Anonyme Spende erhalten

An der Vorgemeinde der Reformierten Kirchgemeinde in Ebnat-Kappel von Montagabend gab es bezüglich des An- und Umbaus des Kirchenzentrums keine Opposition. Dafür ein Geschenk.

Stefan Füeg
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Beat Loosli Architekt, Büro «raumfindung architekten», Rapperswil-Jona (Bild: Stefan Füeg)

Beat Loosli Architekt, Büro «raumfindung architekten», Rapperswil-Jona (Bild: Stefan Füeg)

EBNAT-KAPPEL. Die Katze liess Hans Looser, Präsident der Kirchenvorsteherschaft (Kivo) erst gegen Ende der Vorgemeinde am Montagabend in der Kirche Ebnat aus dem Sack. «Ein Interessierter und in Ebnat-Kappel Verliebter hat uns 400 000 Franken geschenkt, um beim geplanten An- und Umbau Arbeiten ausführen zu können, welche aus finanziellen Gründen keine Aufnahme gefunden haben», freut sich Looser. Deshalb könne die Umgebung aufgewertet oder neues Geschirr angeschafft werden. «Vergolden werden wir nichts», unterstrich der Präsident und betonte, dass der Spender anonym bleiben wolle.

Das Haupttraktandum des Abends, wie es dann auch an der ordentlichen Bürgerversammlung vom 20. März sein wird, war der zu sprechende Kredit von 2,8 Millionen Franken für den neu zu bauenden Pavillon und den Umbau des ehemaligen Pfarrhauses. In diesem Betrag inbegriffen seien die bereits früher gesprochenen Projektierungskosten von 275 000 Franken, erklärte Looser. «Wir wollten eigentlich bei 2,5 Millionen Franken bleiben, haben aber festgestellt, dass dieser Betrag trotz Abstrichen nicht ausreichen werde», erläutert Looser. An die Kosten von 2,8 Millionen Franken steuert die Kantonalkirche 2,4 Millionen Franken bei. Dieser Betrag wird innert fünf Jahren über den Finanzausgleich an die Kirchgemeinde abgegolten.

Pavillon wird oval

Der zuständige Architekt Beat Loosli, Büro «raumfindung architekten» aus Rapperswil-Jona, stellte das zu genehmigende Projekt im einzelnen vor. «Am auffallendsten wird der Neubau des Pavillons sein», so der Fachmann. Schon die Form sei etwas Neuartiges, denn der Pavillon solle oval gebaut werden. Das zeige das Gemeinsame auf. Andererseits habe diese Form an die Planer hohe Ansprüche gestellt. Müssten doch die Lichtverhältnisse, die Beschallung, aber auch die Einrichtung dieser Form angepasst werden, betonte Loosli, um klarzustellen, dass der eigentliche Pavillon als solcher weniger koste als die geplanten Anpassungen innerhalb des ehemaligen Pfarrhauses. Dort würde zur besseren Erreichbarkeit ein Lift eingebaut, auch seien verschiedene Dämmungen vorgesehen, um das Haus energieeffizienter zu machen.

Genau dies wurde von einer Votantin kritisiert: «Warum denn nicht das ganze Haus komplett isolieren und dies nach neuesten Standards?», wollte sie wissen. «Dort, wo eingegriffen wird, wird auch isoliert», gab Loosli der Votantin zur Antwort, «andere Räume hingegen sollten in Ruhe gelassen werden.» Einwände gegen den geplanten Kredit an sich wurden an der Vorgemeinde nicht geäussert. Der mögliche Baustart, sollten die Teilnehmenden an der Bürgerversammlung dem Kredit zustimmen, wird im Herbst sein.

Steuersenkung um zwei Prozent

Die anderen auf der Traktandenliste stehenden Geschäfte wurden ohne Wortmeldungen von den Anwesenden zur Kenntnis genommen. Ebenfalls die geplante Steuersenkung um zwei Prozent auf neu 28 Prozent. «Dieser Betrag soll ausreichen, um auch in Zukunft über die Runden zu kommen», so Präsident Hans Looser. So waren denn am Schluss der Vorgemeinde alle zufrieden.

Zu hoffen sei, dass an der ordentlichen Bürgerversammlung etwas mehr Personen über den Millionenkredit bestimmen werden.

Die Kirchgemeinde erhielt für das geplante Kirchenzentrum 400 000 Franken anonym zugesichert. (Bild: Visualisierung: pd)

Die Kirchgemeinde erhielt für das geplante Kirchenzentrum 400 000 Franken anonym zugesichert. (Bild: Visualisierung: pd)