APPENZELL: Applaus für Hochhaus

Am Mittwochabend stellten 47 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten des St. Antonius ihre Maturaarbeiten vor. Die Themenvielfalt reichte von Sportsucht bis Raumplanung.

Noemi Oesch
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Lina Hehli referiert über Sportsucht.

Lina Hehli referiert über Sportsucht.

Noemi Oesch

noemi.oesch@apppenzellerzeitung.ch

Auch nach Schulschluss herrschte im Gymnasium St. Antonius am Mittwochabend Hochbetrieb. Von 17 bis 21.30 Uhr präsentierten 47 Schülerinnen und Schüler während eines 20-minütigen Vortrags ihre Maturaarbeit. Die Präsentationen waren vielfältig. Sie reichten von lokal geprägten Themen wie «Das Volkstheater in Appenzell ab dem 20. Jahrhundert» bis hin zu aktuellen, gesellschaftlichen Problemstellungen wie «Gefahren bei der Nutzung von Smartphone-Apps bei Jugendlichen».

Das erlernte Wissen präsentieren

Selbstbewusst stand die Maturandin Lina Hehli im Klassenzimmer. Trotz der vielen Gäste, welche selbst auf den Fensterbänken Platz nehmen mussten. Hehli hat sich in den letzten Monaten mit «Sportsucht – physische Abhängigkeit im Ausdauersport» auseinandergesetzt. «Ich selbst liebe Sport. Oft verspüre ich den Drang, mich zu bewegen», so Hehli. Die Idee für ihr Maturaarbeitsthema lieferte ein Kurzreferat einer Klassenkameradin. Obwohl sportliche Aktivität einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft geniesst, ist die Sportsucht keine anerkannte Krankheit. «Ein Sportsüchtiger setzt sein Training fort, trotz Warnsignalen des Körpers», erklärt Hehli. Verzichtet der Süchtige auf den Sport, so erhalte er Entzugserscheinungen; beispielsweise Depressionen, Schlafstörungen oder ein geschwächtes Immunsystem. Die physische Abhängigkeit im Ausdauersport entstehe, da der Sportler während des Trainings auf der Suche nach dem «Runners High» sei. Dabei schüttet der Körper Hormone aus, welche ein unbeschreibliches Gefühl beim Laufen auslösen. Manuel Büchel präsentierte seine Zukunftsvorstellung des Landschaftsbildes von Appenzell. «Vermutlich wird dieses vermehrt durch Mehrfamilienhäuser geprägt», so die These Büchels. «Eines Tages möchte ich eine Landschaft mit meiner Arbeit mitgestalten». Wegen seines Interesses wählte er das Thema «Raumplanung in Appenzell». Die Arbeit erläutert zuerst die gesetzlichen Grundlagen, dann die aktuelle Siedlungssituation in Appenzell. Abschliessend wird ein zukünftiges Landschaftsbild im Gebiet Forren aufgezeigt. Anhand von Visualisierungen – vom Einfamilienhaus bis zum 35 Meter Hochhaus – beschreibt Büchel den unterschiedlichen Einfluss der Gebäude auf die Landschaft. Bei einem Einfamilienhaus sei der Wohnkomfort wegen der Privatsphäre gross, jedoch könnte das Bauland optimaler genutzt werden. Die optimale Nutzung des Landes wäre durch ein Hochhaus gewährt. Die Wohnfläche der Bewohner pro Quadratmeter eines Einfamilien-, Mehrfamilien- und Hochhauses sei meist dieselbe. Das Einfamilienhaus hat jedoch gemäss Büchel den grössten Baulandverbrauch pro Bewohner.

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