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APPENZELL: Bauhöhe als Stein des Anstosses

Auf der Rückseite des Hotels Säntis sollen vier neue Gebäude entstehen. Aktuell liegt dazu ein Quartierplan auf. Einige Anwohner wehren sich gegen die beabsichtigte Bauhöhe.
Roger Fuchs
Heutige Situation in Appenzell an der Kreuzung Zielstrasse / Blattenheimatstrasse. Für das geplante Bauprojekt der Zielbau AG soll das längliche Haus, wo heute das Stielwerk untergebracht ist, weichen. Das rötliche Gebäude dahinter ist das Hotel Säntis. (Bilder: Roger Fuchs)

Heutige Situation in Appenzell an der Kreuzung Zielstrasse / Blattenheimatstrasse. Für das geplante Bauprojekt der Zielbau AG soll das längliche Haus, wo heute das Stielwerk untergebracht ist, weichen. Das rötliche Gebäude dahinter ist das Hotel Säntis. (Bilder: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Vom Parkplatz Ziel in Richtung Landsgemeindeplatz führt der Weg am Hotel Säntis vorbei. Die Zielbau AG plant auf der Rückseite des Hotels, an der Kreuzung Zielstrasse und Blattenheimatstrasse, auf ihren Parzellen ein neues Tor zu Appenzell. Um das Projekt zu realisieren, läuft derzeit das Quartierplanverfahren. Daraus geht hervor, dass der Entwurf drei giebelständige Häuser in einer leichten Staffelung entlang der Blattenheimatstrasse vorschlägt (siehe Modellbild). Im Zwischenraum vom Hotel Säntis und der neuen Häuserzeile soll ein kubisches Haus zu stehen kommen. Auch Freiraum soll es zwischen den Neubauten, dem Hotel und dem Hauptsitz der Feuerschaugemeinde geben – Freifläche, die den Anwohnern als Aufenthaltsraum und Spaziergängern als Durchgangsraum zur Verfügung stehen wird.

Das Vorhaben wird im aufliegenden Quartierplan dahingehend gewürdigt, dass die fünf aus den 60er-Jahren stammenden Häuser an der Blattenheimatstrasse durch die neue Überbauung ein ansprechendes Gegenüber finden würden. Nicht alle Anwohnerinnen und Anwohner können sich aber mit den Plänen anfreunden. In einem Schreiben von Marie-Theres und Hans Breitenmoser-Brander sowie Bernadette und Karl-Theo Vinzent-Ulmann zuhanden der Redaktion heisst es: «Das Quartierplanverfahren macht es möglich, über das ordentliche Mass hinausgehende Bauten zu erstellen. Der vorgeschlagene Baukörper mit einer Höhe von 18,5 Metern überschreitet das erträglich Mass um satte zwei Meter.»

Der Bauherr nimmt Stellung

Urs Möckli, CEO der Zielbau AG, hält in seiner Antwort fest, dass das Projekt in vier Workshops unter Einbezug aller Beteiligten entwickelt worden ist. Bei der Vorstellung gegenüber den direkten Anstössern sei es auch auf positives Echo gestossen. Was die Gebäudehöhen betrifft, erlaube die Regelbauweise eine maximale Firsthöhe von 16,5 Metern. «Bei speziellen Plätzen geht es aber auch darum, im Rahmen eines Quartierplans ein geeignetes Volumen zu entwickeln», sagt Möckli. Konkret weist er darauf hin, dass sie die Höhe vom Quergiebel, also dem Haupterscheinungsbild, mit 15,7 Metern um 80 Zentimeter unterschreiten würden. Die Überschreitung von 1,4 Metern beschränke sich lediglich auf den Giebel, der gemäss erlaubter Vorschriften in der Kernzone auch wesentlich höher hätte ausfallen können. Hingegen werde, so Urs Möckli, die erlaubte Fassadenhöhe von 13,5 Metern mit effektiven 9,37 Metern um 4,13 Metern unterschritten, was den Baukörper dementsprechend filigraner erscheinen lasse.

Anwohner sammeln Unterschriften

Die genannten Gegnerinnen und Gegner hoffen angesichts ihrer Sicht der Dinge, den Quartierplan an der Versammlung der Feuerschaugemeinde kippen zu können. Noch bis am 1. Februar werden dazu beim Haus Zielstrasse 4 (Breitenmoser) Unterschriften gesammelt, die Einsprache- und Referendumsfrist läuft dann zwei Tage später ab. Wie Hanspeter Koller, Sekretär der Feuerschaugemeinde ausführt, sind 200 Unterschriften nötig, um den Quartierplan nach dem Einspracheverfahren an einer Dunkeversammlung zur Abstimmung zu bringen. Kommt es soweit, wäre dies nicht das erste Mal. Schon die Quartierpläne «Hintere Wühre» und «Sandgrube-Ziel-Böhleli» standen vor dieser Hürde. Gleichzeitig hält Koller fest, dass ein Quartierplan nicht nur nötig ist, um höher zu bauen. Auch öffentliche Interessen wie Fussgängerverbindungen oder Bodenabtretungen seien Teil davon.

Zurück zum Bauprojekt: Was die Gestalt und Konstruktion der geplanten Häuser betrifft, so sollen sich diese an die traditionelle Bauweise von Appenzell anlehnen. Betreffend Nutzung ist bei allen Objekten eine Mischnutzung von Wohnen und Gewerbe vorgesehen.

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