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Am nationalen Reparaturtag Altem neues Leben einhauchen

Am Samstag fand zum dritten Mal der Schweizer Reparaturtag statt. Auch die Herisauer PC-Reparierbar um Stefan Müller hat teilgenommen und Interessierten so die Möglichkeit geboten, ihre Computer wieder flott zu machen.
Alessia Pagani

Stefan Müller und Kurt Geser sitzen vor einem Tisch im Dachgeschoss des WinWin-Marktes in Herisau, vor ihnen das offene Gehäuse eines Rechners. Der Blick fällt auf lose Kabel, Grafikplatten, Platinen. Die beiden fokussieren einen Bildschirm, Müller drückt schnell und routiniert auf der Maustaste herum. «Da sind ganz viele Hintergrundanwendungen offen, die den PC langsam machen», sagt Müller. Kurt Geser bittet den Herisauer, diese zu schliessen. Stefan Müller gehorcht – und weiter geht’s mit der Problembehebung von Gesers Rechner. Nach zwei Minuten findet Müller den nächsten Makel: «Diese Anwendung manipuliert deine Internet-Suchmaschine. Brauchst du sie oder kann ich sie löschen?» Nach einer kurzen Nachfrage gibt Geser das Okay zur Eliminierung.

Stefan Müller hat vor rund vier Jahren mit weiteren Interessierten die «PC-Reparierbar» ins Leben gerufen. Dies, nachdem er von anderen Reparatur-Treffs in der Schweiz gelesen und beschlossen hatte, selber etwas gegen die Wegwerfgesellschaft unternehmen mochte.

«Ich war immer schon verärgert darüber, dass Sachen entsorgt werden, die man eigentlich mit wenig Aufwand wieder reparieren könnte.»

Auch er selber habe jeweils Tonnen an Elektroschrott entsorgen müssen, obwohl andere Personen noch davon hätten profitieren können. Und die Situation werde immer schlimmer:

«Die Geräte sind heute so günstig zu kaufen, dass sich für viele eine Reparatur gar nicht mehr lohnt.»

Dabei sei oft kein Hardware-, sondern vielmehr ein Softwareproblem zu beheben. «Oder ganz kleine Sachen wie die Lüftung auszublasen. Solches ist eigentlich schnell erledigt.»

Nicht nur flicken, sondern auch optimieren

Gemäss Stefan Müller gibt es rund 60 Reparatur-Cafés in der Schweiz. Am dritten Schweizer Reparaturtag vom Samstag hätten über 22 davon teilgenommen. Üblich ist dabei, wie auch im Falle des Reparatur-Cafés in Herisau, dass die Experten ehrenamtlich tätig sind. Die Geräte werden von zu Hause mitgebracht, Werkzeug und Know-how lässt sich vor Ort finden und nutzen. Dabei geht es nicht darum, das Gerät abzugeben und später wieder abzuholen. Die Kunden reparieren ihre Geräte selber, unter Unterstützung der Experten. «Wir sind kein eigentliches Repair-Café», so Müller. Wo andernorts auch Tische, Stühle oder Trottinetts geflickt werden, beschränkt sich Müller mir seinem Team ausschliesslich auf Computer.

«Allerdings flicken wir diese nicht nur, sondern machen sie schneller, optimieren die Leistung, helfen bei Installationen oder passen den Computer auf individuelle Bedürfnisse an.»

Etwa drei bis vier Kunden nehmen das monatliche Angebot in Anspruch. Während der ersten Jahre hatte Müller einen Gehilfen. Immer wieder kamen Experten hinzu – und sie gingen wieder. Nun vervollständigen Roman Osterwalder sowie Piet Kopp und Patrick Koestli das Team. Dass der WinWin-Markt seine Räume zur Verfügung stellt, ist für Müller ein Glückstreffer. Im Gegenzug bezieht er Ersatzteile beim WinWin-Markt.

Kurt Geser verlässt das Lokal an diesem Nachmittag mit einem optimierteren Rechner mit schnellerer Festplatte: «Ich war bereits zum zweiten Mal hier und würde immer wieder kommen.»

Hinweis

Die PC-Reparierbar im WinWin-Markt in Herisau ist immer am ersten Samstag im Monat von 10 bis 14 Uhr offen (Novembertermin fällt aus). Infos: www.pc-reparierbar.ch

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