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Am Schwägalp-Schwinget gabs auch Feingliedriges zu entdecken

13250 Zuschauer hielten sich am Schwägalp-Schwingfest auf. Sie erlebten einen freundlichen Speaker und ein wartendes «Monster».
Lukas Pfiffner
Grosser Andrang am diesjährigen Schwägalp-Schwinget. Die sportlichen Wettkämpfe finden in der Arena statt. Bild:Urs Bucher/TAGBLATT

Grosser Andrang am diesjährigen Schwägalp-Schwinget. Die sportlichen Wettkämpfe finden in der Arena statt. Bild:Urs Bucher/TAGBLATT

Das Schwägalp-Schwinget ist frühmorgens beim Parkieren auf den steileren und noch feuchten Wiesenabschnitten eine Testveranstaltung für die Berggängigkeit einiger Personenwagen. Es ist aber auch Spitzensportanlass, Volksfest, Sonntagsmarkt, Klassenzusammenkunft, Edelweisshemden-Schau. Und ein Treffen von Hutbesitzerinnen und -besitzern, obwohl die Temperaturen etwas weniger hoch sind als auch schon. Kapuzenpullis mit Schwägalp-Logo sind zu kaufen. Auch im traditionsbewussten Schwingsport heissen sie Hoodies. Ein Grossverteiler lässt statt auf Büchsen auf Sonnen-, Käse- und Schwingerhosensymbole werfen. Ein Stromerzeuger verschenkt via Glücksrad Soft Ice. «Sicher haben wir viele Stammbesucher hier», sagt der Speaker. Trotzdem möchte er auf die Farben der Schwinger hinweisen. «Die helle Hose trägt jener, dessen Nachname im Alphabet weiter vorne ist. Die dunkle gehört jenem, der weiter hinten liegt.» Ein T-Shirt eines Zuschauers trägt den Satz: «Wenn Schwingen einfach wäre, würde es Fussball heissen.» Die Lebendpreise werden nicht mehr in die Arena geführt Auf den Wiesenflächen oberhalb der Nettenfeld-Tribüne sitzen und stehen die Besucher nicht ganz so dicht wie vor einem Jahr. Bis um 15 Uhr sind gestern die Kassen geöffnet. Der Speaker ist so freundlich und fordert den Besitzer eines aufgefundenen Tribünenbillettes zum Abholen auf.

Die Zuschauerzahl wird mit 13250 angegeben. Zu den neuen Sicherheitsmassnahmen gehört, dass die Lebendpreise nicht mehr in der Arena präsentiert werden. «Das ist ja ein Monster», stellt ein Besucher fest, als er im Unterstand den Zuchtstier Guido sieht. Kinder sind dagegen eher vom feingliedrigen Zuchtfohlen Hakima vom Fribihof angetan.

Zu Besuch beim Gästeapéro

Das Wimbledon der Bergfeste.» Hans Höheners Definition ist nicht unbescheiden, sondern die Wirklichkeit. Er ist für die Betreuung der Ehrengäste zuständig. Zu diesen gehört Ueli Maurer. Der Bundespräsident zeigt sich wie gewohnt volksnah und unkompliziert, posiert für Fotos mit vielen Bekannten und manchen Unbekannten. Der Apéro für Sponsoren, Vertreter aus Verbänden, Politik und Wirtschaft wird folkloristisch begleitet – von Jodelgruppen, Alphornbläsern und Fahnenschwingern. Ueli Maurer freut sich: «Eben haben hier noch Kühe geweidet, heute steht da eine bestens funktionierende Infrastruktur für Tausende Besucher.» Ein paar Meter neben Maurer liegen Ziegen im Schatten. Ein anderes Tier ist beim Empfang ebenfalls ein Thema: Als «Zug-Ross» bezeichnet Hans Höhener den Präsidenten des Organisationskomitees, Niklaus Hörler. (pf)

Zu Besuch bei den Funktionären

In einer Garage der Säntisbahn-Talstation ist das Personalbüro untergebracht. Rund 900 Helferinnen und Helfer sind den Ressorts zugeteilt. «Die Grösse M sollte passen», sagt eine Frau. Aktuell bekommen gerade Leute aus der Frauenriege Uzwil und vom TV Urnäsch ihr hellgrünes T-Shirt und die Verpflegungsbons. Das Servierpersonal erhält Münz und wenn nötig ein Portemonnaie. «Viele kommen aus dem Umfeld der Schwingclubs», erklärt Corina Inauen. Sie sitzt am Computer und kontrolliert die Personallisten. «Die Anzahl der T-Shirt-Grössen basiert auf Erfahrungswerten.» Im Ressort Bau sind die meisten Arbeiten natürlich vor und nach dem Fest zu erledigen. Aber auch am Sonntag sind Leute im Einsatz, zum Beispiel für die Überwachung der Bauten, für Pikettdienste im Bereich Internet und Strom, für die Entsorgungsarbeiten bei den Toiletten. (pf)

Zu Besuch im Mediencorner

92 Journalisten sind akkreditiert. «Das sind weniger als auch schon, wohl wegen des nicht ganz so namhaften Teilnehmerfeldes», sagt Valentin Hörler. Er ist aufmerksamer und liebenswürdiger Medienverantwortlicher des Anlasses und Sohn des OK-Präsidenten. Allein 37 Personen arbeiten für das Fernsehen: SRF überträgt live. Einige Print- und Onlinejournalisten machen sich dies zunutze und schauen die entscheidenden Schwünge quasi ganz aus der Nähe auf ihrem Laptop. Für die Berichterstatter ist ein WLAN eingerichtet. Den Fotografen steht hinter der Haupttribüne ein Raum mit Arbeitsplätzen zur Verfügung. Nach zehn Jahren verabschiedet sich Valentin Hörler von den Journalisten. Er gibt sein Amt ab. «Ich freue mich, im nächsten Jahr unter den Zuschauern zu sitzen und einen Kafi Lutz zu trinken.» Er stellt an der Medienorientierung seinen Nachfolger Karl Metzger vor. (pf)

Zu Besuch bei der Polizei

«Das Schwingfest ist aus polizeilicher Sicht meist ein unproblematischer Anlass», sagt Anton Sonderegger, Mitglied der Medienstelle der Ausserrhoder Kantonspolizei. In aller Regel ist die Atmosphäre friedlich, Ausschreitungen wie etwa an einem Fussballspiel in St. Gallen sind nicht zu erwarten. Ein Dispositiv ist trotzdem eingerichtet, wie es sich für einen Grossanlass gehört. «Wenn ein Ernstfall eintreten würde, müssten wir die Einsatzleitung sicherstellen.» Im Vordergrund stehen aber andere Dienste, etwa als Fundbüro oder bei der Entgegennahme von Anzeigen und Vermisstmeldungen. Die Polizei sei die Schnittstelle zwischen hilfesuchenden Menschen und den Organisatoren. Und mitverantwortlich für die Verkehrsregelung talwärts und bergwärts: Um eine hohe Mobilität zu gewährleisten, seien auch Motorräder im Einsatz, sagt Anton Sonderegger. (pf)

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