Altes Gemäuer mit Substanz und Potenzial

LICHTENSTEIG. Die Wohnlage der Liegenschaft sei als recht gut zu bezeichnen, insbesondere wegen der Nähe zum Zentrum, heisst es in der Verkaufsdokumentation. Der bauliche Zustand des Mehrfamilienhauses am Schabeggweg 7 in Lichtensteig wird in derselben Schrift jedoch als abbruchreif beschrieben.

Urs M. Hemm
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Die Gesamtfläche der Liegenschaft am Schabeggweg 7 in Lichtensteig beträgt 642 Quadratmeter. (Bilder: Urs M. Hemm)

Die Gesamtfläche der Liegenschaft am Schabeggweg 7 in Lichtensteig beträgt 642 Quadratmeter. (Bilder: Urs M. Hemm)

LICHTENSTEIG. Die Wohnlage der Liegenschaft sei als recht gut zu bezeichnen, insbesondere wegen der Nähe zum Zentrum, heisst es in der Verkaufsdokumentation. Der bauliche Zustand des Mehrfamilienhauses am Schabeggweg 7 in Lichtensteig wird in derselben Schrift jedoch als abbruchreif beschrieben. Dennoch: «Die Liegenschaft hat sehr viel Potenzial», sagt Peter Hüberli, Präsident der Ortsgemeinde Lichtensteig, der die Liegenschaft noch gehört. Noch, weil das Objekt am 23. Juni an einer freiwilligen öffentlichen Grundstücksversteigerung im Gemeindehaus Lichtensteig unter den Hammer kommen soll. Der erste Besichtigungstermin für interessierte Käufer ist morgen Samstag.

Andere Prioritäten

«Das genaue Alter des Hauses wie auch der Scheune war nicht mehr zu ermitteln. Wir wissen aber aus Aufzeichnungen, dass beides gut über 150 Jahre alt sein muss», sagt Peter Hüberli (siehe Kasten). Dass sich das Gebäude nach heutigen Massstäben in einem schlechten Zustand befinde, sei ihnen bewusst, bestätigt Ratsmitglied Ruedi Ehrbar. «In den vergangenen Jahrzehnten bewohnten nur zwei Mieter das Haus, denen ein günstiger Mietzins wichtiger als eine moderne Küchen- oder Badezimmereinrichtung war», sagte er. Zudem hätten das Bezirksgebäude mit dem Kreisgericht und das Toggenburger Museum für die Ortsbürgerschaft Priorität gehabt, ergänzt Hüberli. Als dann aber vor sechs Jahren die Heizung ausgetauscht werden musste, sei man sich des Zustandes bewusst geworden. In der Folge habe man im Rat diverse Optionen diskutiert und sei zum Schluss gekommen, dass mit einem Verkauf der Liegenschaft allen am besten gedient sei.

Erlös an Öffentlichkeit

Im Ortsbildinventar wird das Gebäude als «erhaltenswert» geführt. Dennoch könne es laut Verkaufsdokumentation «mit an fast hundertprozentiger Sicherheit nicht abgerissen werden». Demzufolge müsste das Gebäude von Grund auf saniert werden. Gemäss Expertenmeinung handle es sich nicht um ein Renditeobjekt, sondern um ein Gebäude für die überwiegende Selbstnutzung durch den jeweiligen Grundeigentümer. Das ganze Grundstück hat eine Fläche von 642 Quadratmetern und wird mit Gebäude und Schopf auf 270 000 Franken geschätzt. Das Mindestgebot an der Versteigerung beträgt 250 000 Franken.

Das Geld, das an der Versteigerung bezahlt wird, wird die Ortsgemeinde während längstens 25 Jahren in jährlichen Raten der Öffentlichkeit ausschütten. Konkret wird sie es in den Forst oder ins Toggenburger Ortsmuseum investieren.

Besichtigungstermine: Samstag, 18. April, 9 bis 12 Uhr, Freitag, 1. Mai, 14 bis 18 Uhr, und Mittwoch, 20 Mai, 15 bis 19 Uhr. Versteigerung: Dienstag, 23. Juni, 18 Uhr, Gemeindehaus Lichtensteig.

Der Kachelofen ist nach wie vor betriebsfähig.

Der Kachelofen ist nach wie vor betriebsfähig.

Aussicht über den alten Dorfkern von Lichtensteig.

Aussicht über den alten Dorfkern von Lichtensteig.

Das Tageslicht macht den Sanierungsbedarf sichtbar.

Das Tageslicht macht den Sanierungsbedarf sichtbar.

Peter Hüberli, Präsident Ortsbürgerrat Lichtensteig (rechts) und Ruedi Ehrbar, Ratsmitglied. (Bild: Hansruedi Kugler)

Peter Hüberli, Präsident Ortsbürgerrat Lichtensteig (rechts) und Ruedi Ehrbar, Ratsmitglied. (Bild: Hansruedi Kugler)

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