Corona-Virus: «Das Horten von Atemschutzmasken ist sinnlos»

Das Corona-Virus breitet sich weltweit aus. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden sind bislang keine Verdachtsfälle bekannt. Ein Ausserrhoder Experte schätzt das Ansteckungsrisiko ein.

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Das Horten von Atemschutzmasken wegen des Corona-Virus ist gemäss des Ausserrhoder Spitalverbundes momentan sinnlos.

Das Horten von Atemschutzmasken wegen des Corona-Virus ist gemäss des Ausserrhoder Spitalverbundes momentan sinnlos.

Bild: Getty

Mehr als 900 Menschen sind weltweit bereits an den Folgen des Corona-Virus gestorben. Über 40000 Ansteckungen sind gemäss Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) bestätigt. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. In fast 30 Ländern sind Ansteckungen regis­triert worden. Die Schweiz gehört nicht zu diesen Ländern. Noch nicht. Alain Kohler, Mediensprecher des Spitalverbundes Appenzell Ausserrhoden (SVAR) sagt:

«Wir schliessen nicht aus, dass es auch bei uns einzelne Fälle geben wird und sind darauf vorbereitet.»

Kohler schätzt das Ansteckungsrisiko in Appenzell Ausserrhoden grundsätzlich als «äusserst gering» ein. «Die aktuelle, saisonale Grippewelle ist diesbezüglich viel relevanter als das Corona-Virus. Wichtiger für die Bevölkerung ist, sich davor zu schützen», so Kohler. Der Spezialist rät, sich regelmässig die Hände zu waschen und Menschen nicht direkt anzuhusten. «Zudem macht die Grippeimpfung bei sogenannten Risikopersonen auch jetzt noch Sinn.» Das Kaufen oder Horten von Atemschutzmasken wegen des Corona-Virus ist laut Alain Kohler hingegen in der Schweiz momentan sinnlos.

Anfragen von Asien-Rückkehrern

Zu erhöhter Aufmerksamkeit rät Alain Kohler Personen, welche Symptome einer akuten Atemwegserkrankung wie Husten oder Atemnot in Kombination mit einer erhöhten Körpertemperatur von über 38 Grad Celsius haben. Diese Symptome alleine sind allerdings noch kein Hinweis auf eine Corona-Erkrankung. Erst wenn dazu noch der Kontakt mit einer infizierten Person oder eine Rückkehr aus dem Risikogebiet kommt, kann laut Kohler ein Corona-Virus-Verdachtsfall vorliegen. Falls diese Kriterien erfüllt sind, sei es wichtig, nicht selber zum Arzt zu gehen. Kohler erklärt: 

«Bei einem Verdacht sollte telefonisch der Hausarzt informiert werden, um das weitere Vorgehen zu besprechen.»

Damit soll verhindert werden, dass Erkrankte andere anstecken. Die Verunsicherung über den neuartigen Virus hält sich in der Ausserrhoder Bevölkerung in Grenzen. Wie Alain Kohler sagt, verzeichnete der SVAR bisher nur vereinzelte telefonische Anfragen. «Hauptsächlich von Rückkehrern aus Asien.» Kohler verweist auf die Info-Hotline des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), an welche sich die Bürgerinnen und Bürger bei Fragen wenden können.

Tests in Heiden und Herisau möglich

An die Empfehlungen des BAG sowie des Nationalen Zentrums für Infektionsprävention Swissnoso in Bern hält sich auch der Spitalverbund. «Auf diesen Grundlagen ist das Vorgehen innerhalb des SVAR bei einem Verdacht genau festgelegt», so Alain Kohler. Besteht ein solcher Verdacht, können sowohl am Spital Herisau wie auch am Spital Heiden entsprechende Tests abgenommen werden. Nach der Abnahme werden die Proben laut Kohler an das Nationale Referenzzentrum für neu auftretende Virusinfektionen (NAVI) nach Genf gesandt. Dort wird aktuell die Corona-Virus-Diagnostik für die Schweiz durchgeführt.