Anlass mit nationaler Bedeutung

SCHWÄGALP. Der Schwägalpschwinget gehört neu zu den Anlässen von nationaler Bedeutung. OK-Präsident Niklaus Hörler ist erfreut und erleichtert über diese Anerkennung. Ab nächstem Jahr wird die Armee die Veranstaltung unterstützen.

Patrik Kobler
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Der Schwägalpschwinget hat sich in den vergangenen 16 Jahren zu einem Grossanlass entwickelt. Hier eine Aufnahme von 2011. (Bild: ky/Regina Kühne)

Der Schwägalpschwinget hat sich in den vergangenen 16 Jahren zu einem Grossanlass entwickelt. Hier eine Aufnahme von 2011. (Bild: ky/Regina Kühne)

Letzte Woche gab Bundesrat Ueli Maurer grünes Licht: Der Schwägalpschwinget gehört neu zu den Anlässen von nationaler Bedeutung. Damit geniesst er denselben Status wie etwa das Skiweltcup-Rennen am Lauberhorn.

Erfreut über den Entscheid ist OK-Präsident Niklaus Hörler. «Für uns ist das einerseits eine grosse Anerkennung für das, was wir in den vergangenen 16 Jahren über drei Kantonsgrenzen hinweg aufgebaut haben. Andererseits ist es aber auch eine wahnsinnige Erleichterung», sagt er.

Niklaus Hörler Schwägalp-Schwinget- OK-Präsident (Bild: sgt)

Niklaus Hörler Schwägalp-Schwinget- OK-Präsident (Bild: sgt)

Armee als «letzte Ressource»

Das Schwingfest auf der Schwägalp hat sich zu einem Grossanlass entwickelt, an dem jährlich rund 900 Helferinnen und Helfer im Einsatz stehen. Mit 7070 Sitzplätzen hat die Arena stattliche Dimensionen erreicht; entsprechend aufwendig ist der Auf- und Abbau der Tribünen. Im persönlichen Gespräch mit Ueli Maurer sowie den Zivilschutzverantwortlichen der beiden Appenzell sowie des Kantons St. Gallen sei die Idee entstanden, die Armee um Unterstützung zu bitten, sagt Niklaus Hörler. Grundsätzlich können alle Veranstalter ein Gesuch bei der zuständigen Territorialregion stellen. Die Voraussetzungen für solche Unterstützungen sind allerdings in einer Verordnung klar definiert. Ein Grundsatz ist etwa, dass zivile Unternehmen nicht übermässig konkurrenziert werden dürfen. Ausserdem soll die Armee als «letzte Ressource» eingesetzt werden, das heisst wenn zuerst alle zivilen Möglichkeiten inklusive Zivilschutz ausgeschöpft und auch Vereine wie Verbände bereits einbezogen sind.

Die Armee leistet in der Ostschweiz gemäss Divisionär Hans-Peter Kellerhals bereits bei verschiedenen Anlässen Unterstützung. Der Kommandant der Territorialregion 4 nennt etwa das CSIO St. Gallen oder das Bergrennen Hemberg. Den Status als Anlass von «nationaler Bedeutung» geniesst jedoch in der Region nur der Schwägalpschwinget.

Kein offizielles Label

Wie Hans-Peter Kellerhals weiter ausführt, handelt es sich nicht um ein offizielles Label oder Gütezeichen. Vielmehr verkürze dieser Status Armee-intern die Abläufe. Denn während normalerweise bei jedem Gesuch wieder neu entschieden werde, sei dem Bergkranzfest nun in den nächsten Jahren die Unterstützung gewiss.

Wie viele Soldaten ab dem nächsten Jahr im Einsatz stehen werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen. «Wir werden das gemeinsam mit dem OK festlegen», sagt Kellerhals. Vorgesehen ist, dass die Armee vor allem in den Bereichen Bau und Verkehr zum Einsatz kommen wird. Die WK-Absolventen werden also den Verkehr regeln oder beim Tribünenauf- und -abbau helfen. Hans-Peter Kellerhals sieht den Einsatz als gute Führungsübung für das Kader. Auch der Zivilschutz wird den Anlass weiterhin unterstützen. «Wir dürfen mit unseren Fahrzeugen beispielsweise keinen Shuttlebus-Dienst betreiben», sagt Kellerhals.