An einem neuen Standort

Wer in der kalten Jahreszeit mit dem Töff über Land zuckelt, sich am Abend an ein Lagerfeuer setzt und danach im eigenen Zelt übernachtet, trifft meistens und immer wieder auf dieselben, leicht verrückten Leute.

Fränzi Göggel
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Auf engsten Raum drängten sich die zahlreichen Gespanne. (Bild: Fränzi Göggel)

Auf engsten Raum drängten sich die zahlreichen Gespanne. (Bild: Fränzi Göggel)

ENNETBÜHL. Das 17. Wintertreffen der Motorradfreunde Toggenburg fand vergangenes Wochenende an einem neuen Standort statt. Vor dem Dorf Ennetbühl, da wo der Umbauspezialist Andreas Lieberherr sein eigens erbautes irisches Holzdörfli des Sommer-Irish-Open-Airs deponiert hat, trafen sich die Wintertöffler aus nah und fern. «Wir dürfen auf dem Boden von Andreas Lieberherr unser Treffen veranstalten», lobt OK-Präsident Peter Tanner und fährt fort: «Dass wir das irische Dörfli benützen dürfen, ist uns eine Ehre. Die diversen Pubs, die der unendlich kreative Andreas Lieberherr erschuf, bringen ein tolles Ambiente für unser Treffen.»

Kein Matsch, trotz Regen

Diverse Lagerfeuer flackerten und rauchten schon am Nachmittag. Auf der Wiese bauten die Neuankömmlinge ihre Zelte auf. Das Areal im Dörfli war dick mit Holzschnitzeln ausgelegt, so entstand trotz intensivem Regen am Freitag kein Morast. Ein jeder konnte daher ohne Schiebehilfe von Dritten wieder losfahren.

Ein letzter Sonnenstrahl huschte glänzend über das Säntismassiv, die langen Schatten verschwanden und sofort wurde es empfindlich kalt. Trotz drei lodernden Feuern füllten sich die zahlreichen Pubs in den Hütten, Geschwätz und Gelächter drangen nach aussen in die kalte Nacht.

Ein Kuriosum

Wer oft im Winter an Töfftreffen fährt, stellt fest, man kennt sich, es kommen meist dieselben. Nicht so am Wintertreffen der Motorradfreunde Toggenburg. Kurioserweise finden sich in Ennetbühl sehr viele Winter-Töffler aus dem Ausland ein. Oft kommen sie in grösseren Gruppen angefahren. «Ich kann mir das auch nicht erklären», zuckt Peter Tanner mit den Schultern. «Mich freut es aber, wenn die Leute von so weit her kommen. Darum vergeben wir auch Pokale für die weiteste Anfahrt aus dem In- und Ausland und für den grössten anwesenden Club.» Mit acht Gespannen zum zweiten Mal dabei waren die Gespannfreunde Dreiländereck. Eine weitere Gruppe aus Aschaffenburg in Unterfranken (D) nahm 560 Kilometer unter die Räder. Die fünf Männer kamen auf Solo-Töffs dahergefahren, um im Toggenburg am Abend mit Gleichgesinnten zu feiern. Die Frage, warum sie einen so weiten Weg auf sich nehmen, beantwortete einer dieser Hutzelgrund-Buben so: «Weil es so schön war letztes Jahr.»

Auf einer Harley Davidson von 1948 fuhr Chrigel Kessler aus dem Raum Zürich vor. «Ja, die alte Harley ist mein Winterfahrzeug», beantwortete er neugierige Fragen. «Und wenn Schnee liegt, baue ich einen Seitenwagen dran.» Zum ersten Mal dabei waren zwei Italiener aus der Region Gardasee, und aus dem Inland sah man diverse Nummernschilder. Peter Tanner lässt sein Treffen in der Terminliste verschiedenster Töffmagazine erscheinen. «Heuer sind fünf Nationen vertreten», verrät er stolz. Dies oder die schöne Bergwelt könnten der Grund sein für die hohe Auslandpräsenz.

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