Altern mit Blick in den Alpstein

Das grösste Hochbauprojekt der letzten Jahre in Appenzell Innerrhoden ist bezugsbereit. Am Wochenende wurde das neue Alters- und Pflegezentrum Alpsteeblick mit 63 Pflegeplätzen eingeweiht. Mitgewirkt am Bau hat der Künstler H. R. Fricker.

Jesko Calderara
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Das Alters- und Pflegezentrum verfügt über einen geschützten Garten für Menschen mit Demenz. (Bilder: cal)

Das Alters- und Pflegezentrum verfügt über einen geschützten Garten für Menschen mit Demenz. (Bilder: cal)

APPENZELL. Am Samstag ist mit einem Tag der offenen Tür das neue Alters- und Pflegezentrum Alpsteeblick in Appenzell eröffnet worden. Es bietet insgesamt 63 Pflegeplätze und verfügt über eine separate Station für Menschen mit Demenz. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, um den Neubau zu besichtigen. Bereits am Freitag waren Vertreter aus Politik und Gesundheitswesen sowie andere Gäste zu einer Feier eingeladen. In seiner Ansprache ging Bauherr Stefan Sutter auf die Bedeutung des Bauvorhabens ein: «Es ist in bezug auf Grösse und Kosten das grösste Hochbauprojekt im Kanton seit sehr langer Zeit.»

Kredit wird eingehalten

Sutter liess die Baugeschichte des Alters- und Pflegezentrums nochmals Revue passieren. Vor zehn Jahren hätten im Spitalrat und in der Standeskommission Diskussionen zur Strategie der Gesundheits-, Alters- sowie Pflegeversorgung begonnen. «Bereits damals wurde festgehalten, dass ein Neubau mit 60 Betten mit bedeutend mehr Fläche als im bisherigen Pflegeheim nötig werden könnte.» 2011 habe die Landsgemeinde dann einen Verpflichtungskredit gutgeheissen, ohne zu wissen, wie das Gebäude dereinst aussehe, sagte Sutter. Weil die Kostenprognosen zu hoch lagen, sei das Siegerprojekt überarbeitet worden. Der Spatenstich erfolgte dann im Februar 2014, so dass nach zweijähriger Bauzeit der Neubau nun bezugsbereit ist. Der Bauherr ging auch auf die Kosten ein. Es gebe heute keine Anzeichen, dass der Kredit von 24,8 Millionen Franken nicht eingehalten werden könne. Sutter erwähnte in diesem Zusammenhang die bereits vor Baubeginn erzielten Einsparungen und Erfolge bei der Vergabe der Bauaufträge. Er verschwieg aber nicht, dass der Lenkungsausschuss jeweils vor einem Zielkonflikt stand. «Aus Sicht der Nutzer sollte ein betrieblich möglichst optimales Gebäude entstehen, während für Bau- und Finanzdepartement die Kosten ein eher höheres Gewicht hatten.»

Kunst am Bau mit H. R. Fricker

Gemäss Frau Statthalter Antonia Fässler stellt das nun abgeschlossene Neubauvorhaben für das Angebot der Langzeitpflege des inneren Landes einen Meilenstein dar. Die neue Infrastruktur biete dem Betrieb die Möglichkeit, Pflegeschwerpunkte zu setzen, sagte Fässler. «Dazu gehören beispielsweise die Station für Menschen mit Demenz und jene für palliative Pflege sowie die Pflegeoase.» Dadurch könnten die Bewohner noch bedarfsgerechter betreut werden, betonte Fässler.

Die Pläne für das Siegerprojekt «findling» stammen vom Architekturbüro Bob Gysin + Partner aus Zürich. Die Hülle des Neubaus besteht aus Holz, Glas und Beton. Entstanden sind im Innern grosszügige Räumlichkeiten mit Atmosphäre. Um Identität zu schaffen, wurde mit dem Erinnerungsprojekt «Miin Ort» des Künstlers H. R. Fricker Kunst am Bau verwirklicht. Grossformatige Fototafeln zeigen von Bewohnerinnen und Bewohnern ausgewählte Orte mit persönlicher Bedeutung. Ergänzt werden die Erinnerungsbilder mit dem Porträtfoto und einem Text, der sich auf die Person bezieht.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, den Neubau zu besichtigen.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, den Neubau zu besichtigen.

Im Innern des Gebäudes sind helle und moderne Zimmer und Aufenthaltsräume entstanden.

Im Innern des Gebäudes sind helle und moderne Zimmer und Aufenthaltsräume entstanden.