ALT ST.JOHANN: Kunst im Auf und Ab des Lebens

Auch in diesem Jahr wird eine Ausstellung in der Propstei Alt St. Johann veranstaltet. Ungewöhnlich ist, dass ein Teil auf dem Friedhof stattfindet und die Kunst entlang der Grabstätten präsentiert wird.

Delia Hug
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Entlang der Grabstätten wird die Installation «Auferstehungsweg» von Det Blumberg präsentiert. (Bild: PD)

Entlang der Grabstätten wird die Installation «Auferstehungsweg» von Det Blumberg präsentiert. (Bild: PD)

Delia Hug

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«Läb Din Muet», so lautet der Titel der fünfteiligen Ausstellung, die vom 15. August bis 12. November dauern wird. Was haben nun Mut und Leben mit dem Friedhof zu tun? «Viel mehr, als wir glauben, der Tod gehört schliesslich zum Leben dazu», findet Det Blumberg.

Der aus dem Allgäu stammende Künstler lebt seit einiger Zeit in St. Peterzell. Er betitelt seine Installation als «Auferstehungsweg». Dieser soll die Friedensbotschaft von Bruder Klaus und Ulrich Zwingli vereinen. Das Auf und Ab des Lebens wird mit den Farben und Formen der Holzobjekte zum Ausdruck gebracht und soll zum Nachdenken anregen. Der Besucher geht auf dem reformierten Friedhof über Kies- und Holzwege, vorbei an den mit der Kettensäge geschnittenen und bemalten Objekten, liest einfache ermutigende Texte und kann zwischendurch auf kubischen Sitzgelegenheiten pausieren. Der Blick wird durch die Stationen gelenkt, und zwar nicht auf die Ruhestätte, sondern auf die Natur, die Berge, die Zukunft.

Respekt vor den Verstorbenen

«Mehrfache Besuche lohnen sich ganz besonders», empfiehlt Det Blumberg. Denn jedes Mal sehe und spüre man den Weg unterschiedlich. Für den Allgäuer Lebenskünstler ist der notwendige Abstand zu den Gräbern enorm wichtig. «Ich habe grossen Respekt vor den Verstorbenen und will deren Ruhe keinesfalls stören», betont Det Blumberg. Die Arbeiten finden deshalb nicht direkt auf dem Friedhof statt, sondern auf einem Nebenplatz der Kirche. Erst die fertigen Elemente werden am Weg entlang des Friedhofs eingebettet. Zusammen mit Claudia Gruber, Assistentin von Det Blumberg, wird er diesen Teil der Gesamtausstellung auf die Beine stellen. «Doch das Schnitzen und Malen mache ich lieber alleine», so der kritisch-katholisch Kunstschaffende.

Inspirationen von Schafberg und Säntis

Apropos Schnitzen, auch da will der Künstler die Stille wahren und nimmt für die Arbeiten eine elektrische Kettensäge. Die Natur ist ihm enorm wichtig, so stammt zum Beispiel das Rottannenholz aus der Region und nicht von weit her. Die Inspiration für die Formen holt Det Blumberg sich von Säntis und Schafberg. Claudia Gruber fügt hinzu, dass nach getaner Arbeit jeder Hobelspan und jede Schraube ordentlich weggeräumt würden. Im Frühling 2018 werde alles wieder in Normalzustand gebracht, sofern Frau Holle ihre Kissen nicht allzu heftig und lange schüttle.