An einem «oofründleche Tag»

Falls heute schönes Wetter ist, sei gesagt, dass ich die Brosmete Anfang Mai an einem düsteren Tag geschrieben habe, als es weder regnete noch ein Sonnenstrahl zu sehen war und die ganze Welt in Grau gehüllt war. «Eyjafjalla spuckt wieder Asche!» waren die News.

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Falls heute schönes Wetter ist, sei gesagt, dass ich die Brosmete Anfang Mai an einem düsteren Tag geschrieben habe, als es weder regnete noch ein Sonnenstrahl zu sehen war und die ganze Welt in Grau gehüllt war. «Eyjafjalla spuckt wieder Asche!» waren die News. Ärgerlich für alle, die fliegen sollten oder wollten – wie schnell uns doch die Natur einen Strich durch die Rechnung machen kann.

Was, wenn er weiterspuckt, wenn andere Vulkane auch zu spucken beginnen? Wer soll ihnen Einhalt gebieten? Die Erde macht sich kein Gewissen, und wenn sie die ganze Menschheit ausspuckt, hat einmal jemand geschrieben. Vor bald 200 Jahren ist in Indonesien der Vulkan Tambora ausgebrochen. «Durch die Explosion wurden 90 bis 180 Kubikmeter Gestein, Asche und Staub bis in 70 Kilometer Höhe geschleudert und verdunkelten den Himmel. Die Sprengkraft entsprach etwa 170 000 Hiroshimabomben.

Die dichten Aschewolken führten in einem Umkreis von 500 Kilometern drei Tage lang zur kompletten Verdunklung. Die Staubteilchen wurden durch Luftströmungen um die ganze Erde verteilt und verursachten sogar noch in Europa Missernten und Hungersnöte.» (Wikipedia) Dieses Naturereignis war auch schuld an der Hungersnot von 1816/17, als im Appenzellerland viele Leute vor Hunger starben, andere auswanderten oder in fremde Kriegsdienste zogen und als der Zar von Russland die hungernden Appenzeller mit Kornlieferungen unterstützte.

Der Winter 1815/16 war der kälteste, seitdem das Wetter aufgezeichnet wird – der darauffolgende Sommer wurde Schneesommer genannt. Die Hungersnot betraf vor allem die Ärmsten, und diese glaubten an eine Strafe Gottes. Was soll's, es ist lange her, und wir haben genug zu essen. Es wird von Klimaerwärmung gesprochen und nicht von Zeiten ohne Sonne und ohne Sommer. Wie haben mich jetzt der Vulkan in Island und ein unfreundlicher Tag zum «Noesinne» gebracht. Der nächste Sonnenstrahl wird hoffentlich meine Wolken verscheuchen.

Esther Ferrari