Angst ist ein schlechter Ratgeber, wer wagt, gewinnt

Zur Diskussion um den Naturpark Neckertal Zum Leserbrief von Erika Meier «Kritische Gedanken zum Naturpark» Ausgabe vom 14. November 2014 Zum Klanghaus am Schwendisee

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Über den Naturpark – im Bild St. Peterzell – wird am 30. November abgestimmt. (Bild: Luca Linder)

Über den Naturpark – im Bild St. Peterzell – wird am 30. November abgestimmt. (Bild: Luca Linder)

LESERBRIEFE

Mit ihrer Schürerei von Angst vor neuen gesetzlichen Vorschriften und Verboten versuchen die Gegner des Naturparks Neckertal die Bevölkerung zu verunsichern und sie von einer Zustimmung zum Parkvertrag abzuhalten. Es wird sogar damit gedroht, dass bei einem Ja zum Naturpark das Kieswerk Nassen geschlossen werden müsse und Arbeitsplätze verloren gingen. Die Kiesgrube Nassenfeld ist zwar im Managementplan zusammen mit der Staatsstrasse Herisau–Lichtensteig, der Bahnlinie St. Gallen–Wattwil und der Hochspannungsleitung Uznach–St. Gallen als kleinere Beeinträchtigung des Naturparkgebietes aufgeführt. Daraus eine Schliessung dieser Anlagen abzuleiten, ist aber masslos übertrieben.

Den Befürwortern wird auch vorgeworfen, dass sie eigentlich gar keinen Naturpark wollen, sondern dahinter ein Tourismus- und Wirtschaftsförderungsprojekt verstecken. Diese Unterstellung kann ganz klar widerlegt werden, denn gemäss der Pärkeverordnung ist es nämlich das erklärte Ziel des Bundes, nebst der Erhaltung und Aufwertung von Natur und Landschaft eine nachhaltig betriebene Wirtschaft und den naturnahen Tourismus zu fördern. In die gleiche Richtung zielt übrigens auch die Agrarpolitik 2014–2017 des Bundes, die eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion unterstützen will. Von den Gegnern wird kritisiert, dass ein Naturpark das falsche Instrument zur Förderung des Neckertals sei. Die Frage nach dem richtigen Förderinstrument blieb allerdings unbeantwortet.

Als ehemaliger Gemeindepräsident von Brunnadern habe ich mich aktiv an verschiedenen Förderprojekten beteiligt, wie dem Regio-Plus-Projekt «NeckerErlebnistal», dem Entwicklungskonzept Neckertal und der Neckertal Outdoor AG. Diese Projekte sind alle daran gescheitert, dass die nötige Zeit, die personellen Ressourcen und finanziellen Mittel zur Umsetzung fehlten. Genau hier liegt der grosse Vorteil des Naturparkprojektes. Die zehnjährige Vertragsdauer gibt uns die nötige Zeit, Projekte nicht nur zu entwickeln, sondern auch umzusetzen. Dank Bundes- und Kantonsbeiträgen kann eine wirksame Standortförderung betrieben werden, die den finanzschwachen Gemeinden aus eigener Kraft nicht möglich ist. Eine professionelle Geschäftsstelle kann die Projekte bearbeiten und deren Umsetzung administrativ unterstützen. Obwohl vom Naturpark keine Wirtschaftswunder erwartet werden können, ist es gegenwärtig das einzige taugliche Instrument, dem Neckertal etwas mehr Schwung zu verleihen. Lassen wir uns von der Angstmacherei der Gegner nicht einschüchtern und halten wir uns an das Sprichwort «Wer wagt gewinnt». Gehen wir am 30. November an die Urne und sagen Ja zum Naturpark Neckertal.

Adolf Fäh, Hofstettenstrasse 11, 9125 Brunnadern

Naturpark und Vorschriften

Die Diskussion, ob nun der Naturpark Neckertal neue Vorschriften bringt oder nicht, wird in meinen Augen falsch geführt. Das beste Beispiel liefert Herr Aebersold, der Quad-Unternehmer aus dem Naturpark Gantrisch. Eingereiht in die Gegnerschaft, erläuterte er am ersten Naturpark-Podium, dass er nicht mit dem Label Naturpark werben dürfe.

