielte sich im Stationszimmer ab: Die Pflegende aus der zweiten Szene leidet. Das Schicksal des schwerkranken Mannes geht ihr sehr nahe. Zu nahe, findet ihre Arbeitskollegin. Kollege Tom beruft sich auf schriftlich festgehaltene Richt­linien für solche Situationen.

Rolle der Schauspieler übernommen

Nach jeder Szene wurde das ­Publikum eingeladen, sich einzumischen und zu verändern. Konkret wurde zuerst über die Situationen, welche die meisten schon selbst erlebten, diskutiert: Wie würde ich selber reagieren oder argumentieren? Wie schütze ich mich selbst, damit ich nicht ausbrenne? Wie nahe darf mir ein Schicksal gehen? Frauen und Männer aus dem Publikum ­wagten sich auf die Bühne und übernahmen die Rollen von Schauspielerinnen. Sie zeigten, wie sie es machen würden. Die Schauspieler von «Knotenpunkt» machten es ihnen aber nicht leicht. Wie in der Realität kamen Gegenargumente und weitere Fragen der Angehörigen oder ­Patienten. Ein Patentrezept, wie sie in Zukunft solche Situationen meistern können, erhielten die Teilnehmer an diesem Abend nicht. Wohl werden sie mit solchen oder ähnlichen Situationen immer wieder konfrontiert ­werden. Aber, es werden immer wieder andere Menschen sein, mit denen sie es zu tun haben werden. Mitnehmen konnten die Teilnehmer des Anlasses aber viele Impulse und Anregungen für den Arbeitsalltag.

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