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Ende Februar müssen die Bewohner raus: Altersheim Büel in Stein schliesst

Die Tage des gemeindeeigenen Heims sind gezählt. Mehrere Versuche zur Realisierung eines Neubaus scheiterten. Ende Februar müssen die Bewohner ausziehen, den Mitarbeitern wird gekündigt.
Karin Erni
Das Altersheim Büel in Stein ist zu klein, um rentabel betrieben werden zu können. (Bild: KER)

Das Altersheim Büel in Stein ist zu klein, um rentabel betrieben werden zu können. (Bild: KER)

Die Gemeinde Stein schliesst ihr Altersheim per Ende Februar 2019. Dadurch verlieren 22 Mitarbeiter ihre Stelle, 15 Bewohnende müssen eine neue Bleibe für ihren Lebensabend suchen. Dafür in Frage kommen die Altersheime in Hundwil und Herisau, die über entsprechende Kapazitäten verfügen.

Seit rund sechs Jahren ist bekannt, dass eine Schliessung des «Büel» unausweichlich ist. Das in die Jahre gekommene Gebäude hat eine Grösse, mit der ein Altersheim nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Es verursachte alljährliche Defizite in der Grössenordnung von 150000 bis 200000 Franken. Eine bauliche Vergrösserung des bestehenden Heimes ist nicht möglich, da es sich in der Landwirtschaftszone befindet.

Dem Gemeinderat sei es stets ein Anliegen gewesen, ein neues Alters- und Pflegeheim in Stein zu realisieren, wie er in einer Mitteilung schreibt. Man habe sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner als auch für das Personal einen nahtlosen Übergang gewährleisten wollen. Es wurde eine Arbeitsgruppe zur Evaluierung möglicher Standorte eingesetzt. Aufgrund dieser Ergebnisse entschied der Gemeinderat, eine Lösung im Bereich Schützengarten-Löwen zu verfolgen. Während der Auflage des notwendigen Gestaltungs- und Quartierplanes gab es Einsprachen. Diese hätten zu einer nicht absehbaren Verzögerung geführt, weshalb sich die Behörde ein weiteres Mal neu orientieren musste.

Genossenschaft für Neubau im Paradiesli scheitert

Die Paul Preisig AG war als Grundeigentümerin bereit, auf der Parzelle Paradiesli ein Alters- und Pflegeheim zu realisieren. Mit der Stiftung Altersbetreuung Herisau konnte ein zuverlässiger, vertrauenswürdiger Betreiber für das Altersheim gefunden werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Die eingesetzte Arbeitsgruppe beschäftigte sich damit, in welcher Form das Kapital gefunden werden kann. Die Arbeitsgruppe wie auch der Gemeinderat kamen zum Schluss, unter dem Motto «vo Stää, för Stää» eine Genossenschaftslösung anzustreben, sodass möglichst viele interessierte Einwohnerinnen und Einwohner die Möglichkeit hatten, sich an diesem Projekt zu beteiligen.

Heute müssen die Verwaltung der Genossenschaft und der Gemeinderat zur Kenntnis nehmen, dass das notwendige Genossenschaftskapital von drei Millionen Franken nicht gefunden werden konnte. Es hat lediglich Zusicherungen für 900000 Franken gegeben. Offenbar fand das Projekt in der Bevölkerung zu wenig Anklang, sodass es sich nicht finanzieren liess. Das geplante Alters- und Pflegeheim im Gebiet Paradiesli kann somit nicht auf genossenschaftlicher Basis realisiert werden. Terminlich ist ein neues Projekt nicht mehr mit dem Weiterbetrieb des Altersheims Büel koordinierbar, der ursprünglich geplante nahtlose Übergang von Bewohnern und Personal in die neue Institution ist nicht möglich.

Ein Neubau ist weiterhin möglich

Im Gebiet Paradiesli könnte ein privater Investor weiterhin ein Alters- und Pflegeheim realisieren. Die Gemeinde habe jedoch aufgrund der Rückgabe des Geschäfts der Genossenschaft an den Gemeinderat nicht mehr die Möglichkeit, in diesen Prozess einzugreifen und mitzubestimmen, wie sie mitteilt. Sie habe lediglich noch Einfluss auf den politischen Prozess.

Der Gemeinderat, die Altersheimkommission und die Heimleitung schreiben, sie bedauerten es ausserordentlich, dass es zu dieser Schliessung komme. Sie wollen sich nun sehr intensiv darum kümmern, dass die Bewohnerinnen und Bewohner einen neuen Pflegeplatz erhalten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden darin unterstützt, so rasch als möglich eine neue Arbeitsstelle zu finden.

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