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«Wir wagen uns an ein Grossprojekt»: Bike-Trail am Urnäscher Skilifthang in Planung

Am Urnäscher Skilifthang soll schon bald nicht nur, wenn Schnee liegt, Betrieb herrschen. Um das Überleben des Skilifts zu sichern, verfolgt der Verwaltungsrat die Idee «Biken am Dorfskilift».

Jürg Bühler
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Ein rasanter Sport: Urnäsch gilt als «Bike-Hochburg» im Appenzellerland.

Ein rasanter Sport: Urnäsch gilt als «Bike-Hochburg» im Appenzellerland.

Bild: SGT

Für einmal waren es nicht die Anzahl der Betriebstage oder der Abschluss der Jahresrechnung, welche im Zentrum der alljährlichen Generalversammlung der Skilift Urnäsch AG standen. Vielmehr überraschte Verwaltungsratspräsident Reto Rohner die gegen 40 Aktionäre im Bergrestaurant Osteregg mit Überlegungen des Verwaltungsrats zur Zukunft des Skilifts und wie in den schneefreien Monaten zusätzliche Erträge generiert werden könnten.

«Wir wagen uns an ein Grossprojekt»

Ausgehend von der Tatsache, dass Urnäsch dank Pumptrack und vieler Bikemöglichkeiten zu einer «Bike-Hochburg» im Appenzellerland geworden ist, lag es für den Verwaltungsrat nahe, den Skilift mit Biken in Zusammenhang zu bringen. Der Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AR, Andreas Frey, wurde mit der Koordination und Initialisierung des Projekts «Biken am Urnäscher Dorfskilift» beauftragt. Der Skilift-Präsident sagt:

«Wir wagen uns an ein Grossprojekt.»

Das Wunschprojekt sehe beim Ponylift ein Trail-Center und von der Osteregg ins Tal zwei bis drei Downhill-Trails vor. Das Trail-Center würde die Pumptrack-Anlage und Downhill-Pisten verbinden. Im Trail-Center könnte mit dem Bike auf verschiedenen Unterlagen und Trails geübt werden. «Damit man sich auf die Trails wagen kann», meinte Reto Rohner.

Die ersten Schritte sind getan

Erste Abklärungen haben bereits ergeben, dass die Sache technisch machbar ist, der Skilifthersteller Garaventa AG verfügt über ein System für den Bikebeförderung für vorhandene Gehänge. An einer ersten Begehung des Geländes mit Entscheidungsträgern von Kanton und Gemeinde ist die Bike-Idee auf offene Ohren gestossen und ein «No-Go» sei nicht zu hören gewesen. Es gehe nun darum, Schritt für Schritt weiter vorwärtszugehen und in engem Kontakt mit den involvierten Behörden zu bleiben, betonte der zuversichtlich gestimmte Skilift-Präsident Reto Rohner.

Am Skihang in Urnäsch wird vielleicht bald nicht mehr nur Ski gefahren.

Am Skihang in Urnäsch wird vielleicht bald nicht mehr nur Ski gefahren.

Bild: PD

Neuwahlen und Bergrestaurant

Auf die Generalversammlung hin hatte Verwaltungsratsmitglied Heinz Meier seinen Rücktritt eingereicht; er gehörte dem Gremium seit 2011 an. Der vom Verwaltungsrat vorgeschlagene Ueli Schmid wurde einstimmig ins Gremium gewählt. Im Weiteren gehören dem Verwaltungsrat neben Präsident Reto Rohner, Nicole Gabathuler, Robert Meier, Ralf Scherrer und Monika Steingruber an. Als neuer Revisor wurde Valentin Hörler gewählt. Er ersetzt Walter Nef, welcher in der Skilift Urnäsch AG während 33 Jahren als Revisor amtete und vorher viele Jahre als Betriebsleiter an vorderster Front stand. Revisor Stefan Walser wurde einstimmig bestätigt.

Kritik am Bergrestaurant

Das grundsätzlich gut geführte Bergrestaurant Osteregg bereitet dem Verwaltungsrat aber auch eine gewisse Unzufriedenheit. Klagen betreffend Öffnungszeiten und Betriebsferien sind von enttäuschten Gästen laut geworden. Im Zusammenhang mit laufenden Projekten gebe es auch Auflagen möglicher Geldgeber, dass sich der Verwaltungsrat mit den Betreiberinnen zwingend Gedanken über die Führung des Betriebs machen müsse, sagte der Skiliftpräsident.

Verwarnung wegen «Pistenträmpelete»

Der Skilift Urnäsch war an 34 Tagen in Betrieb, einige wenige Tage im Dezember und dann fast den ganzen Januar lag genügend Schnee. Weil die Schneedecke für eine maschinelle Präparation Anfang Jahr zu dünn war, wurde die Bevölkerung zu einer «Pistenträmpelete» aufgerufen. Ein Grosserfolg, machten doch rund 50 Personen mit. Der Skilift AG trug die spontane Aktion allerdings eine Verwarnung wegen Verstosses gegen die Coronaregeln ein. Das Bergrestaurant Osteregg blieb wegen Corona fast die ganze Wintersaison geschlossen. In finanzieller Hinsicht war das Geschäftsjahr 2020/21 ein gutes Jahr und schloss mit einem Reingewinn von 9400 Franken ab. Dabei wurden noch Abschreibungen von 12'800 Franken vorgenommen. Der gute Abschluss ist auch grosszügigen Sponsoren und den über 70 Bügelpatinnen und -paten zu verdanken. Jahresbericht und Rechnung wurden diskussionslos genehmigt. (jbü)

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