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ALT ST.JOHANN: Simon Ammann kauft das Hotel Hirschen in Alt St.Johann

Der Doppel-Doppel-Olympiasieger bekam bei der Versteigerung am Donnerstag für 545'000 Franken den Zuschlag. Nebst der Bank mit ihrem schriftlichen «Start»-Angebot steigerte auch die Hof Lutzenberg AG mit.
Hanspeter Thurnherr
Nicht mehr zu kaufen: Simon Ammann heisst der neue Eigentümer des Hotels Hirschen in Alt St. Johann.

Nicht mehr zu kaufen: Simon Ammann heisst der neue Eigentümer des Hotels Hirschen in Alt St. Johann.

Die Raiffeisenbank Obertoggenburg hatte als Grundpfandgläubigerin an der ersten Pfandstelle die Verwertung des Hotels Hirschen begehrt. Sie setzte mit ihrem schriftlichen Angebot von 498000 Franken den Ausgangsbetrag für die Versteigerung. Diese Summe ist leicht höher als die grundpfandgesicherte Forderung der Bank gemäss dem Lastenverzeichnis. Diese Forderung beträgt inklusive Zinsen gut 481000 Franken.

Nach den grundsätzlichen Erläuterungen der Betreibungsbeamtin Lidija Jakovljevic vom Betreibungsamt Wildhaus-Alt St. Johann konnte die von über 30 Personen gespannt erwartete Versteigerung beginnen. Das erste Angebot von 500000 Franken setzte Jürg Mächler von der Hof Lutzenberg AG. Die Firma mit Sitz in Altstätten ist als Immobilienhändlerin und- verwalterin tätig. Dieses überbot Josias Ammann für seinen Bruder Simon Ammann, den vierfachen Olympiasieger im Skispringen, um 1000 Franken.

«Einmalige Gelegenheit für Einstieg ins Gastgewerbe»

Jürg Mächler und Josias Ammann trieben sich in der Folge bei mehreren Bietrunden – in Schritten von 1000 und 5000 Franken – bis auf den letztlich entscheidenden Betrag von 545000 Franken. Weil Jürg Mächler diese Summe auch beim dreimaligem Aufruf nicht mehr überbot, erhielt schliesslich Josias Ammann den Zuschlag. Weil dieser die nötige Anzahlung von 95000 Franken leisten konnte, dürfte Simon Ammann Alleineigentümer werden.

Er freue sich sehr, dass das kleine traditionelle Hotel in seiner Heimat damit wieder in einheimische Hand komme, sagte Simon Ammann gegenüber unserer Zeitung. «Seit einiger Zeit beschäftigt mich das Thema des lokalen Gastgewerbes und ich habe mir schon lange gewünscht, im obersten Toggenburg einen Einstieg machen zu können. Die Ersteigerung war eine einmalige Gelegenheit und ich bin sehr froh, dass es geklappt hat. Im Herzen von Alt St. Johann werden wir nun die eigenständige Kulinarik des Toggenburgs weiter stärken.» Er freue sich auf die Wiedereröffnung. Wann das genau sein wird und in welcher Form, sei noch offen. Mit dem Kauf trage er seinen Teil dazu bei, dass das historische Gebäude und damit auch das Ortsbild erhalten bleibe.

Rechtskräftig wird der Zuschlag aber erst, wenn Simon Ammann auch die Restsumme bis spätestens 15. Januar bezahlt hat. Ausserdem muss die zehntägige Frist für eine allfällige Anfechtung des Steigerungszuschlags abgewartet werden.

Forderungen nur zur Hälfte gedeckt

Die Steigerungssumme liegt deutlich unter der betreibungsamtlichen Schätzung. Diese beläuft sich für das Grundstück auf 900000 Franken und für das Zugehör knapp 57000 Franken. Das Grundstück umfasst 1610 Quadratmeter, bestehend aus Gebäude (335 m2), Wiese/Weide (573 m2) und befestigte Fläche (702 m2). Noch höher als die betreibungsamtliche Schätzung sind die gesamten grundpfandgesicherten Forderungen. Diese belaufen sich auf knapp 1085000 Franken. Es handelt sich dabei um Kapital laut den Inhaber-Papierschuldbriefen. Dieses wird, da nicht an erster Pfandstelle stehend, durch den Steigerungserlös nur zu kleinen Teilen gedeckt sein.

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