APPENZELL: Authentica-Initiant sagt Adieu

Der Gründer der Spezialitätenmesse Authentica, Urs Bucher, zieht sich zurück. Am Wochenende ging die Messe zum dritten Mal in Appenzell unter seiner Leitung über die Bühne. Er geht mit gemischten Gefühlen.

Roger Fuchs
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Eine Schachtel mit Appenzeller Leckereien gibt es zum Abschied für den Authentica-Initianten Urs Bucher, überreicht von Markus Walt, Amtsleiter des Innerrhoder Volkswirtschaftsdepartements. (Bild: Roger Fuchs)

Eine Schachtel mit Appenzeller Leckereien gibt es zum Abschied für den Authentica-Initianten Urs Bucher, überreicht von Markus Walt, Amtsleiter des Innerrhoder Volkswirtschaftsdepartements. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Was Urs Bucher vor sechs Jahren in Solothurn initiierte, ist seit drei Jahren auch fester Bestandteil in Appenzell: die Spezialitätenmesse Authentica. Dieses Jahr haben am Wochenende zum dritten Mal in Folge sechzig Kleinproduzenten ihre Produkte von kulinarischen Köstlichkeiten bis hin zu hochwertigen Handwerksarbeiten im leerstehenden Kapuzinerkloster präsentiert. Das Ganze gleicht zwar einer kleinen Olma, jedoch nur mit gezielt auserwählten Ausstellerinnen und Ausstellern. Massenware sucht man an der Authentica vergeblich. In den bisherigen Jahren ist es auch stets gelungen, eine Mischung aus hiesigen Kleinproduzentinnen und -produzenten wie auch Auswärtigen zu garantieren.

Vom Kloster Appenzell ins Kloster Solothurn

Heuer nun stand Urs Bucher dieser Messe zum letzten Mal als Gastgeber vor. Er gibt alle seine Aufgaben bei der Authentica und dem gleichnamigen Verein ab. Nicht weil er genug hat, sondern weil er sich einem anderen Projekt zuwenden will, an dem die Appenzeller nicht ganz unschuldig sind. «Hier habe ich gesehen, wie ein leerstehendes Kloster umgenutzt werden kann», sagt er im persönlichen Gespräch. Wie in Appenzell wird er nun in Solothurn das dort leerstehende Kapuzinerkloster zusammen mit Asylsuchenden neu beleben. Sie sollen während einer bestimmten Zeit im Projekt «Alles aus einer Hand» halbtags in «nachhaltiger Lebensmittelproduktion» unterrichtet werden. In der Gartenanlage sollen zahlreiche Nahrungsmittel angesetzt und später über verschiedene Kanäle vertrieben werden.

Nebst der Freude auf das Neue schwingt auch Wehmut mit. «Von allen Authenticas in der Schweiz war Appenzell für mich stets der Höhepunkt», blickt Urs Bucher zurück. Zum einen, weil Appenzell für sich selbst bereits authentisch sei, zum anderen sei er auch von den Menschen sehr angetan. «Ich bin ein richtiger Fan von Appenzell geworden und in diesem Jahr schon zum neunten Mal hier.» Wie gern man Urs Bucher im Dorf bekommen hat, zeigte sich in der Laudatio von Markus Walt, Amtsleiter des Innerrhoder Volkswirtschaftsdepartements. Zum Abschied überreichte er ihm eine Schachtel mit Leckereien aus der Region.

Authentica wird es weiterhin geben

Auch ohne Bucher soll es die Au­thentica weiterhin geben, was gleichzeitig die von Jahr zu Jahr angestiegene Zahl an Besucherinnen und Besucher freuen dürfte. Neuer Leiter ist René Fritschi. «Ich stehe mit Leidenschaft hinter Nachhaltigkeit und Wertschöpfung in der Region», sagt er. Mit der Authentica könne man der Massenware entgegenwirken und das Handwerk der Kleinproduzenten wie auch die damit verbundene Qualität in den Köpfen der Menschen verankern. Und eine solche Messe dann auch noch in einem Kloster wie in Appenzell durchzuführen, sei sehr passend. Die einfachen, aber geschichtsträchtigen Räume würden viel Authentizität ausstrahlen. Und genau dafür stehe auch diese Spezialitätenmesse.

Aus Innerrhoden und Ausserrhoden waren in diesem Jahr zwölf Kleinproduzenten vertreten. Abteilung Lebensmittel: Appenzeller Ziegenprodukte aus Gonten, Seealpchäs, Metzgerei Fässler, Bäckerei Böhli, Biokräuter, alle aus Appenzell. Abteilung Handwerk: Werkstatt Saienbrücke, Urnäsch; Antikschreinerei Laimbacher, Appenzell; Gestalter Walter Zellweger, Schwellbrunn; Atelier Schmuck aus Haaren, Appenzell. Handweberei Niederer-Fässler, Bühler; Kräuterzauber, Stein; Massschuhmacherei und Lederatelier, Schwellbrunn.