Anzahl Badegäste beschränkt und geplanscht wird mit «Schwimmbändeli»: Am Samstag dürfen die Appenzeller Badis unter Berücksichtigung eines Schutzkonzeptes wieder öffnen

Während die Badis ihren Gästen trotz der Umstände einen möglichst normalen Aufenthalt ermöglichen wollen, ist die Umsetzung der Sicherheitskonzepte für das Personal mit einem Mehraufwand verbunden.

Stephanie Häberli
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Die Badi Heiden empfängt ab morgen wieder Badegäste.

Die Badi Heiden empfängt ab morgen wieder Badegäste.

Bild: PD

Alle Wasserratten können sich freuen: Am Samstag dürfen die Freibäder unter Einhaltung der Auflagen ihre Türen wieder öffnen. Auch die Badi Heiden ist ab Samstag bereit, wieder Badegäste zu empfangen «Die Anzahl Leute, die wir einlassen dürfen, ist allerdings vorerst noch beschränkt», sagt Werner Rüegg, Präsident der Schwimmbadgenossenschaft Heiden. «Wir können 500 Badegäste empfangen, wovon 100 im Wasser sein dürfen.»

Um die Kontrolle zu behalten, wie viele Gäste bereits in der Badi sind, werden die Leute beim Eingang gezählt. Damit auch Übersicht über die Anzahl Gäste im Wasser herrscht, greift die Badi Heiden auf sogenannte «Schwimmbändeli» zurück. «Wir haben im gesamten 100 Bändel. Jeder, der ins Wasser geht, hat einen anzuziehen. So haben wir die Kontrolle, wie viele gleichzeitig in den Schwimmbecken sind», so Rüegg.

Er appelliert aber auch auf Eigenverantwortung, dass die Gäste die Auflagen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), insbesondere die Abstandsregeln, einhalten. Auch Wasserspielzeuge oder andere Utensilien, die normalerweise vermietet werden, sind zurzeit noch nicht im Umlauf. Zu gross sei der Aufwand, diese nach jedem Gebrauch entsprechend zu reinigen. Das Sicherheitskonzept konsequent durchzusetzen, ist laut Rüegg auch mit einem Mehraufwand verbunden:

Werner Rüegg, Präsident Schwimmbadgenossenschaft Heiden

Werner Rüegg, Präsident Schwimmbadgenossenschaft Heiden

Bild: PD
«Wir werden zwar nicht unbedingt mit mehr Personal arbeiten, aber das Team wird mit Sicherheit vermehrt im Einsatz sein.»

Das Team der Badi Heiden gibt sich laut Rüegg grosse Mühe, dass ihre Gäste durch die ungewöhnlichen Umstände nicht allzu fest eingeschränkt sind. «Die Schwimmbändel, die Plakate, welche auf die korrekten Verhaltensweisen aufmerksam machen und das Desinfektionsmittel, welches zur Verfügung steht, werden womöglich die grössten Veränderungen zu einem gewöhnlichen Badibesuch sein.»

Infrastruktur wird angepasst

Im Eingangsbereich des Herisauer Freibads Sonnenberg kennzeichnen Markierungen den Abstand, den es einzuhalten gilt. In Herisau wird die Anzahl Badegäste, die sich im Freibad befinden, mit Hilfe eines elektronischen Ein- und Austrittsystems erfasst. «Pro zehn Quadratmeter darf sich ein Badegast aufhalten. Hochgerechnet auf die Fläche unserer Anlage sind das maximal 1200 Badegäste», sagt Fredy Bechtiger, Abteilungsleiter Sport der Gemeinde Herisau.

Noch ist das Freibad Sonnenberg menschenleer.

Noch ist das Freibad Sonnenberg menschenleer.

Bidl: PD

Doch auch hier wird auf die Eigenverantwortung der Gäste gesetzt. «Ergänzend werden visuelle Kontrollen durch die Bademeister durchgeführt. Wenn jemand die Regeln nicht einhält, wird diese Person entsprechend darauf aufmerksam gemacht.»

Das geplante Eröffnungsdatum der Badi Sonnenberg wäre der 9. Mai gewesen. Obwohl das Herisauer Freibad erst rund einen Monat später eröffnen kann, soll die diesjährige Saison dennoch nicht kürzer ausfallen als geplant:

Fredy Bechtiger, Abteilungsleiter Sport der Gemeinde Herisau

Fredy Bechtiger, Abteilungsleiter Sport der Gemeinde Herisau

Bidl: PD
«Sofern das Wetter mitspielt, wollen wir unser Freibad in diesem Jahr bis Ende September geöffnet haben und nicht wie gewöhnlich nur bis Anfang oder Mitte September.»

Auch eine andere Tatsache lässt Bechtiger hoffen, dass es trotz allem eine gute Saison wird: «Wir rechnen damit, dass unser Freibad während der Sommermonate gut besucht sein wird, da mehr Leute als gewöhnlich ihre Sommerferien in der Schweiz verbringen werden.»

