Alternative zu Holz erlaubt

Die Standeskommission lässt Kunststofffenster an der Wetterseite ausserhalb der Bauzone zu.

Drucken
Teilen

INNERRHODEN. Die Baukommission Inneres Land AI verlangte, dass beim Ersatzbau für ein ehemaliges bäuerliches Wohnhaus im Streusiedlungsgebiet nicht nur auf der Ost- und Südseite, sondern auch auf den wetterzugewandten Seiten Holzfenster oder Holz-Metallfenster eingebaut werden. Dagegen wehrte sich die Bauherrschaft.

Anforderung an Ästhetik

Mit dem Baugesetz von 2012 wurde das Verunstaltungsgebot durch ein Gestaltungsgebot abgelöst. Bauten müssen im Landschaft-, Orts- und Strassenbild und für sich eine gute Gesamtwirkung erzielen. Ausserhalb der Bauzone können Bauten nur noch bewilligt werden, wenn sie verstärkten Anforderungen an die Ästhetik entsprechen. Die Baukommission bewilligte in der Folge bei Bauten ausserhalb der Bauzone nur noch Holzfenster oder Holz-Metallfenster. Im Interesse der ästhetischen Qualität der Gebäude sei die Echtheit der verwendeten Baumaterialien wichtig, weshalb herkömmliche Werkstoffe verwendet werden müssten. Die Standeskommission bejaht dieses Erfordernis bei denkmalgeschützten Objekten, wo es um den Erhalt von Substanz geht. In einem solchen Fall sollen auf allen Seiten herkömmliche Werkstoffe verwendet werden. Der Rekursfall betrifft indessen ein nicht geschütztes Bauobjekt. Weiter stellt die Standeskommission fest, dass sich moderne Kunststofffenster und die erlaubten Holzfenster mit Metallblenden optisch kaum unterscheiden – auch in verwittertem Zustand.

Rekurs gutgeheissen

Auf den wetterzugewandten Seiten werden zudem für die Fassaden schon heute nicht natürliche Materialien bewilligt. Das ist auch beim Haus der Rekurrenten der Fall, wo die Wetterseiten mit Eternit eingekleidet sind. Angesichts dieses Umstandes und der geringen optischen Differenz zwischen Holz-Metallfenstern und Kunststofffenstern erscheint das lückenlose Bestehen auf natürlichen Materialen auch bei Fenstern auf der Wetterseite zu weitreichend. Die Standeskommission hiess daher den Rekurs gut. (rk)