Anonyme gegen Gantenbein

Kurz vor der Wahl eines neuen Gemeindepräsidenten kursiert in Waldstatt ein Brief von einem anonymen Absender. Darin wird Ernst Bischofberger als Kandidat empfohlen. Dieser winkt ab. Eine allfällige Wahl würde er ablehnen.

Bruno Eisenhut
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Ein gelbes Flugblatt sorgt in Waldstatt vor den Wahlen des Gemeindepräsidenten für Unbehagen. (Bild: pk)

Ein gelbes Flugblatt sorgt in Waldstatt vor den Wahlen des Gemeindepräsidenten für Unbehagen. (Bild: pk)

WALDSTATT. Es scheint in Waldstatt ein fester Bestandteil der Personenwahlen zu sein, dass Briefe von anonymen Absendern mit Wahlempfehlungen versandt werden. Dies war vor Jahresfrist so, und dies ist ist auch im Vorfeld der Wahlen eines neuen Gemeindepräsidenten am 7. April nicht anders.

Vergangenen Samstag erhielt ein grosser Teil der Waldstätter Haushaltungen einen persönlich adressierten Brief. Unterzeichnet ist der Brief von «Waldstätter Wählerinnen und Wählern, die keinem politischen Verein angehören, für richtige Wahlen sind und sich ein zuverlässig ausgeübtes Gemeindepräsidium wünschen. Im Brief wird von der Wahl des offiziellen Kandidaten Andreas Gantenbein zum Gemeindepräsidenten abgeraten. Statt dessen heisst es: «Ernst Bischofbergers Einfluss in Waldstatt ist so gross, dass er nun endlich die Chance erhalten sollte, als gewählter Präsident die Führung der Gemeinde zu übernehmen.»

Besagter Ernst Bischofberger ist kein Unbekannter im Dorf. Während vieler Jahre war er Mitglied des Gemeinderats. Zudem ist er Direktor der Assekuranz AR. Weiter heisst es im Brief, dass «drei Landwirtschaftsvertreter zwei zu viel sind». In diesem Zusammenhang bezeichnen die anonymen Verfasser des Briefs Gemeinderätin Monika Knellwolf-Abderhalden (Bäuerin) und Gemeinderat Hansruedi Keller (diplomierter Krankenpfleger, der im Nebenamt einen Landwirtschaftsbetrieb führt) als Vertreter der Berufsgruppe «Bauern». Mit Andreas Gantenbein (Meisterlandwirt und eidgenössisch diplomierter Agrotreuhänder) käme ein weiterer Landwirt hinzu, heisst es im Brief.

Bischofberger ist keine Option

Ernst Bischofberger zeigt sich ob der Aktion überrascht. Er stellt sogleich klar, dass er nicht für das Amt des Gemeindepräsidenten kandidiere. «Eine allfällige Wahl lehne ich unmissverständlich ab», so Bischofberger. Um diese Aussage zu verdeutlichen, verfasste Ernst Bischofberger seinerseits ebenfalls ein Flugblatt und liess dieses in Absprache mit sämtlichen örtlichen politischen Gruppierungen an alle Haushaltungen verteilen. «Auf eigene Kosten», wie er betont. Darin klärt Ernst Bischofberger unter anderem über seine berufliche Situation auf und fordert die Stimmberechtigten auf, den offiziellen Kandidaten zu wählen.

«Wenig Zivilcourage»

Wer hinter der anonymen Aktion steckt, weiss Ernst Bischofberger nicht. Er vermutet aber, dass es sich um eine Einzelperson handelt, die «der gesamten Gemeinde Schaden zufügen will». Bischofberger glaubt, dass es derselbe Verfasser ist, der schon vor Jahresfrist mit einer ähnlichen Aktion im Dorf für Diskussionen sorgte. «Damals forderte der Verfasser die sofortige Wahl Andreas Gantenbeins, jetzt – ein Jahr später – wollen sie diese verhindern», fasst Bischofberger zusammen. Weiter bedauert der ehemalige Gemeinderat Waldstatts, dass der Verfasser nicht in in den Gruppierungen mitarbeitet. «Sich hinter einem anonymen Flugblatt zu verstecken, zeugt von wenig Zivilcourage», so Ernst Bischofberger.

Ernst Bischofberger (Bild: apz)

Ernst Bischofberger (Bild: apz)

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