ALT ST. JOHANN: Rentabel sein ist schwierig

Die Forstgemeinschaft Obertoggenburg AG (Foag) hatte es seit ihrem Start vor acht Jahren nicht immer leicht. Doch die Betriebsgrösse sei ideal.

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Der neue Vorstand der Foag: Willi Bösch (Präsident), Walter Looser, Ernst Scherrer, Köbi Rutz, Ueli Huser, Niklaus Forrer und Reto Hürlimann (Betriebsleiter) (von links). (Bild: PD)

Der neue Vorstand der Foag: Willi Bösch (Präsident), Walter Looser, Ernst Scherrer, Köbi Rutz, Ueli Huser, Niklaus Forrer und Reto Hürlimann (Betriebsleiter) (von links). (Bild: PD)

Seit Dezember 2008 gibt es die Forstgemeinschaft Obertoggenburg AG. Eine Aktiengesellschaft wurde gegründet, die die 1450 Hektaren Wald der Ortsgemeinden Wildhaus, Alt St. Johann und Nesslau sowie der Kreisalpenkorporation Krummenau-Nesslau pachtete. Ziel war, die einzelnen Forstbetriebe zu einem zusammenzulegen und die Wälder rentabel und effizient zu bewirtschaften. Nun hat die Foag das achte Betriebsjahr abgeschlossen. Dank umsichtiger Führung des Betriebes durch Reto Hürlimann, der seit Juni 2013 als Kapitän das Schiff steuert, konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr nebst grösserer Abschreibungen auch ein ansehnlicher Gewinn ausgewiesen werden. Der Präsident der Foag, Willi Bösch, bemerkte an der Generalversammlung, die am Donnerstagabend in Alt St. Johann abgehalten wurde, man könne noch nicht zurücklehnen. Es sei immer noch schwierig, im Nutzholzmarkt rentabel zu arbeiten. Zum einen wegen der Frankenstärke, zum anderen weil die Holzvorräte steigend seien, meinte Bösch. Ausserdem seien die Beiträge tendenziell sinkend, die Anforderungen an die Leistung aber steigend. Man habe sich deshalb Gedanken gemacht, wie man noch effizienter arbeiten könne und welche Nischen es für die Foag noch gäbe.

Neuer Forsttraktor angeschafft

Nach 18 Jahren im Einsatz (vorher bei der Ortsgemeinde Alt St. Johann) ist der Steyr-Traktor ersetzt worden. Die Foag hat einen Forstschlepper bestellt, der einiges mehr bietet als sein Vorgänger und die Arbeit der Forstarbeiter unterstützt. Leider werde dieser aber erst in den nächsten Wochen geliefert, bedauert Reto Hürlimann. Im Einsatz ist hingegen das Mannschaftsfahrzeug, das ebenfalls angeschafft worden ist.

In der Verwaltung der Foag gab es durch den Rücktritt des Wildhauser Ortsgemeindepräsidenten Jakob Hofstetter einen Wechsel. Der neue Präsident, Niklaus Forrer, wurde an dessen Stelle in den Verwaltungsrat der Foag gewählt. Reto Hürlimann hat an der Versammlung den Anwesenden mit Bildern aufgelistet, welche Arbeiten die Mitarbeiter der Foag im vergangenen Jahr geleistet haben. So hat die Forstgemeinschaft bereits in der Vergangenheit viel Arbeit für Dritte geleistet und Umgebungsarbeiten für Liegenschaften übernommen. Damit könnten Randzeiten sinnvoll überbrückt werden und ausserdem passten diese Arbeit zur Branche, ist Hürlimann überzeugt. Mit dem neuen Mitarbeiter, Adrian Bollhalder, aus Alt St. Johann, hat man nun die Möglichkeit, eine weitere Nische zu füllen. Bollhalder verfügt nebst seiner Ausbildung als Forstwart noch über umfangreiche Kenntnisse bei der Baumpflege. Davon können bestimmt auch die Lernenden profitieren. Von denen es derzeit deren drei gibt. Künftig werden es aber nur noch zwei sein. Mit den Lernenden aus Neunforn pflegt man einen Austausch. Davon können beide Seiten profitieren, da die Pflanzen andere sind.

Ausserdem erzählte Hürlimann, dass mit Regierungsrat Bruno Damann kein Unbekannter den letzten Baum einer Aktion der Helvetia-Versicherung gepflanzt habe. Auch vom grossen Holzschlag an der Kantonsstrasse Richtung Gams und einem Helischlag in steilem Gelände zeigte der Förster Bilder. Wichtig für die Öffentlichkeitsarbeit sind jeweils Gruppeneinsätze, bei denen Firmenangehörige mithelfen, wenn Wege oder Schläge geräumt werden. Dabei können Zusammenhänge aufgezeigt und die Wichtigkeit des Holzens demonstriert werden. In diesem Sinne werden am 15. und 16. September dieses Jahres Interessierte zu Tagen des Schweizer Holzes in die Markthalle Toggenburg eingeladen. Dort wird vom Waldarbeiter über die Arbeit des Sägers, des Zimmermanns und Schreiners bis zum Fensterbauer die ganze Kette der Holzver- und -bearbeitung vorgestellt. (pd)