APPENZELL AUSSERRHODEN: Der Mann für alle Fälle geht

26 Jahre stand Hans Saxer im Dienst der kantonalen Verwaltung. Kreiskommandant, Leiter Zivilschutz, Asylkoordinator oder persönlicher Mitarbeiter des Landammanns. Sein Wirken war mannigfaltig.

Bruno Eisenhut
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Die Hand an einen ursprünglichen Pfeiler des Zeughauses gelehnt, im Hintergrund ein Baum. «Dieser Platz passt zu mir», sagt Hans Saxer. (Bild: Bruno Eisenhut)

Die Hand an einen ursprünglichen Pfeiler des Zeughauses gelehnt, im Hintergrund ein Baum. «Dieser Platz passt zu mir», sagt Hans Saxer. (Bild: Bruno Eisenhut)

Bruno Eisenhut

bruno.eisenhut@appenzellerzeitung.ch

Wenn Hans Saxer ab dem 1. Ja­nuar den Status «Rentner» trägt, stört er sich nicht daran. Er blicke nicht gerne zurück, das habe er noch nie getan und das werde er auch nie tun. Zu schön sei die Zeit gewesen, zu gerne hätte er gearbeitet, als dass er jetzt, nach 26 Jahren beim Kanton Appenzell Ausserrhoden, seiner beruflichen Laufbahn nachtrauere. Und vor allem habe er alle seine Aufgaben abgeschlossen, den Dienst erfüllt quasi. Nicht alleine hätte er dies getan, vielmehr hätten ihn seine Mitarbeitenden in all den Jahren unterstützt. Und zu unterstützen gab es einiges. Der gebürtige Werdenberger trat nach seinen Ausbildungs- und Erfahrungsjahren in der Bankenbranche eine Stelle beim Kanton Appenzell Ausserrhoden als Leiter Zivilschutz an. Damals unter Regierungsrat Hans Walter Schmid. Später sind andere Regierungsräte seine Vorgesetzten geworden. Werner Niederer, Hans Diem und zuletzt Paul Signer haben Hans Saxer in ihrem Departement wissen dürfen. Insbesondere zu Hans Diem pflegt der baldige Rentner noch immer eine enge Beziehung. «Hans Diem strahlte eine sehr herzliche Dankbarkeit und Wärme aus», so Saxer. Als persönlicher Mitarbeiter während Diems Zeit als Landammann arbeiteten die beiden sehr eng zusammen. Nicht die Arbeit als persönlicher Mitarbeiter des Landammanns war es aber, die Hans Saxer im ganzen Kanton bekannt machte. Viel eher waren es seine Einsätze als Leiter des kantonalen Führungsstabs. Zum Beispiel jener Einsatz 2002 in Lutzenberg, als bei einem Erdrutsch drei Personen ums Leben kamen. Oder jene Zeit 1999 als eine Welle von Flüchtlingen aus dem Kosovo in die Schweiz und damit auch in das Appenzellerland kamen. «Jene Situation ähnelt sehr der heutigen Situation mit den Asylzentren in Heiden und He­risau.»

Saxer brachte immer sehr viel Herzblut in die Sache. Jetzt wo sein Schreibtisch im Zeughaus geräumt und all die Akten, Ordner und Dokumente dem Nachfolger übergeben sind, denkt Saxer trotz seiner Vorliebe für den Ausblick an das Geschehene zurück. Viele seiner Einsätze hätten nicht geplant werden können, sie hätten ein wackeres Mass an Spontaneität erfordert. «Ein Unwetter kann man nicht planen», so Saxer, «und schon gar nicht dessen Folgen.»

Eine Aufgabe bleibt Saxer erhalten

Eine letzte grosse Herausforderung meisterte der gebürtige Rheintaler mit dem Projekt «Reorganisation der kantonalen Verwaltung». Die Reduktion von sieben auf fünf Departemente hätte viele Gespräche und Diskussionen erfordert, so Saxer. Letztlich sei er aber stolz darauf, wie diese Reorganisation umgesetzt worden sei. Nicht von ihm alleine, wie er betont, sondern eben auch von allen Mitarbeitenden.

Mit dem zu Ende gehenden Jahr neigt sich auch die berufliche Karriere dem Schluss zu. Saxer wäre aber nicht Saxer, wenn er nicht noch eine kleine Aufgabe behalten würde. Weiterhin behält er die kantonale Stiftungsaufsicht inne. Ansonsten sieht sich Hans Saxer künftig vermehrt in seinem hauseigenen Waldstück am Schaffen. Um abzuschalten, wie er es bezeichnet. Zudem will er als Pilot mit internationalem Flugschein auf Reisen gehen.