Die Badi Rehetobel hat die Höchstanzahl der Besucher unter dem zulässigen Maximum festgelegt. 160 Besucher werden reingelassen, wovon 40 im Wasser sein dürfen. «Damit möchten wir gewährleisten, dass die notwendigen Abstände gut eingehalten werden können», sagt Andrea Zürcher, Aktuarin und Kommunikationsverantwortliche des Schwimmbades Rehetobel. Die Anzahl Besucher wird laut Zürcher anhand von Kärtchen kontrolliert, die den Gästen jeweils beim Eingang verteilt werden und beim Ausgang wieder abgegeben werden.

Das Freibad Rehetobel hat die Besucherlimite auf 160 festgelegt.

Das Freibad Rehetobel hat die Besucherlimite auf 160 festgelegt.

Quelle PD

Ihr Schutzkonzept, welches auf jenem des Verbandes für Hallen- und Freibäder (VHF) basiert, in Tat umzusetzen, war aufgrund der kleinen Grösse der Badi eine Herausforderung. «So gibt es zum Beispiel Einbahnbetrieb rund um das Schwimmbecken, und die Garderoben dürfen nur von jeweils zwei Einzelpersonen oder einer Familie genutzt werden.» Auch den Überblick der Anzahl Gäste im Wasser im Auge zu behalten, werde für ihren Bademeister bestimmt nicht einfach.

Wohl der Gäste wird gross geschrieben

Dem Team des Freibad Teufen liegt auch in dieser Situation das Wohl der Gäste besonders am Herzen: «Wir geben uns alle Mühe, den Gästen trotz der Umstände ein schönes Erlebnis zu ermöglichen», sagt Martin Zoller, Leiter Bauten und Anlagen aus Teufen. Das Freibad Teufen setzt laut Zollers Angaben die vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen konsequent um. Diesbezüglich wird, ähnlich wie in Rehetobel, sehr vorsichtig vorgegangen:

Martin Zoller, Leiter Bauten und Anlagen der Gemeinde Teufen

Martin Zoller, Leiter Bauten und Anlagen der Gemeinde Teufen

«Wir haben die Anzahl Besucher nach der Wiedereröffnung auf 600 beschränkt, obwohl wir 900 Gäste einlassen dürften.»

Dies aus folgendem Grund: «Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass um diese Jahreszeit und bei den aktuellen Temperaturen wohl kaum so viele Badegäste kommen, dass sich gleichzeitig 900 auf dem Schwimmbadareal befinden», so Zoller. Zudem registriert das Freibad Teufen alle ihre Gäste beim Einlass. Bei jenen, die ein Saisonabonnement haben, sei das sowieso mit dem Abschluss der Saisonkarte schon geregelt, da in diesem Fall alle Daten aufgenommen werden.

Doch auch die anderen Badegäste werden registriert: «Jeder Gast scannt beim Eintritt mit seinem Smartphone einen QR-Code. Danach muss der Gast auf einem webbasierten Formular seinen Namen sowie die Telefonnummer eingeben», erläutert Zoller. Auch Gäste ohne Smartphone müssen ihre Personalien angeben und ein entsprechendes Formular ausfüllen. Er betont aber, dass die Daten, welche elektronisch aufgenommen werden, jeweils nach zwei Wochen automatisch gelöscht werden und weder die Gemeinde noch das Personal Einsicht in diese haben.

Daten werden nicht überall erfasst

Karl Inauen, Bademeister

Karl Inauen, Bademeister

Bild: PD

Anders handhabt es die Appenzeller Badi: «Wir erfassen keine Daten unserer Gäste. Jene der Badegäste, die ein Abonnement besitzen, sind uns jedoch bekannt», sagt Karl Inauen, der Bademeister der Appenzeller Badi. Das Erfassen der Personalien aller Besucher wäre laut Inauen eine grosse Herausforderung, da die Appenzeller Badi auch Kunden hat, die nur im Restaurant einkehren und folglich kein Badi-Ticket lösen.

Doch auch die Appenzeller Badi hat ein Sicherheitskonzept, in welchem die Vorschriften des BAG durchgesetzt werden. «Wir teilen beispielsweise unser 50-Meter-Bad so auf, damit sich die Leute, die schwimmen, und jene, die einfach so baden wollen, nicht in die Quere kommen», so Inauen.

In der Badi Appenzell wird das 50-Meter-Bad aufgeteilt.

In der Badi Appenzell wird das 50-Meter-Bad aufgeteilt.

Bild: PD

Auch haben die Sportler und die normalen Badegäste verschiedene Ausgänge zu benutzen. Auf dem Areal dürfen sich insgesamt 630 Badegäste aufhalten. Im Sprungbecken und im grossen Schwimmbad dürfen jedoch höchstens 75 gleichzeitig schwimmen oder planschen. Zusätzlich dürfen sich im Kinderbecken noch 20 Personen aufhalten. «Diese Zahl im Blick zu haben, wird für uns mit Sicherheit eine grosse Herausforderung», so Inauen.

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