Ampel nicht überall erwünscht

Von den angestrebten Ampeln in der Liebegg wird der Strassenverkehr in Richtung Stadtzentrum betroffen sein. Die Meinungen sind unterschiedlich: Prüfenswert finden es die Behörden, als Schikane bezeichnen es andere.

Bruno Eisenhut
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In der Liebegg könnte eine Ampel zur Entlastung des Verkehrs beitragen. (Bild: ker)

In der Liebegg könnte eine Ampel zur Entlastung des Verkehrs beitragen. (Bild: ker)

TEUFEN/ST. GALLEN. In der Liebegg vor den Toren St. Gallens soll ein Ampelsystem dazu beitragen, dass der Verkehr auf der Teufener Strasse stadteinwärts flüssiger wird (Appenzeller Zeitung von gestern). Das geht aus der Antwort des Stadtrates auf eine entsprechende Anfrage von CVP-Stadtparlamentarier Beat Rütsche hervor. Als oberstes Ziel wird angestrebt, dass der öffentliche Verkehr möglichst uneingeschränkt passieren kann.

TCS: Eine Schikane

Vom geplanten Ampelsystem wären Verkehrsteilnehmer aus dem Appenzeller Mittelland kommend betroffen. Im Wattbachwald wird eine Staubildung erwartet. Ausserrhodens Behörden zeigen sich offen gegenüber dem Vorhaben des Stadtrats. So erklärt Teufens Gemeindepräsident Walter Grob, dass er es vorziehe, einmalig vor einer Ampel haltzumachen, wenn anschliessend dafür der Verkehr in Richtung Stadtzentrum fliesse. Das Vorhaben mit dem Ampelsystem ist für Teufens Gemeindepräsident Walter Grob nicht gänzlich neu. Zu den jüngsten Plänen hätten zwischen der Gemeinde Teufen und dem Stadtrat aber noch keine Gespräche stattgefunden. «Dies wird sicherlich in nächster Zeit geschehen», so Grob.

Wenig erfreut über das Vorhaben des Stadtrats zeigt sich Luigi Rossi. Der Rechtsanwalt ist Präsident der TCS-Sektion St. Gallen-Appenzell Innerrhoden. «Ein weiteresmal wird der öffentliche Verkehr zulasten des Individualverkehrs bevorzugt», so sein Fazit. Mit dem geplanten Ampelsystem gehe es dem Stadtrat lediglich darum, den Individualverkehr zurückzudrängen. Stattdessen schlägt Luigi Rossi ein Zusatzangebot für den Individualverkehr vor. «Dadurch könnte der öffentliche Verkehr auch entlastet werden.» Rossi bemängelt zudem, dass es bei früheren Verkehrsplanungen verpasst worden sei, den Verkehrsfluss optimal in das Stadtzentrum zu führen. Für Rossi steht fest: «Ich bin mit dem Vorhaben nicht einverstanden. Hier handelt es sich um eine Schikane.»

Teil des Aggloprogramms

Das geplante Ampelsystem möchte Ausserrhodens Kantonsingenieur Urban Keller nicht einfach im einzelnen betrachten. Die angestrebte Massnahme in der Liebegg sei den Ausserrhoder Behörden bekannt. «Dieses Vorhaben ist ein Teil des Aggloprogramms 2015 bis 2018 und soll zur Dosierung des Verkehrs in das Stadtzentrum beitragen.» Dieses Programm werde grundsätzlich vom Ausserrhoder Regierungsrat unterstützt.