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ALT ST. JOHANN: Konzentration an der Schiefertafel

Beim «Einrechnen» der Alpkorporation Selamatt steht die Verteilung der Alprechte, respektive deren Weitergabe, im Zentrum. Nur wer sich genügend Rechte sichern kann, darf die gewünscht Anzahl Vieh auftreiben.
Adi Lippuner
Der Kirchberger Revierförster Marco Signer informiert die Waldbesitzer rund ums Thema Sicherheit. (Bild: Ursula Ammann)

Der Kirchberger Revierförster Marco Signer informiert die Waldbesitzer rund ums Thema Sicherheit. (Bild: Ursula Ammann)

Adi Lippuner

redaktion@toggenburgmedien.ch

«Ich hätte noch vier übrig», sagt einer, und sein Gegenüber am Tisch antwortet: «Wenn du mir diese wieder gibst, hilft mir das, auf die richtige Zahl zu kommen.» Solche und ähnliche Gespräche sind am Freitagabend im Gasthaus Schäfli in Alt St. Johann an den gutbesetzten Tischen zu hören, während die Mitglieder der Alpkommission mit Präsident Elias Tschümmy konzentriert am Tisch mit der grossen Schiefer­tafel arbeiten. Diese ist in kleine Felder eingeteilt, auf jedem steht der Name eines Mitglieds und seine benötigten und vorhandenen Rechte.

Wer nicht persönlich am Einrechnen dabei sein kann, hat den Bedarf vorgängig gemeldet, Anwesende tauschen sich im Vorfeld aus und geben dann das ­Ausgehandelte an die Kommission weiter. Der Schreiber Peter Schlumpf führt eine Liste und überträgt, was auf der Tafel bereinigt wird, fortlaufend auf Papier. Rund eine Stunde dauert es, bis auf jedem Feld entweder ein Andreaskreuz – für nötige Alprechte erreicht – oder ein Haken – für mit dem Tausch ein­verstanden – steht. Im Fachjargon der Selamatter Alpkorporation heisst dies «Anschläge».

Alprechte in der Hand von Ortsgemeinden

Grosse Alprechtbesitzer sind die Ortsgemeinden Alt St. Johann und Gams. «Beide halten weit über 100 Rechte», ist von Elias Tschümmy zu erfahren. Während der Vertreter der Ortsgemeinde Gams zusätzliche Rechte benötigt, damit die angestrebte Zahl Vieh aufgetrieben werden kann, werden die Alt St. Johanner Rechte an Ortsbürger vergeben. Eine Stunde nach Beginn der ­Rechenarbeit verkündet Elias Tschümmy, dass nun alle ihre angestrebten Zahlen erreicht haben und die Gesamtbestossung stimmt. «Nun haben wir noch ­einiges zu besprechen», lässt er die Anwesenden wissen. Insbesondere das Datum des Alpauftriebs, das «Überefahre», interessiert die Anwesenden. Zwei Vorschläge standen im Raum: am Samstag, 24. Juni, sowie am Dienstag, 27. Juni. Bei der Abstimmung obsiegt der Vorschlag 24. Juni. «Obwohl dann das Eidgenössische Jodlerfest in Brig stattfindet und viele Obertoggenburger Landwirte Mitglied in einem der zahlreichen Jodlerklubs sind», so eine der getätigten Aussagen.

Ein Landwirt stellt das Datum der Bestossung ganz allgemein in Frage: «Eigentlich sollten wir das Vieh rund zwei Wochen früher auftreiben, denn dann wäre die Weide genau richtig. Mit unserem Datum sind wir in der Regel zu spät.» Diese Aussage sorgt für rege Diskussion, und Elias Tschümmy muss die Glocke läuten, um sich Gehör zu verschaffen. «Das Problem ist bekannt und wurde schon mehrfach diskutiert. Es ist aber nicht einfach, eine neue Lösung zu finden und allen gerecht zu werden. Wenn wir uns bei der Hochalp für eine Anpassung der Alpauffahrt entscheiden würden, hätte dies auch für die Voralpen Konsequenzen», so der Präsident. Entscheide wurden keine gefällt, aber das Thema lieferte für den weiteren Verlauf des Abends noch reichlich Gesprächsstoff.

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