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Anwohner fühlen sich überrumpelt

Ein Komitee von Anwohnern wirft den Ausserrhoder Behörden beim geplanten Asylzentrum in Walzenhausen mangelnde Kommunikation vor. Der Regierungsrat weist die Kritik zurück, will aber einen Informationsanlass für die Bevölkerung organisieren.
Jesko Calderara/Michael Genova
Im «Sonneblick» Walzenhausen plant der Kanton ein Asylzentrum. (Bild: pd)

Im «Sonneblick» Walzenhausen plant der Kanton ein Asylzentrum. (Bild: pd)

WALZENHAUSEN. Gegen das geplante Durchgangszentrum im «Sonneblick» Walzenhausen regt sich Widerstand. Am Wochenende kritisierte ein Komitee von Anwohnern in einer Mitteilung die Kommunikationspolitik des Ausserrhoder Regierungsrats. «Die Verantwortlichen hätten zumindest die unmittelbar betroffenen Nachbarn persönlich über das Projekt informieren müssen», sagt Hanspeter Baumgartner, der Sprecher des Komitees.

Gestern nahm der Ausserrhoder Landammann Matthias Weishaupt zu den Vorwürfen Stellung: «Die Regierung hat die schnellstmögliche Kommunikationsart gewählt.» Gleich nach den Grundsatzentscheiden der Stiftung Sonneblick und des Regierungsrats sei die Öffentlichkeit über die Medien informiert worden. Gleichzeitig habe die Regierung die Verhandlungen mit der Stiftung Sonneblick aufgenommen. «Bis jetzt war noch keine konkrete Information der Anwohner möglich, weil wir viele Details noch nicht kennen», so Weishaupt. Die Regierung werde mit der Gemeinde Walzenhausen einen gemeinsamen Informationsanlass durchführen. «Den genauen Zeitpunkt diskutieren wir diese Woche mit dem Gemeinderat.»

Streit über Betriebsdauer

Das geplante Durchgangszentrum in Walzenhausen soll Platz für bis zu 120 Asylsuchende bieten und voraussichtlich während zehn Jahren betrieben werden. Das Anwohnerkomitee bezeichnet dies als unzumutbar. Es schlägt vor, dass während höchstens zwei bis fünf Jahren Asylbewerber im «Sonneblick» aufgenommen werden.

Die Betriebszahlen sind laut Landammann Matthias Weishaupt vergleichbar mit der «Landegg», wo der Kanton St. Gallen gemeinsam mit Appenzell Ausserrhoden ein Zentrum für Asylsuchende betreibt. «Im <Sonneblick> würden wir lediglich zu Spitzenzeiten 120 Asylsuchende betreuen.» Der Aufbau eines Asyl-Durchgangszentrums sei aufwendig und lohne sich für ein oder zwei Jahre nicht. Es sei deshalb sinnvoll, wenn ein Zentrum im «Sonneblick» eine gewisse Zeit lang betrieben werde.

In seiner Mitteilung erhob das Komitee auch Vorwürfe gegen die Stiftung Sonneblick, die derzeit Gästehäuser mit sozialer Zielsetzung betreibt. «Das Ausbleiben jeglicher Information und Kommunikation legt die Vermutung nahe, dass sich die Institution Sonneblick unter dem Deckmantel der Flüchtlingshilfe über zehn Jahre sanieren will.»

Stiftung weist Vorwürfe zurück

Die Stiftung Sonneblick weist dies in einer Stellungnahme scharf zurück: «Gegen den hart geäusserten Vorwurf müssen wir uns vehement wehren.» Es treffe zwar zu, dass die Institution Mühe hatte, eine tragfähige Auslastung für die Häuser zu erreichen. Seit dem Umbau von 2012 und 2014 gehe es dem «Sonneblick» gut und die Belegung erziele Rekordwerte. Wie lange im «Sonneblick» ein Asylzentrum betrieben wird, ist Gegenstand von Verhandlungen. Denkbar sei, dass nach ein paar Jahren zunächst einmal Bilanz über das weitere Vorgehen gezogen werde, schreibt die Stiftung.

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