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An der Viehschau 2.0

Für mich ist seit je der Jahrmarkt ein Höhenlicht des Jahres. Gleichzeitig findet in meinem Heimatdorf auch die Viehschau statt. Auf dem legendären Landsgemeindeplatz in Hundwil stehen eng aneinander gereiht die Kühe und Stiere.
Emanuel Steiner

Für mich ist seit je der Jahrmarkt ein Höhenlicht des Jahres. Gleichzeitig findet in meinem Heimatdorf auch die Viehschau statt. Auf dem legendären Landsgemeindeplatz in Hundwil stehen eng aneinander gereiht die Kühe und Stiere. Der Stellenwert der bäuerlichen Haustiere ist seit Urzeiten sehr hoch und das ist auch der Grund, dass die Tiere auf die gleiche Seite schauen, wie früher die Regierung auf dem Stuhl. Als Kind interessierte uns aber eigentlich nur der Marktstand mit den «Chäpselipischtöleli», welche wir rennend um die Kirche auf Herz und Nieren testeten. Die Alternativen waren aber auch nicht sehr gross, da es keine Berg-und-Tal-Bahn mit ohrenbetäubender Musik und düster dreinblickender Karussellbremser gab. Mich erstaunen als Laie immer die vielen Fachprofis, welche die aufgefahrenen Tiere beurteilen. Die Viehschauen sind auch zu einem Touristenmagnet geworden. In Appenzell reisen unzählige Personen aus dem Nebel an, um sich darüber aufzuregen, dass Jugendliche mit ihren Cigarillos einen Nebel verursachen. Dieses Jahr sind 37 der rund 400 Innerrhoder Landwirtschaftsbetriebe mit fast 600 Tieren aufgefahren. Das sind fast zehn Prozent der Betriebe. Wie wäre es eigentlich, wenn jeder Betrieb die Top-Drei mit Joker an den Wettbewerb bringen würden? Das Ganze ginge viel gerechter über die Strohbühne. Mit Joker meine ich natürlich den Stier. Drei Kühe mit einem Spiel Schellen, vier Sennen und, wer hat, mit Stier. Das gäbe 1200 Kühe, 1200 Schellen, 1600 Sennen und ein paar Dutzend Stiere. Die weiblichen Tiere würde man auf dem Brauereiplatz bis zum Freibad aufreihen, die Stiere auf dem Landsgemeindeplatz, so zu sagen als Revival der Männer-Landsgemeinde und die 1200 Schellen erstrahlen links und rechts der Hauptgasse entlang. Punkt 16 Uhr gibt es dann die Preise für die leistungsstärkste Kuh, den schwersten Muni und das harmonischste Spiel Schellen, getestet von den Vorjodlern aller Jodlerclubs aus Ausserrhoden. Zu später Stunde wird in der Dreifachturnhalle Gringel noch der Schauabend durchgeführt mit Informationen vom Bundesrat und der Abgabe der neuen Reglemente, dekoriert mit einem Brüsseler Salat. Wenn ich nur wüsste, bei wem ich diese Idee plazieren soll.

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