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Ausserrhoder verreisen in den Sommerferien am liebsten weit weg

Wohin darf es in den Sommerferien gehen? Die Klimadebatte lässt viele Ausserrhoder kalt.
Martin Schneider
Weit entfernte Destinationen und damit Flugreisen sind noch immer sehr gefragt. (Bild: Getty)

Weit entfernte Destinationen und damit Flugreisen sind noch immer sehr gefragt. (Bild: Getty)

Klimadebatte und «Flugscham» zum Trotz: Ferien in weit entfernte Destinationen und Flugreisen erfreuen sich weiterhin grosser Beliebtheit, auch unter Innerr- und Ausserrhoder Jugendlichen. Zumindest entsteht dieser Eindruck, wenn man sich bei hiesigen Reisebüros über die aktuell beliebten Reiseziele und Reisearten informiert.

«Wir haben eine sehr vielfältige Kundschaft und klare Trends gibt es daher nicht», gibt Sabine Nyffeler, stellvertretende Geschäftsführerin bei Müllener Touristik AG, zu bedenken. Im Herisauer Reisebüro seien für den Sommer viele Städtereisen gebucht worden und auch Destinationen in Norddeutschland und Skandinavien würden sich grosser Beliebtheit erfreuen. Ungebrochen ist die Anziehungskraft von weit entfernten Destinationen wie Australien, Neuseeland oder Ländern im südlichen Afrika. Nyffeler sagt:

«Bezüglich Langstreckenreisen kann von einer konstanten Nachfrage gesprochen werden.»

Ein Buchungsrückgang für die Saison 2019, etwa aufgrund der aktuellen Debatten um mehr Klimaschutz und der diesbezüglich häufig erwähnten «Flugscham», sei für die Kundinnen und Kunden von Müllener Touristik nicht erkennbar. Die Sensibilität für solche Themen sei durchaus gestiegen und die Leute würden vermehrt über die Option einer Zugreise nachdenken. Aber eine Bereitschaft zum Verzicht auf Langstreckenreisen sei nicht erkennbar.

Auf dem Lande noch 
nicht angekommen?

«Es gibt sogar Aussagen von Kunden, dass der Flugverkehr zu sehr als schwarzes Schaf dargestellt wird im Vergleich zu anderen CO2-Verursachern wie der Industrie, Landwirtschaft oder Kohlekraftwerken», sagt Sabine Nyffeler. Immer mehr zum Thema werde die Flugmeilen und den dabei entstandenen CO2-Ausstoss über Abgaben an die Stiftung myclimate zu kompensieren. Diese fördert mit dem Geld Klimaschutzprojekte.

Welcher Prozentteil der Kunden sich für diese Option entscheiden, kann Nyffeler nicht sagen. Jeder ausgehändigten Offerte werde ein Flugblatt von myclimate beigelegt. Das Reisebüro prüft zudem, die Kunden künftig direkt auf die Möglichkeit einer Kompensation anzusprechen. Nyffeler sagt:

«Bis anhin waren wir damit zurückhaltend, weil wir nicht als Lehrmeister auftreten wollten. Aber andere Reisebüros machen das bereits.»

Und wie steht es um die Jugendlichen, die im Reisebüro buchen? Eine Entwicklung dahingehend, dass sich das Buchungsverhalten der Jungen aufgrund der Klimadebatte verändert habe, ist gemäss Sabine Nyffeler nicht erkennbar. Über das Weshalb kann Nyffeler nur Vermutungen anstellen. «Veränderungen, die in Städten und Universitäten stattfinden, brauchen vielleicht einfach eine gewisse Zeit, bis sie auf dem Land zu einer geänderten Meinungsbildung beitragen.»

Billigfluglinien machen 
Flugreisen noch beliebter

Bei der auf Portugalreisen spezialisierten Portimar GmbH aus Gais ist neben dem westeuropäischen Land vor allem Kanada als Sommerreisedestination hoch im Kurs. Bezüglich Flugreisen sagt Geschäftsinhaberin Maria Amanda Machado de Sousa Braun: «Es fliegen immer mehr Leute zu weit entfernten Destinationen und viele dieser Flüge sind voll besetzt.» Zu dieser Entwicklung beigetragen hat gemäss der Geschäftsinhaberin vor allem das Aufkommen von Billigfluglinien. «Als es noch keine Low-Cost-Flüge gab, sind mehr Menschen mit dem Zug oder dem Auto in die Ferien gereist.»

Kritische Gedanken bezüglich des Klimas seien bei
den Kundinnen und Kunden der Portimar GmbH kaum erkennbar, so die Geschäftsinhaberin. Die Mehrheit der Kunden seien Erwachsene, doch auch bei den Jugendlichen sei die Lust auf Flugreisen ungebrochen. «Auch junge Leute fliegen gerne und sie wollen so günstig wie möglich fliegen.» Anders als bei Müllener Touristik bietet die Portimar GmbH die Möglichkeit von Zugreisen nicht an.


Bei den Flügen, die in ihrem
Reisebüro angeboten werden, sei eine CO2-Abgabe bereits im Preis enthalten. Maria Amanda Machado de Sousa Braun sagt:

«Ehrlich gesagt, habe ich noch nie daran
gedacht, eine zusätzliche Klimakompensationen anzubieten. Aber wir schauen uns sicher
an, was wir diesbezüglich machen können.»

Bei den Buchungen ist eine weitere Entwicklung erkennbar. Immer mehr Menschen bleiben im Sommer in der Schweiz und verschieben ihre Auslandferien auf den Herbst oder Winter.

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