Wenn man genau hinschaut, beweist er ja gerade, dass für Unternehmen ausserhalb des Naturparks dieselben Regeln gelten wie bei uns heute. Sein Unternehmen existiert ohne jegliche Zusatzvorschriften. Er, der erklärte Gegner, möchte aber marketingtechnisch gerne vom Label profitieren. Hier greifen nun die Naturparkvorschriften: wer sich an einem Label beteiligen und folglich profitieren will, der unterwirft sich freiwillig entsprechenden Vorschriften. Genauso gelten in der Landwirtschaft die Bio-Vorschriften nur für jene Landwirte, welche Produkte mit dem Bio-Label vertreiben wollen. Lassen wir uns also von den Vorschriftendrohungen nicht einschüchtern. Geben wir unserem Tal mit einem Ja eine Chance.

Walter Rimensberger, Gemeinderat CVP, Wigetshof, 9621 Oberhelfenschwil

Perspektiven fürs Neckertal

Als Betreiber eines Lebensmittelgeschäftes finde ich es gut, wenn Erika Meier den Dorfladen unterstützt und einheimische Produkte dort einkauft.

Jedoch nur dank dem «Naturpark Neckertal als Kandidat regionaler Naturpärke» konnte eine grosse Plattform von einheimischen Produkten realisiert und gebündelt werden – notabene ohne Kosten für die Anbieter. Auch die Landwirte haben dank dem Naturpark Neckertal als einzige Region bereits gewisse Subventionen erhalten. Andere Regionen im Kanton St. Gallen werden diese erst im nächsten Jahr bekommen.

Genauso ist eine hochstehende Wander-/Bikerkarte mit allen erdenklichen Informationen entstanden, welche gratis abgegeben werden kann und von den Besuchern des Neckertals geschätzt wird. Die Biker, welche in unserem Geschäft die Zwischenverpflegung einkaufen, wie auch viele Wanderer sind voll des Lobes für diese Karte! Dank dem Naturparkgeld konnte diese Karte realisiert werden – ohne die immer wiederkehrende Frage für ein Inserat zu Lasten der «Gewerbler» im Neckertal. Aktuelles Prospektmaterial für unser Tal in ansprechender Optik konnte bereits realisiert werden – in den vergangenen Jahren fehlte das Geld für diese Investition.

Die Leute, welche in der Geschäftsstelle arbeiten, wohnen im Neckertal und sind somit Steuerzahler im Einzugsgebiet des Naturparks. Hier in Mogelsberg haben wir in den letzten Jahren nur Schliessungen hinnehmen müssen – Neugründungen und Zuzüge hat es keine gegeben – auch im ganzen Neckertal ist in dieser Sache sehr wenig geschehen.

Mit dem Naturpark haben wir die Chance, die Negativspirale zu durchbrechen oder einzuhalten – um unserer Jugend wieder Perspektiven im Neckertal geben zu können. Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass wir abstimmen und ein Ja für den Naturpark einlegen. Denken wir an die Zukunft für unsere jungen Leute!

Reinhard Schöb, Dorfstrasse 21, 9122 Mogelsberg

Wie im Jodellied«Wenn's tägelet»

Am vergangenen Montag haben die Herren Regierungsräte Haag und Klöti die interessierte Bevölkerung über den Projektierungsstand des Klanghauses am Schwendisee orientiert. Sie haben auch den zeitlichen Ablauf aufgezeigt, wonach die Eröffnung im Jahre 2020 erfolgen könnte.

Auch aufgrund der gezeigten Unterlagen scheint mir, dass die Botschaft bei den Zuhörern gut angekommen ist; man beginnt an das Klanghaus und seine direkten und indirekten Auswirkungen zu glauben. Mit dem Bau des Gipfelrestaurants auf dem Chäserrugg, der Modernisierung der Bahnen, der Wohnbauten im Dorf Unterwasser selber ist eine echte Aufbruchstimmung im privatwirtschaftlichen Bereich sichtlich spürbar geworden. Ich danke dem Regierungsrat, dass auch er gewillt ist, über das Klanghaus als kulturelles Projekt Wirtschaftsförderung zu betreiben und dem Toggenburg einen passenden Mosaikstein für seine weitere Zukunft einzufügen. Ich habe nur die eine Bitte, dass es zügiger vorwärtsgehen möge.

Ob solcher positiven Signale kommt mir das einfühlsame Jodellied von Peter Roth in den Sinn, das den Titel trägt: «Wenn's tägelet». Ich glaube daran!

Franz Bollhalder, Dörfli,

9656 Alt St. Johann.