ALTTOGGENBURG: Bläuling mit schwarzen Flecken entdeckt

Anfang Monat trafen sich über 30 Personen in der «Rose» in Müselbach zur Versammlung des Projektes «Natur pur an Necker und Thur».

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Der Schwarzfleckige Ameisenbläuling (Maculinea arion) wurde 2017 zum ersten Mal im Untersuchungsgebiet nachgewiesen. Fotografisch festgehalten wurde der Falter am 22. Juni. (Bild: PD)

Der Schwarzfleckige Ameisenbläuling (Maculinea arion) wurde 2017 zum ersten Mal im Untersuchungsgebiet nachgewiesen. Fotografisch festgehalten wurde der Falter am 22. Juni. (Bild: PD)

Unter den zahlreichen Gästen befanden sich Mitglieder der Gemeinderäte und Geschäftsführer neben Grundbesitzern und Fachleuten des Naturschutzes sowie Freiwillige, welche der Gemeindepräsident von Kirchberg, Roman Habrik, begrüsste. Reto Zingg, Projektleiter und Präsident der Schweizerischen Stiftung für Vogelschutzgebiete (SSVG), informierte über den aktuellen Projektstand und verdankte den Beteiligten ihre Mitarbeit.

Artenschutz entlang der Flüsse

Im Projekt «Natur pur an Necker und Thur» setzen sich die beteiligten Gemeinden Bütschwil-Ganterschwil, Kirchberg und Lütisburg, sowie die Regionalwerk Toggenburg AG zusammen mit der Schweizerischen Stiftung für Vogelschutzgebiete (SSVG) schon seit Jahren erfolgreich für den Artenschutz entlang der Fliessgewässer Necker und Thur ein. Insbesondere steht die Vernetzung von verschiedenen Landschaftsräumen zwischen Mühlau-Stutz und Bütschwil-Ganterschwil sowie deren Nutzung als Naturerlebnisraum mit einheitlichem Unterhalt und Betreuung im Mittelpunkt.

Die Aufsicht wird von zahlreichen Freiwilligen aus allen Gemeinden durchgeführt. Auch für das kommende Jahr haben sich wieder Interessenten für die Kontrollgänge eingeschrieben. Ein Informations- und Signalisationskonzept ermöglicht sowohl den Schutz als auch eine vielfältige Nutzung der Natur etwa durch die Wasserkraft, Land- und Forstwirtschaft und die erholungssuchende Bevölkerung. Das Projekt ist wichtig für die Vereinbarung von Nutzung und Erhaltung der Naturwerte. An der traditionellen Jahresversammlung wurden die neusten Untersuchungsresultate durch den Biologen Lukas Lischer der Öffentlichkeit vorgestellt. Sehr erfreulich war die Meldung über die guten Bestände der stark gefährdeten Gelbbauchunke (Bombina variegata).

Sumpfschrecke erstmals nachgewiesen

Als weitere stark gefährdete Art konnten zwei Bestände der Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) bestätigt werden. Als «besondere Leckerbissen» konnten während dem faunistischen Monitoring Erstfunde der als verletzlich eingestuften Sumpfschrecke (Stethophyma grossum) sowie die potenziell gefährdeten, Schwarzfleckigen Ameisenbläulings (Maculinea arion) verzeichnet werden.

Die Raupen von letzterem verbringen einen Teil ihrer Entwicklung im Nest der Säbeldornigen Knotenameise (Myrmica sabuleti), von deren Eiern und Larven sie sich, im Tausch mit Honigtau, den sie über Drüsen auf dem Rücken ausscheiden, ernähren. Erstmals wurden heuer im Nordteil auch die Laufkäfer (Carabidae) erfasst. Die Arten dieser Familie gelten als gute Bioindikatoren und können dadurch auf Störungen in ihrem Lebensraum hinweisen. Weiter erfolgte neben verschiedenen Erfahrungsberichten von Aufsichtspersonen auch ein Projektausblick für das nächste Jahr. Aus den bisherigen Funden werden Ziel- und Leitarten ausgeschieden, die während dem Monitoring stärker in den Fokus genommen werden. Damit kann einerseits gezielter auf deren Ansprüche eingegangen werden, andererseits werden dadurch auch weitere Arten mit ähnlichen Bedürfnissen gefördert und so die Vielfalt der Natur erhöht. (pd)