ALT ST. JOHANN: Klang begleitet die Übergänge im Leben

Zweimal «volles Haus» gab es beim «Zäme johle» der drei Jodelclubs Säntisgruess, Thurtal und Churfirstenchörli.

Adi Lippuner
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Adi Lippuner

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Die siebte Auflage des weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannten Anlasses in der katholischen Kirche Alt St. Johann vermochte einmal mehr Jodelfans aus nah und fern anzulocken. Die Altjahrwoche ist, wie sich dies seit Beginn zeigte, ein dankbares Datum für besinnlich-unterhaltende Darbietungen. «Sennschellen in der Kirche, kurz vor Jahresende neben einem Christbaum, zugegeben, ein ungewohntes Bild», so Hans-Jakob Scherrer bei seiner Begrüssung. «Doch in allen Kulturen werden Übergänge im Leben und im Glauben mit Klang, Rhythmus und Instrumenten begleitet.» Und weil es im Leben zahlreiche Übergänge gebe, dürfe auch der Klang nicht zu kurz kommen. «Sicher hätten Hirten aus dem Toggenburg dem Jesuskind einen ruhigen Naturjodel gesungen, und so gesehen passen die Sennschellen und der Christbaum schon fast wieder zusammen.»

Die Mitglieder aller drei Jodelclubs dürfen stolz auf die einheimischen Komponisten und Textdichter sein, denn ein Blick auf das Programm zeigt, dass «einheimische Kost» im Mittelpunkt stand. Vom «Schelle-Jodel», gefühlvoll von allen drei Chören beim Einmarsch intoniert, über den Naturjodel «Zäme johle« von Katja Bürgler, der Dirigentin des Churfirstenchörli, bis zur Erstaufführung des Schellenlieds von Peter Roth erwachte die unvergleichliche Naturlandschaft des Toggenburgs vor ­ dem inneren Auge. Auch das «Schwendiseelied», erstmals vor Publikum gesungen durch den Jodelclub Thurtal – Leitung Albert Ullmann, Musik Peter Roth, Text Elias Tschümy –, stellt die Schönheit des Toggenburgs und ganz speziell des Schwendisees in den Mittelpunkt. Ein immer wieder gerne gehörtes Stück ist «Alpfahrt i d’Sellamatt», komponiert von Willi Valotti, Text Walter Näf, gesungen vom Jodelclub Säntisgruess, Leitung Hans-Jakob Scherrer. Wie kaum ein anderes Jodellied zeigt es die Befindlichkeit der Toggenburger Bauern und Älpler sowie ihrer Tiere auf, wenn die Alpzeit beginnt.

Ode an Traditionen und Zusammenhalt

Im Jodellied «Zämestoh», gesungen vom Churfirstenchörli, Melodie Katja Bürgler, Text Walter Näf, heisst es: «Mier sind im Toggeburg dehei und sind stolz uf üsers Tal.» Es geht auch um die Tatsache, dass einer allein wenig bewegen kann, alle zusammen aber viel erreichen. Von einer gelebten Toggenburger Tradition handelt das Lied «Viehschau- Morge» von Dölf Mettler, gesungen vom Jodelclub Thurtal. Passend zum ruhigen Zäuerli auch der St. Johanner Alpsegen, gerufen von Hans Koller.

Abgerundet wurden die Auftritte der drei Jodelclubs in der katholischen Kirche beim gemeinsamen Auftritt mit dem «Becki- Jodel», einer Kombination von Naturjodel und Talerschwingen, sowie dem «Wildhuser» und dem Ausmarsch zum «Schellen- Jodel», wobei mit dieser Melodie der Bogen zum Konzertauftakt gespannt wurde. Lange anhaltender Applaus und glückliche Gesichter zeigten, dass sich die Konzertbesucher bereits auf 2017 freuen. Dann wird, organisiert von einsatzfreudigen Jodlerinnen und Jodlern mit OK-Präsident Ruedi Bollhalder an der Spitze, in der Altjahrwoche wieder «Zäme johle» auf dem Programm stehen.