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«Es ist schade, wenn am Sonntag alle Beizen im Dorf geschlossen haben»: Andreas Frey hat erste Ideen für den Ausserrhoder Tourismus

Andreas Frey, neuer Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AR, sieht Potenzial in der Gastronomie und beim Hotelangebot. Er will aus dem Appenzellerland aber kein Disneyland machen.
Natascha Arsic
Der 28-jährige Andreas Frey ist seit zwei Wochen Geschäftsführer der Ausserrhoder Tourismusorganisation. (Bild: Natascha Arsic)

Der 28-jährige Andreas Frey ist seit zwei Wochen Geschäftsführer der Ausserrhoder Tourismusorganisation. (Bild: Natascha Arsic)

Seit Anfang des Monats ist Andre­as Frey neuer Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AR. Er übernahm damit die Nachfolge von Urs Berger, der das Unternehmen nach elf Jahren auf eigenen Wunsch verlassen hat. «Ich wurde von allen herzlich empfangen und habe bislang nur positive Reaktionen bekommen», sagt Frey. Er sei höchst motiviert und freue sich darauf, mit dem erfahrenen Team und Vertretern der Branche zu arbeiten. Konkrete Strategieanpassungen für den Ausserrhoder Tourismus hat der neue Geschäftsführer in seiner zweiten Arbeitswoche noch nicht.

«Jetzt geht es mir vor allem darum, alle Informationen wie ein Schwamm aufzusaugen, die einzelnen Leistungsträger der Branchen kennen zu lernen und ihnen zuzuhören.»

Sein Vorgänger und die Mitarbeiter hätten bisher gute Arbeit geleistet. «Sie haben mit einem kleinen Budget viel erreicht, an vielen Orten läuft es bereits sehr gut», meint Frey.

Eine Schwierigkeit sei aber das im Kanton fehlende Hotelangebot. Es habe in der Vergangenheit bereits verschiedene Projektideen gegeben. Weiter sieht der St. Galler Potenzial in der Gastronomie. «Es ist für den Gast schade, wenn an einem Sonntag alle drei Beizen im Dorf geschlossen haben», sagt er.

Von Amsterdam nach Herisau

Trotz seines jungen Alters bringt der 28-Jährige einiges an Erfahrung mit. «Die Tourismusbranche hat mich schon von klein auf fasziniert», sagt Frey. Die letzten drei Jahre lebte er in Amsterdam und arbeitete dort als Marketing Manager bei Schweiz Tourismus Benelux. «Das war ein sehr dankbarer Job. Im Gegensatz zu vielen Schweizern wollen Holländer nämlich nicht unbedingt immer nur ans Meer, denn das haben sie ja vor der Haustür. Deshalb sind sie grosse Fans unserer Berge», so der Tourismusexperte.

Eigentlich hätte er sich vorstellen können, noch länger in der niederländischen Hauptstadt zu bleiben. Doch als Frey von der freien Stelle bei der Ausserrhoder Tourismusorganisation erfuhr, habe er sich gleich dafür beworben. Für die Einarbeitung ist der 28-Jährige extra mehrmals nach Herisau gereist.

«Ein weiterer Grund für die Rückkehr in die Ostschweiz ist meine Partnerin, die hier lebt.»

Zurzeit sei der grösste Teil seines Hab und Guts noch in Kartonschachteln verpackt. Ab November werden der St. Galler und seine Lebensgefährtin dann eine gemeinsame Wohnung in Herisau haben.

Aber auch in den restlichen Regionen der Schweiz kennt sich der Tourismusexperte aus. Bevor er nach Amsterdam ging, arbeitete er nämlich eine Zeit lang als Online-Marketing-Manager bei Thurgau Tourismus. Und:

«Meine Eltern haben früher mit uns jährlich eine Reise durch die Schweiz gemacht. Ihnen war wichtig, dass wir unser Land kennen.»

Zudem nutzten sie jeweils zwei Wochen, um Wanderferien zu machen. Dies entfachte seine Leidenschaft für die Natur, welche bis heute anhält. Draussen zu sein, gebe ihm wieder Energie für Neues.

«Ausserrhoden ist der Kanton mit dem dichtesten Wandernetz in der Schweiz. Das ist ein grosser Teil des Appenzeller Images», so der 28-Jährige. Zusätzlich würden aber auch Brauchtum, Tradition und das Handwerk eine grosse Rolle spielen.

Zusammenarbeit mit Innerrhoden auch wichtig

«Die Aufgabe von Appenzellerland Tourismus AR ist die Vermarktung und touristische Weiterentwicklung des ganzen Kantons. Aber auch die Zusammenarbeit mit Innerrhoden ist für uns wichtig», sagt Frey. Für den neuen Geschäftsführer ist der Tourismus ein Bestandteil und eine Folgeerscheinung einer modernen Gesellschaft. Einen Übertourismus wie beispielsweise in Amsterdam oder Barcelona befürchte er aber nicht.

Die Schweiz und das Appenzellerland seien zwar beliebte Reiseziele und einige Orte gewinnen an Popularität. Doch aufgrund der Preise hierzulande glaubt der Tourismusexperte nicht, dass es kurzfristig zu einem ernsthaften Problem wird. «Wir müssen aber vorsichtig sein, dass wir aus dem Appenzellerland kein Disneyland machen», so der St. Galler.

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