Alter schützt vor Kränzen nicht

ALT ST.JOHANN. 142 Schwingerkameraden trafen sich am Freitag in der Probstei in Alt St. Johann zur 34. Delegiertenversammlung des Toggenburger Schwingerverbandes. Zur Veranstaltung geladen hatte der organisierende Schwingclub Wattwil.

Beat Lanzendorfer
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Die neun Jungschwinger, die beim Eidgenössischen Jungschwingertag in Aarburg dabei waren, von links: Silvan Wetter, Sämi Schlegel, Erwin Weber, Michael Lieberherr, Patrick Stadelmann, Damian Ott, Samuel Düsel, Beni Schlegel und Marcel Räbsamen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die neun Jungschwinger, die beim Eidgenössischen Jungschwingertag in Aarburg dabei waren, von links: Silvan Wetter, Sämi Schlegel, Erwin Weber, Michael Lieberherr, Patrick Stadelmann, Damian Ott, Samuel Düsel, Beni Schlegel und Marcel Räbsamen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Auch wenn Potenzial im Nachwuchs vorhanden ist, sportlich kommt nach wie vor niemand an den Routiniers Nöldi Forrer und Dani Bösch vorbei. Beide prägten das Jahr mit jeweils acht Kränzen. Highlight im August: Der Festsieg von Bösch auf der Schwägalp. Highlight am Freitag: Die Ernennung von Peter Hartmann (Schwingclub Flawil) in den Stand der Ehrenmitglieder. Zurück zur Schwägalp: Neu als Anlass von nationaler Bedeutung eingestuft, und das, obwohl das Fest mit 16 Austragungen noch nicht einmal volljährig ist, darf das Organisationskomitee in Zukunft auf die Unterstützung von Zivilschutz und Militär zählen. Wegen diverser Aufwendungen (Billette Kilchberg Schwinget, Homepage) blieb Kassier Ernst Oettli für einmal die Verkündung eines Verlusts. Das vorhandene Eigenkapital konnte diesen aber problemlos auffangen.

Überflieger Rhyner

Die sportliche Bilanz trug Jörg Abderhalden vor. Er ist im zweiten Jahr technischer Leiter und wusste von 36 Kränzen zu berichten. Leider drei weniger als in der Vorsaison. Jeweils acht für Forrer und Bösch, fünf für Andy Büsser, vier gingen an Überflieger Michael Rhyner, drei holte sich Martin Knechtle ab sowie jeweils zwei für Roman Bösch und Beat Wickli. Christian Holenstein, Marcel Güntensberger, Florian Pfister und Patric Ueltschi fanden einmal Erwähnung in der Kranzstatistik. Eidgenosse Andy Büsser (Jahrgang 83), Reto Büsser (87) und Roman Bösch (83) traten auf Ende Saison zurück und holten sich den verdienten Applaus ab. Wenn Abgänge zu verzeichnen sind, kommt auch Nachwuchs nach. Für Hans Trummer, dessen Chef, war das Eidgenössische der Jungschwinger in Aarburg das beherrschende Thema. Die neun Toggenburger, die dabei waren, erhielten aus seinen Händen ein Präsent.

Unaufgeregte Wahlen

Unaufgeregt verlief das Traktandum Wahlen – in der Regel ein gutes Zeichen, auch am Freitag. Der Vorstand liess sich in Globo wiederwählen. Die Lacher auf seiner Seite hatte dann Matthias Bleiker, OK-Chef des Schwingfestes auf der Wolzenalp. Nach seinem zehnten Fest als Verantwortlicher, was zwanzig Jahren entspricht, hat er sich nach eigenen Angaben mit Sepp Blatter betreffend eines Rücktritts unterhalten. Wer die Jahrgänge der beiden kennt (Blatter 1936, Bleiker 1965), traut dem Toggenburger noch locker ein paar Jahrzehnte als OK-Präsident zu.

Rück- und Ausblick

Die Vergangenheit brachte gut organisierte Feste in Degersheim (Verbandsschwingfest) und auf der Wolzenalp. Ein solches verspricht auch Martin Kurmann, der die Anwesenden über den Stand der Arbeiten des Verbandsschwingfestes in Kirchberg, 24. April 2016, informierte. Die Zeit darüber hinaus ist genauso fixiert: Den Zuschlag für das Herbstschwingfest 2016 erhielt Mosnang, jenen für das Verbandsschwingfest 2017 Flawil. Der örtliche Schwingclub feiert dann sein 50-Jahr-Jubiläum. Seine Schatten wirft auch das Eidgenössische in Estavayer-le-Lac im August 2016 voraus. Oder wie es Jörg Abderhalden mit seinen Worten an die Aktiven umschrieb: «Die Vorbereitung dafür hat längst begonnen.»

Das Beste kam dann wie gewohnt zum Ende der Versammlung. Weil der Schwägalp-Schwinget trotz Dauerregens sehr gut verlief und schweizweit mit 11 500 Besuchern den höchsten Wert aufwies, blieb auch etwas in der Kasse übrig. Dies veranlasste das OK, den Stundenlohn der Helfer von 14 auf 15 Franken zu erhöhen. Beschlossen wurde zudem, dass alle acht beteiligten Schwingclubs fix 20 Sitzplätze zugeteilt bekommen. Zur Rubrik «Good News» gehört auch die Ernennung von Peter Hartmann zum Ehrenmitglied des Toggenburger Schwingerverbandes. Der 58-Jährige vom Schwingclub Flawil hat sich während Jahrzehnten für den Schwingsport in verschiedenen Chargen eingesetzt.

Der Abend endete, wie er begonnen hatte, mit Applaus. Den ersten holte sich Gemeindepräsident Rolf Züllig ab, der als Rheintaler süchtig nach dem Toggenburg geworden ist und mit seinen Grussworten jederzeit auch als Werbebotschafter durchgehen würde. Der zweite war dem Jodelclub Säntisgruess für seine Liedervorträge vorbehalten. Den letzten Beifall der Delegierten gab es dann für Verbandspräsident Christian Tschumper, der nach gut zweieinhalb Stunden zum gemütlichen Teil überleitete.