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Was machen ein Nagelschmied, ein Hackbrettbauer und eine Zinngiesserin?

Die Ernst Hohl-Kulturstiftung im Haus Appenzell an der Bahnhofstrasse gibt in der neuen Ausstellung Einblicke in vergangene Berufe. Drei Ostschweizer Kunstschaffende sind mit von der Partie – und auch die Jugend.
Vereinszeichen des Gesellen-Krankenvereins Urnäsch mit Symbolen der verschiedenen Handwerke. (Bild: Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch)

Vereinszeichen des Gesellen-Krankenvereins Urnäsch mit Symbolen der verschiedenen Handwerke. (Bild: Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch)

Wagner, Seiler, Sattler, Bader: Heute können sich unter diesen Berufsbezeichnungen nicht mehr alle etwas vorstellen. Mit der Ausstellung «Zwischen Licht und Schatten – Altes Handwerk, Zünfte, Laternen» werden solche Berufe den Besucherinnen und Besuchern näher gebracht. An ausgewählten Tagen lassen sich ein Weissküfer, ein Sennensattler, eine Stickerin, ein Nagelschmied, ein Hackbrettbauer und eine Zinngiesserin in temporären Werkstätten über die Schulter schauen. Laut einer Mitteilung werde dabei ein besonderes Augenmerk auf die Handwerkstraditionen der Säntisregion gelegt.

Ausgesuchte Werkzeuge aus historischen Sammlungen, Berufsporträts und bildliche Darstellungen illustrieren die Tätigkeiten klassischer, aber auch vergessener Berufe. Eng verflochten mit altem Handwerk sind zudem die Zünfte, die sich ab dem 13. Jahrhundert in den Schweizer Städten gebildet haben. Ihr Gemeinschaftsverständnis symbolisierten sie in Form von Wappen, Laternen, Truhen und Trinkbechern, die mit den Wahrzeichen der betreffenden Tätigkeiten geziert waren. Die Ausstellung zeigt Zunftobjekten aus Zürich, Basel, St. Gallen und Schaffhausen, ergänzt mit Laternen aus Mühlheim an der Donau.

Mit Ostschweizer Beteiligung

Drei Ostschweizer Kunstschaffende zeigen ihre persönliche Interpretation der traditionellen Handwerke. Der Appenzeller Art-Brut-Künstler Markus Oertle hält auf seinen Brockenhaus-Touren und bei Besuchen von Alteisen-Sammelstellen nach ausrangierten Alltagsgegenständen Ausschau, die umfunktioniert einen neuen Sinn ergeben. «Für mich sind schon allein die Werkzeuge Kunstwerke, die erschaffen wurden», sagt er. Thomas Urben aus Urnäsch hat für seine Ausstellungsobjekte zu den alten Handwerken berufstypische Werkzeuge und Materialien sinnhaft verarbeitet und ins Licht – und somit auch in den Schatten – gerückt. «Schade, dass die alten Berufe verloren gehen und mit ihnen so viel Wissen.» Inspiriert von historischen Handwerksdarstellungen und Symbolen auf zünftischen Wappen hat die chinesische Künstlerin Xu Ying aus Schaffhausen Polycarbonatscheiben mit alten Berufen bemalt, sie chinesisch beschriftet und hinterleuchtet – eine übersetzte Form der Zunftlaterne. «Ich habe viel recherchiert. Erst wenn ich einen Beruf ganz und gar verstanden habe, habe ich mit Malen begonnen», so Xu Ying.

Traumberufe der Jugend und Publikumsvoting

Mit jungen Menschen wird ein Blick in die Zukunft gewagt. Sie haben in Anlehnung an die Zunftlaternen auf rund 100 selbstgestalteten Laternen ihre Traumberufe festgehalten. Das Publikum kann für die schönste Laterne abstimmen. (pd/eg)

Hinweis

Die Ausstellung ist ab 5. Oktober bis 27. April jeweils Di bis Fr, 12 bis 17, Sa von 11 bis 17 Uhr zugänglich (Haus Appenzell, Bahnhofstrasse, Eingang St. Peterstr. 16, Zürich).

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