ANPASSUNG: Weniger Arbeitsplätze in Wil West als angenommen

Im Westen Wils sollen ab dem Jahr 2022 viele neue Arbeitsplätze entstehen. Allerdings dürften es weniger werden als ursprünglich angenommen. Ein Drittel des gesamten Gebiets wird für kleine und mittelgrosse Unternehmen aus der Region ausgespart.

Drucken
Teilen
Das futuristische Projekt wird immer konkreter: Nun ist definiert, welche Arten von Firmen sich in Wil West ansiedeln könnten.Visualisierung: PD

Das futuristische Projekt wird immer konkreter: Nun ist definiert, welche Arten von Firmen sich in Wil West ansiedeln könnten.Visualisierung: PD

«Wir müssen kleinere Brötchen backen und sind gut bedient, wenn wir Bestandspflege betreiben. Es kommt nicht die halbe Welt hierher», sagt Christoph Häne, der am Dienstagabend das Präsidium von Regio Wil an den Münchwiler Gemeindepräsidenten Guido Grütter übergab (siehe Box rechts). War einst von 2000 bis 3000 neuen Arbeitsplätzen für das Gebiet im Spickel zwischen Wil, Münchwilen und Sirnach die Rede, so dürften es effektiv 1500 bis 2000 werden.

Die Reduktion hängt auch damit zusammen, dass dem regionalen Gewerbe eine Plattform gegeben werden soll. War einst das Ziel, in jenem Gebiet hauptsächlich neue Betriebe anzusiedeln, so wurde nun entschieden, ein Drittel der Fläche für kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMU) auszusparen. «Diese Firmen haben zwar nicht Druck ausgeübt. Im Gespräch kam aber zum Ausdruck, dass Wil West nicht nur für die anderen sein solle», sagt Häne. Man wolle den ­erfolgreichen, eingesessenen Unternehmen eine Perspektive bieten, damit diese sich weiterentwickeln können. «Diese Kontakte muss man pflegen. Aber natürlich sind wir auch froh, wenn Grosse kommen», sagt Häne.

Das gesamte Gebiet ist 158000 Quadratmeter gross. Neben dem einen Drittel für die KMU soll ein weiteres Drittel für die öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen, der Rest für Neuansiedelungen. Die mögliche Aufteilung sieht wie folgt aus: Entlang der Autobahn A1 sind national und international tätige Unternehmen denkbar, zum Beispiel Firmen aus der Pharma- und der Sicherheitsbranche. Bei einer Allee sind national oder überregional tätige Unternehmen wie Prüflabors und Planungsunternehmen gut aufgehoben. An den Baufeldern «Am Laufmeter» könnten sich regionale Produktions- und Gewerbebetriebe ansiedeln. Unter dem Stichwort «Landschaft» sind Nutzungen für die Aus- und Weiterbildung sowie die Bereiche Sport und Freizeit denkbar. Das Teilgebiet «Grossinvestor» könnte von Unternehmen aus den Bereichen Motorfahrzeuge, Maschinen- oder Werkzeugbau besetzt werden. Auch eine Firma aus der Recyclingbranche wäre denkbar.

Die öffentliche Auflage des Gestaltungsplans Wil West ist für Ende dieses Jahres vorgesehen. Baubeginn ist nach aktuellem Planungsstand im Jahr 2022. Vor­aussichtlich nächstes Jahr wird feststehen, ob sich der Bund finanziell am Projekt Wil West beteiligt. (sdu)