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Über 100 Jahre alt: Älteste Baulinienpläne werden aufgehoben

Zwei Baulinienpläne entlang der Kasernenstrasse in Herisau sind über 100 Jahre alt, und waren bis heute gültig. Nun will der Kanton die alten Regelungen abschaffen.
Ausschnitt Baulinienplan von 1911, Höhe Schulhaus Landhaus in Herisau. Bild: PD

Ausschnitt Baulinienplan von 1911, Höhe Schulhaus Landhaus in Herisau. Bild: PD

Sie gelten als die wohl ältesten Baulinienpläne des Kantons: Die beiden Pläne entlang der Kasernenstrasse in Herisau sind über 100 Jahre alt. Nun werden sie aufgehoben. «Wir hatten in den vergangenen Jahren schon viele Baulinienpläne aufgehoben. So alte jedoch noch nie. Die meisten stammten aus den 60er- und 70er-Jahren», sagt Kantonsingenieur Urban Keller.

Gültigkeit hatten die alten Baulinienpläne der Kasernenstrasse nach wie vor. Im Rahmen von Baubewilligungsverfahren hätten sie von Kanton und Gemeinde berücksichtigt werden müssen. Doch das geschah in jüngerer Vergangenheit wohl nicht immer, wie Keller vermutet. Die Pläne gerieten im Verlauf der Zeit in Vergessenheit. Heutzutage werden Sonderbaulinien im digitalen Geoinformationsportal publiziert und so allen zugänglich gemacht.

Doch was ist ein Baulinienplan überhaupt? Dieser besagt, in welchem Abstand entlang der Strasse das Gelände frei gehalten werden muss. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Kasernenstrasse in zwei Etappen zur repräsentativen Hauptverkehrsstrasse ausgebaut. Keller spricht von einer «Prachtstrasse», die sie werden sollte. Die Häuser wurden darum mit ausreichend Abstand zur Strasse gebaut. Die zwei Baulinienpläne hatten einen Korridor von 20 Metern Breite festgelegt; auf beide Seiten je zehn Meter ab der alten Strassenachse; heute gilt ein Abstand von fünf Metern ab Fahrbahnrand.

Die öffentliche Auflage der alten Pläne erfolgte im Jahr 1911 für das erste Teilstück und im Jahr 1913 für das zweite. Der Gemeinderat genehmigte die Pläne nach der Bereinigung der Einsprachen am 17. Juli 1913 und liess sie im März 1914 auf den betroffenen Grundstücken im Grundbuch eintragen. Die Kasernenstrasse wurde dann wie geplant ausgebaut und erhielt die heute noch erkennbare Gestalt. Die Einträge im Grundbuch blieben indes bis heute bestehen. Im Zuge des Aufbaus eines Katasters der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen überprüft das kantonale Tiefbauamt seit einiger Zeit die bestehenden Sonderbaulinien entlang der Kantonsstrassen auf ihre Zweckmässigkeit und hebt gegebenenfalls die alten Baulinien auf. Die öffentliche Auflage zur Aufhebung der Baulinienpläne aus den Jahren 1911 und 1913 entlang der Kantonsstrasse Nr. 1, Herisau-Winkeln, Kasernenstrasse, erfolgt vom 11. Februar bis 12. März bei der Gemeindeverwaltung. (kk/asz)

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