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APPENZELL: Die Chefs sollen Humor lernen

Führen will gelernt sein. Gemäss Kabarettist Simon Enzler und Organisationsberater Claudius Fischli braucht es dazu vor allem eines: Humor. Details wollen sie in einem Tagesseminar vermitteln.
Roger Fuchs

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Leitungshierarchien alleine sind kein Garant für den Erfolg einer Firma. Diese Überzeugung vertreten der Appenzeller Kabarettist Simon Enzler und sein Onkel Claudius Fischli, seines Zeichens Organisationsberater. Jetzt machen sie gemeinsame Sache. In einem eintägigen Workshop wollen sie Chefs dafür sensibilisieren, welchen nicht unerheblichen Platz Humor in der Führung haben kann. Geboren wurde die Idee durch Beobachtungen, die Fischli beim elf Jahre jüngeren Enzler machte. «Ich habe Simon immer als verblüffend authentisch und echt erlebt, sei es auf der Bühne oder in schwierigen Interviewsituationen», sagt Claudius Fischli. Ein solch souveräner Umgang in vielerlei Situationen wolle er auch in seinen Beratungen vermitteln. Gemeinsam haben sie ein Modell entwickelt, das bei Führungskräften und Unternehmensleitungen eine entsprechende Haltung unterstützen soll. Das Credo ist klar: Wer als Chef gelassener führt, erreicht gleichzeitig eine grössere Beteiligung der Mitarbeitenden an der Gestaltung und Veränderung des Arbeitsalltags.

Verrücken von Realitäten

Doch wie ist Humor auf Leitungsebene lernbar? «Humor entsteht aus der Kommunikation heraus», bringt es der Kabarettist auf den Punkt. Claudius Fischli führt aus, dass schwierige Führungssituationen oft sogenannte Dilemma-Situationen sind, in denen es verschiedene Wahrheiten gibt. Dabei gelte es, in einem ersten Moment souverän und ruhig zu bleiben. In einem weiteren Schritt sei es wichtig, die Beteiligten über die Kommunikation in die eigene Gedankenwelt einzubeziehen. Entschärft würden Situationen schliesslich, indem Erwartungen gebrochen werden. «Und genau dieses Verrücken von Realitäten, das ebenso mit Überraschungen wie auch Risiko behaftet sein kann, ist Humor», so Claudius Fischli. Simon Enzler veranschaulicht es am Beispiel, dass alleine die Wiederholung einer Aussage manchmal dazu führen könne, deren Absurdität herauszuschälen.

Sämtliche Ausführungen der beiden Seminarleiter verdeutlichen: Sie wollen, dass nicht nur in Teppichetagen gelacht wird, sondern dass alle in einem Unternehmen etwas zu lachen haben und entsprechend motiviert zur Arbeitsstelle fahren. «Wer sich wohl fühlt und kreativ bleibt, liefert eine qualitativ bessere Arbeit ab», sagt Simon Enzler, der schon mehrfach mit Schrecken feststellen musste, wie viele seiner ehemaligen Schulkameraden heute in einem Hamsterrad ohne Freiheiten strampeln. Hierarchien verteufeln wollen die beiden aber auch nicht. «Klarheit in der Führung ist wichtig», sagt Claudius Fischli. «Doch oft leidet die Stimmung darunter.» Überdies seien viele Managementmethoden manipulativ.

Beobachten, sammeln und üben

Enzler und Fischli werden bei ihren Workshops auf die persönlichen Erfahrungen der Teilnehmenden setzen. Und so sollen am Morgen des Seminartags deren konkrete Erlebnisse analysiert werden mit der Absicht, das Bewusstsein für humorvolle Situationen zu schärfen. Am Nachmittag heisst es dann beobachten, sammeln und üben, die Möglichkeiten einer Situation für eine lebendige Arbeit mit Mitarbeitenden und Teams zu nutzen. «Viele meiner Pointen sind auch aufgrund realer Situationen entstanden», sagt Enzler. «Humor ist eine Lebenshaltung, die von allen gelebt werden kann. Diese Offenheit wollen wir weitergeben.»

Eines ist bei all dem auch klar: Simon Enzler wird weiterhin als Kabarettist unterwegs sein. Die neue Herausforderung will er parallel zur Bühnenarbeit auf sich nehmen.

Hinweis

Weitere Informationen unter www.fischli-enzler.ch.

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