«Mit Gebrüll und sehr lauten Maschinen eine Nachtruhestörung sondergleichen veranstaltet»: Teufner Anwohner empören sich über Bahnhofsbaustelle

Auf der Baustelle am Bahnhof Teufen ist in der Nacht mit viel Krawall gearbeitet worden. Anwohner sind empört.

Margrith Widmer
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Beim Bahnhof Teufen ist auch weiterhin mit nächtlichem Baulärm zu rechnen.

Beim Bahnhof Teufen ist auch weiterhin mit nächtlichem Baulärm zu rechnen.

Bild: PD

In der Nacht auf vergangenen Mittwoch ist auf der rund ein Jahr alten Baustelle des Bahnhofs Teufen mit viel Krawall gearbeitet worden. Die Firma Sersa habe um zwei Uhr morgens «mit Gebrüll und leider sehr laut betriebenen Maschinen eine Nachtruhestörung sondergleichen veranstaltet», sagt ein Anwohner.

Die Appenzeller Bahnen informierten normalerweise die Anwohner rechtzeitig. Das sei am 21./22. Juli aber nicht geschehen. Bei der Ausserrhoder Kantonspolizei gingen keine Lärmklagen ein. Zu Beginn der Bauarbeiten beim Bahnhof Teufen seien die Anwohnerinnen und Anwohner in einer Information auf mögliche Nachtruhestörungen hingewiesen worden, sagt Mediensprecher Anton Sonderegger auf Anfrage.

Zu warmes Wetter sorgte für Nachteinsatz

Die Leiterin Marketing und Kommunikation sowie Geschäftsleitungsmitglied der Appenzeller Bahnen, Erika Egger, sagt: «Kurzfristig mussten für am Tag vorgesehene Schweissarbeiten aufgrund der warmen Wettertemperaturen auf die Nacht gelegt werden. Wenn die Schienentemperatur höher als 28 Grad Celsius ist, ist die Qualität der Schweissungen nicht sichergestellt. Bei dieser Gelegenheit haben wir ausserdem Arbeiten am Kabelkanal erledigt; so konnten speditiv und sicher Schotter verteilt, Materialdepot angelegt und Kabelkanäle verbaut werden. Am Tag ist dies nur sehr erschwert möglich aufgrund der regelmässig durchfahrenden Züge.» Und weiter:

«Die Appenzeller Bahnen AG werden die beteiligten externen Bauunternehmungen auf die lauten Umgangsformen aufmerksam machen. Wir bedauern die Umstände; die AB sind stets bestrebt, den Lärm während der Bauarbeiten auf ein Minimum zu reduzieren.»

Die Bauarbeiten inklusive Nachtarbeiten wurden mit einem Flugblatt an die Anwohnerinnen und Anwohner vor Baubeginn kommuniziert. Die AB machen in diesem Flugblatt darauf aufmerksam, dass «allenfalls unvorhergesehene Arbeiten kurzfristig angeordnet werden müssen und dabei Abweichungen von dieser Planung entstehen können».

Weitere Nachtarbeiten im August

In einem solchen Flugblatt, datiert auf den 27. Juli 2020, weisen die AB auf Nachtarbeiten zwischen Bahnhof Teufen und Hotel Linde im August hin. Darin heisst es: «Im Zuge des Umbaus des Bahnhofs Teufen wird aktuell am Gleis 1 (neues Hausperron) und am Zugangsweg entlang der Raiffeisenbank gearbeitet. Die Inbetriebnahme des Hausperrons (Gleis 1) ist am 13. August. Ab dem Freitag, 14.August, steht der Teufner Bevölkerung und unseren Fahrgästen auch das Hausperron für den Zugverkehr zur Verfügung.»

Bevor es so weit ist, sind laut AB Nachtarbeiten nochmals unumgänglich: «So muss vor der Inbetriebnahme die neue Fahrleitung im Gleis 1 erstellt werden. Diese Arbeiten können ausschliesslich in der Nacht ausgeführt werden. Abschliessende Nachtarbeiten sind im September geplant. Damit die endgültige Gleislage perfektioniert wird, kommen nochmals die Stopfmaschine und die Planiermaschine zum Einsatz. Im August starten weitere Arbeiten am Vordach des Bahnhofgebäudes Teufen. Diese Arbeiten werden bis zur Fertigstellung im September andauern.»

Einsatz der Stopf- und Planiermaschinen

Schliesslich wird darauf hingewiesen, dass «allenfalls unvorhergesehene Arbeiten kurzfristig angeordnet werden und dabei kleine Abweichungen von dieser Planung entstehen können». Nachtarbeiten sind vorgesehen am 5., 6. und 7. August von Mitternacht bis 5.10 Uhr – Fahrleitungsarbeit während zweier Nächte und vom 9. auf den 10. September im selben Zeitraum Stopfmaschine und Planiermaschine während einer Nacht. Für weiteres Getöse ist also gesorgt.

Die Assistentin des Geschäftsführers der Rhomberg Sersa Rail Group, Christine Wettstein, sagt auf Anfrage: «Christian Schreiber, Geschäftsführer der Sersa Group AG (Schweiz), hat mich gebeten, mitzuteilen, dass die Arbeiten auf der Baustelle in Teufen im Auftrag der Appenzeller Bahnen ausgeführt werden. Wir als Sersa Group AG (Schweiz) arbeiten mit Maschinen, welche auf dem aktuellsten Stand der Technik sind und somit nicht mehr Lärm als nötig verursachen. Falls sich Anwohner gestört fühlen, möchten wir uns dafür herzlich entschuldigen.» Und die Gemeinde Teufen lässt verlauten: «Nach unseren Abklärungen und nach Rücksprache mit den Appenzeller Bahnen sind bei Baulärm im Zusammenhang mit Eisenbahnprojekten die Appenzeller Bahnen/UVEK zuständig.»

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