Angepasste Lernziele

Seit bald zwölf Jahren besteht die Tagessonderschule im Lindenhof. In diesem Frühling widmet sich die ältere Schülergruppe der «Medienkompetenz». Ein Besuch an der Gossauerstrasse.

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Lehrer Eric Schaffhauser im Zimmer der Schulgruppe 2. (Bild: pd)

Lehrer Eric Schaffhauser im Zimmer der Schulgruppe 2. (Bild: pd)

herisau. Die neun Schülerinnen und Schüler der Gruppe 2 (Mittelstufe) erarbeiten einen persönlichen Steckbrief. Während einige Kinder einfache deutsche Sätze konstruieren, schreibt einer in fehlerfreiem Englisch: «I am 13 years old.» Die Beschäftigung auf sehr unterschiedlichem Niveau ist hier Alltag. Vieles läuft in individuell angepasster Planarbeit. Im Schulzimmer lassen sich beispielsweise Mathematiklehrmittel von der 1. bis zur 6. Klasse finden. «Die Kinder haben eigene, angepasste Lehrpläne», sagt Cornelia Buder, Sozialpädagogin der Schule.

Zwei oder drei Jahre

An den Wänden hängen bildliche und textliche Erinnerungen an auswärtige Aktivitäten und Besuche, zum Beispiel im Karateclub und in einer Molkerei. «Wir versuchen immer wieder, Kontakte mit der Öffentlichkeit und der Gemeindeschule herzustellen», erzählt Lehrerin Beatrice Thomann. Für den Turnunterricht sind die Kinder im Schulhaus Waisenhaus zu Gast; für das Schwimmen und Eislaufen begeben sie sich ins Sportzentrum. An vier Wochentagen nehmen sie das Mittagessen im Lindenhof ein, sie werden in die Vorbereitungsarbeit eingebunden. 17 Kinder besuchen die Schule in zwei Gruppen; die meisten halten sich zwei oder drei Jahre im Lindenhof auf. Einige Kinder kommen aus der nächsten Umgebung, manche wohnen in Richtung St. Gallen oder Toggenburg. Der Unterricht wird ergänzt mit verschiedenen Therapien.

Je weiter aussen…

Zurück zur Arbeit im Schulzimmer: Was dürfen oder müssen andere von mir wissen? Was teile ich nur meinem Tagebuch mit? Mit einem Elternanlass sei die Schule Anfang Jahr ins Thema Medienkompetenz eingestiegen; nun finden bis zu den Frühlingsferien jeweils am Montag zwei entsprechende Lektionen statt. Die Schülerinnen und Schüler spielen «Chat»: Sie sitzen Rücken an Rücken, bedienen fiktiv eine virtuelle Tastatur, stellen sich und ihre Hobbies vor. Vorgängig hätten sich die Schüler auch ins Thema Werbung vertieft, Werbespots hinterfragt, eigene Ideen in Szenen dargestellt, erzählt Lehrer Eric Schaffhauser. «Wir haben diskutiert, welche schöne Erlebnisse es beim Fernsehen geben kann, aber auch welche schwierige Momente.» Im Zimmer hängt ein Plakat mit dem Titel «Eine Welt ohne Medien». Was dann fehlt, ist aufgelistet: Mitteilungsfluss, Zeitvertrieb, Informationen… Der Lehrer erklärt die nächste Aufgabe. Es sind zwei Kreise zu zeichnen. «Schreibt Informationen über euch auf das Blatt: Je weiter aussen ihr die Stichwörter schreibt, desto mehr Leute können und sollen davon erfahren.» (pd)

www.tagesschule-lindenhof.ch

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