APH Mogelsberg ist bald wieder leer

Freudig, aber auch ein wenig wehmütig bereiten sich die Mitarbeiter und Bewohner des Wohnheims und der Werkstätten Buecherwäldli auf ihren Umzug zurück in ihr Zuhause in Uzwil vor. Heimleiter Andreas Spitz blickt auf ihr einjähriges «Exil» im Alters- und Pflegheim Mogelsberg zurück.

Urs M. Hemm
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Betreuerin Margrith Seiler backt zusammen mit Heimbewohner Willi Diezi (Mitte) einen Osterkuchen in der Küche des APH Mogelsberg. Heimleiter Andreas Spitz beobachtet das Geschehen sichtlich erfreut. (Bild: Urs M. Hemm)

Betreuerin Margrith Seiler backt zusammen mit Heimbewohner Willi Diezi (Mitte) einen Osterkuchen in der Küche des APH Mogelsberg. Heimleiter Andreas Spitz beobachtet das Geschehen sichtlich erfreut. (Bild: Urs M. Hemm)

MOGELSBERG. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr herrschte im ehemaligen Alters- und Pflegeheim (APH) Mogelsberg grosse Aufregung. Mitten in dem geordneten Chaos von voll bepackten Bananenschachteln stand Andreas Spitz, Leiter des Wohnheims Buecherwäldli für Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung in Uzwil. Während des Umbaus des angestammten Wohnheims in Wil sollte das APH Mogelsberg zum temporären Zuhause für 26 Bewohner und zur vorübergehenden Arbeitsstelle für 34 Angestellte werden. Nachdem die Arbeiten in Uzwil kurz vor dem Abschluss stehen, bereiten sich das Team und die Bewohner nun wieder für den Umzug zurück nach Uzwil vor. «Es war eine tolle Zeit hier in Mogelsberg. Der erzwungene Wechsel des Standortes hat den Bewohnern und dem Team in verschiedener Hinsicht sehr gut getan», zieht Andreas Spitz eine erste, kurze Bilanz.

Verständnis und Rücksicht

«Ich denke, dass der Aufenthalt in Mogelsberg allen den Horizont erweitert hat», sagt Andreas Spitz. So mussten die Betreuerteams der zwei Wohngruppen, die normalerweise getrennt agieren, plötzlich zusammenarbeiten und so – je nachdem – ihre unterschiedlichen Kulturen zusammenbringen. Doch auch die Bewohner kamen mit Betreuungspersonen und anderen Bewohnern zusammen, zu denen sie vorher noch fast keinen Kontakt hatten. «Teils Situationen erforderten daher von allen Seiten, mehr Verständnis füreinander zu haben, aber auch, dass gegebenenfalls mehr Rücksicht aufeinander genommen werden musste.» So gebe es beispielsweise Bewohner, die unter gewissen Umständen sehr laut werden könnten. Da das APH sehr ringhörig ist, habe es in solchen Fällen Gespräche gebraucht, in denen den Bewohnern die besondere Lage ihres Mitbewohners erklärt werden musste. «Gleichzeitig musste jedoch auch versucht werden, beruhigend auf die laute Person einzuwirken und dieser zu erklären, dass ihr Verhalten für die umliegenden Bewohner verstörend wirken könne», so Spitz.

Sehr gut aufgenommen

Doch oft habe es solche Vorfälle nicht gegeben, was Andreas Spitz unter anderem der schönen Umgebung und nicht zuletzt Paul Rutz' Bauernhof zuschreibt. «Die Bewohner konnten jederzeit zu den Tieren, sie streicheln, mit ihnen spielen oder ihnen einfach nur zusehen.» Zudem hätten sie im Garten ein wenig mithelfen können und viele Spaziergänge in der Natur unternommen. «Seit wir hier oben sind, ist ein Teil der Bewohner spürbar ruhiger und ausgeglichener geworden», hält Heimleiter Spitz fest.

Besonders hervorheben wolle er jedoch das gute Verhältnis zur Bevölkerung, zum Gewerbe, aber auch zu den Neckertaler Behörden. «Wo vielerorts noch Berührungsängste gegenüber Menschen mit Behinderungen bestehen, sind die Mogelsberger auf uns zugekommen und haben das <Buecherwäldli> schnell akzeptiert.» Das Interesse, das «Buecherwäldli» zu integrieren, sei auch spürbar gewesen, als man sie eingeladen hatte, ein Adventsfenster zu gestalten und an Gottesdiensten der Gemeinde teilzunehmen. Als ebenso problemlos beschreibt Andreas Spitz den Kontakt zum einheimischen Gewerbe, das jederzeit schnell reagiert habe, wenn einmal ein Handwerker im Haus gebraucht wurde. Auch das unbürokratische Verhältnis zur Gemeindeverwaltung werde er in guter Erinnerung behalten, so der Heimleiter.

Der Zügeltermin ist auf den 28. Mai angesetzt. «Wie schon beim Umzug vor einem Jahr werden wir wieder von Angehörigen des Zivilschutzes Uzwil unterstützt», sagt Andreas Spitz dankbar. Danach bleibe eine Woche bis zum Abgabetermin, um alles auf Vordermann zu bringen, wobei sie wiederum auf den langjährigen Hauswart des APH Mogelsberg, Walter Frei, und den Hausdienst zählen könnten. «Natürlich freuen wir uns jetzt alle auf unser umgebautes Zuhause in Uzwil, dennoch werden sicher einige Mogelsberg vermissen.» Was sie aber von hier mitnehmen werden, ist die bereichsübergreifende Zusammenarbeit und viele Erfahrungen im Gärtnern. «Denn wir planen nun ein Gartenprojekt in Uzwil, in das sehr viel von hier hineinfliessen wird», sagt Andreas Spitz.

Zukunft des APH noch unklar

Über die künftige Verwendung des APH Mogelsberg informierte die Neckertaler Gemeindepräsidentin Vreni Wild die Bevölkerung bereits anlässlich der Bürgerversammlung vom 3. April. Sollte an der Abstimmung vom 18. Mai der Baukredit für den Umbau des Gemeindehauses Mogelsberg bewilligt werden, werde die Gemeindeverwaltung für die Zeit des Umbaus im APH Mogelsberg einziehen. Was danach geschehen werde, sei jedoch noch unklar. «Der derzeitige Pächter der Liegenschaft Aesch, Paul Rutz, geht voraussichtlich im Frühjahr 2015 in Pension. Bis dahin sollte auch geklärt sein, ob das Projekt Baumwipfelpfad zustande kommt.» Falls ja, würden nämlich der Liegenschaft Aesch betreffend Zufahrt und Parkplatz, aber allenfalls auch in den Bereichen Gastronomie oder Hotellerie spezielle Aufgaben zufallen, erläuterte Vreni Wild. Sobald der Gemeinderat wisse, wie es mit dem Projekt Baumwipfelpfad weitergehe, werde er die Bevölkerung über das weitere Vorgehen informieren.

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